Keuchhusten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Keuchhusten (Pertussis) ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheiten der Bronchien und Atemwege. Ausgelöst wird es durch das Bordetella pertussis Balterium. Obwohl Keuchhusten allgemein als Kinderkrankheit bekannt ist erkranken aber auch zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Gegen Keuchhusten gibt es eine Impfung.

Inhaltsverzeichnis

Definition Keuchhusten

Keuchhusten (Stickhusten) oder medizinisch Pertussis ist eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, welche durch Bakterien ausgelöst wird, die Nase, Rachen, Luftröhre und Lunge des Patienten befallen. Wie der Name schon sagt, äußert sich der Keuchhusten in krampfartigen Hustenanfällen, welchen ein keuchendes Luftholen (Atemnot, Krankhafte Atemgeräusche)) folgt.

Die Krankheit ist sehr langwierig (mehrere Wochen bis Monate) und endet bei einem von tausend Patienten tödlich. Besonders gefährdet sind Säuglinge in ihrem ersten halben Lebensjahr, da es bei ihnen zu plötzlichen Atemstillständen kommen kann.

Keuchhusten ist aber keineswegs eine reine Kinderkrankheit. Personen aller Altersstufen können betroffen sein. Nach durchstandener Kankheit besteht eine Immunität für etwa vier bis zwölf Jahre. Im Anschluss ist eine weitere Infektion nicht ausgeschlossen. Ähnlich lang besteht die Immunität nach einer Impfung gegen Keuchhusten.

Ursachen

Das Bakterium Bordetella pertussis als der Erreger und Verursacher des Keuchhustens findet Verbreitung mittels Tröpfcheninfektion. Beim Sprechen, Husten oder Niesen gelangen die Erreger in die Luft und werden von Menschen in der Umgebung eingeatmet. So gelangen die Bakterien in die Atemwege, wo sie sich in den Schleimhäuten festsetzen.

Hier vermehren sie sich und betreiben einen eigenen Stoffwechsel. Die Bakterien produzieren dabei verschiedene Eiweißstoffe, welche zum Teil als Toxine (Gifte) die Schleimhäute zerstören und das Immunsystem schwächen. Außerdem schädigen sie umliegendes Gewebe und verursachen damit die typischen Krankheitssymptome.

Die Erreger des Keuchhustens haben eine besonders hohe Infektiosität. Mehr als dreiviertel der Personen, die mit ihnen in Kontakt kommen, erkranken. Neben Bordetella pertussis kann auch Bordetella parapertussis zum klinischen Bild des Keuchhustens führen, in den meisten Fällen verlaufen diese Infektionen jedoch kürzer und weniger heftig oder sogar stumm.

Symptome

Krankheitsverlauf

Keuchhusten

Üblicherweise verläuft die Keuchhusten-Erkrankung in drei Stadien, die durch unterschiedliche Symptome charakterisiert sind:

Das erste, erkältungsähnliche Stadium (Stadium catarrhale) dauert etwa ein bis zwei Wochen an. Es treten Beschwerden auf, die einer Erkältung ähneln, wie zum Beispiel Niesen, Schnupfen, leichter Husten, Heiserkeit oder leichtes Fieber. Bereits in dieser Phase besteht die größte Ansteckungsgefahr.

Als zweites Stadium folgt das Anfallsstadium (Stadium convulsivum), welches zwei bis sechs Wochen andauert. Hier treten die typischen Symptome des Keuchhustens auf: Starke, krampfartige Hustenattacken mit herausgestreckter Zunge werden von einem keuchenden Einatmen begleitet. Die Hustenanfälle wiederholen sich in kurzen Abständen und enden häufig in Würgen und Erbrechen. Eine Häufung der Hustenattacken tritt nachts auf und nach Belastung wie Sport oder Stress.

Bedrohlich ist Keuchhusten auch wegen auftretender schwerer Begleiterkrankungen wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder Gehirnblutungen. Das Stadium decrementi ist die letzte Phase der Erkrankung, in welcher die Symptome langsam immer schwächer werden. Unbehandelt dauert sie sechs bis zehn Wochen.

Komplikationen

Im Stadium decrementi nehmen die Symptome allmählich ab, jedoch ist es hier zumeist zu spät für eine ursächliche Therapie des Keuchhustens. Entsprechend kann noch mit Antibiotika behandelt werden, was den Krankheitsverlauf in dieser letzten Phase auf bis zu sechs Wochen Länge deckelt. Unbehandelt können sich der noch vorhandene Husten und die krampfartigen Hustenattacken über weitere zehn Wochen ziehen.

Gerade bei Säuglingen führt eine Pertussis schneller zum gefährlichen Anschwellungen der Atemwege und damit einhergehend zu Atemaussetzern. Desto länger der Körper dabei durch den Keuchhusten in Mitleidenschaft gezogen wird, desto eher treten auch stärkere Symptome auf. Sekundärinfektionen der Lunge (15 bis 20 Prozent der Fälle) und des Mittelohres sind häufig. Krampfanfälle, die zu einer vorübergehenden Sauerstoffunterversorgung des Gehirns führen, betreffen bis zu vier Prozent der Erkrankten. Hier sind eventuelle Folgeschäden von der Dauer der Sauerstoffunterversorgung abhängig.

In 0,5 Prozent der Fälle kommt es zu einer Beteiligung des Gehirns aufgrund der Gifte, die von den Erregern der Pertussis produziert werden. Eine solche Enzephalopathie hinterlässt stets Gewebeschäden. Die Folgeschäden reichen von motorischen Einschränkungen bis hin zu bleibenden sensorischen Schwierigkeiten und können auch die kognitive Leistung beeinträchtigen. Jüngere Menschen sind dabei oftmals schwerer betroffen als ältere Menschen. Einer von tausend Infizierten stirbt an der Erkrankung.

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Behandlung & Therapie

Der Krankheitsverlauf bei Keuchhusten kann nur abgemildert und verkürzt werden, wenn mit einer rechtzeitigen Antibiotikatherapie, also während des Stadium catarrhale oder des frühen Stadium convulsivum, begonnen wird. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt ist die Gabe von Antibiotika sinnvoll, da dadurch die Ansteckungskette durchbrochen wird.

An Keuchhusten erkrankte Säuglinge müssen ins Krankenhaus, da sie oft den entstehenden Schleim nicht selbständig abhusten können. Neben der medikamentösen Therapie können einfache Maßnahmen die Beschwerden lindern: Eine ruhige Umgebung, reichliche Flüssigkeitszufuhr und viele kleine Mahlzeiten sind wichtige Allgemeinmaßnahmen. Das Aufhängen feuchter Tücher im Schlafzimmer kann nächtliche Hustenanfälle mindern.

Das können Sie selbst tun

Keuchhusten bedarf nicht unbedingt einer ärztlichen Behandlung. Einige Selbsthilfe-Maßnahmen und Mittel aus Haushalt und Natur sind ebenso wirksam wie Arzneimittel aus der Apotheke.

Grundsätzlich gilt für alle Betroffenen: Viel trinken. Empfehlenswert sind klassische Kräutertees, Leitungswasser oder milde Fruchtsäfte. Die Ernährung sollte in den ersten Tagen aus kleinen, leichten Mahlzeiten wie Suppe oder Babybrei bestehen. Begleitend dazu ist Bettruhe wichtig. Der Erkrankte sollte viel schlafen – am besten in warmer Umgebung (bis 21 °C) mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Zusätzlich können verschiedene Hausmittel die Beschwerden einer Pertussis lindern. Bewährt hat sich etwa das Inhalieren von heißem Wasser mit Meersalz oder Kamillenblüten. Ein wirksames Hausmittel ist ein Sud aus saurem Apfelmost mit Zucker und Fenchel, der am besten schluckweise eingenommen wird. Die Homöopathie empfiehlt unter anderem die Präparate Belladonna, Carbo vegetabilis und Ledum palustre.

Sollten die Beschwerden nach einigen Tagen nicht abgeklungen sind, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Mit Säuglingen und Kleinkindern sollte bei Keuchhusten immer zum Kinderarzt gegangen werden. Der Mediziner kann weitere Tipps und Maßnahmen nennen, mit deren Hilfe die Pertussis rasch auskuriert ist.

Bücher über Husten

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Koletzko, B.: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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