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Fieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2014
Symptomat.deSymptome Fieber

Das Fieber, auch die Pyrexie, ist ein Zustand erhöhter Körpertemperatur, der meistens als Begleiterscheinung der Abwehr gegen eindringende lebende Mikroorganismen oder andere als fremd erkannte Stoffe auftritt, sowie seltener im Rahmen anders verursachter Entzündungsvorgänge, Traumata oder als Begleiterscheinung bei manchen Tumoren vorkommt. Fieber ist zu unterscheiden von der erhöhten Temperatur.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fieber?

Als Fieber wird eine Erhöhung der Körpertemperatur bezeichnet. Von Fieber spricht man beim Menschen, wenn er seine Normaltemperatur überschreitet, die zwischen 36°C und 37,9°C liegt. Ab 38°C spricht man von leichtem Fieber, gefährlich wird der Zustand, wenn die Temperatur 40°C übersteigt. Fieber äußert sich nicht nur dadurch - der Patient fühlt sich gleichzeitig abgeschlagener und kranker, je höher seine Körpertemperatur steigt. Er schwitzt häufig auch und kann an weiteren Begleiterscheinungen leiden.

Die hiermit verbundenen Vorgänge beruhen auf komplexen physiologischen Reaktionen, zu denen unter anderem eine, vom Organismus aktiv herbeigeführte, geregelte und begrenzte Erhöhung der Körpertemperatur gehört. Letztere entsteht infolge einer Temperatursollwertänderung im hypothalamischen Wärmeregulationszentrum. Fieber ist damit ein Beispiel für eine regulierte Änderung der Homöostase.

Entgegen einem häufig vorkommenden Missverständnis ist Fieber damit in den meisten Fällen nicht Ursache von Krankheit, sondern Teil der Antwort des Organismus auf Krankheit. Entsprechend ist es zwar eine häufige Praxis, Fieber ab einer bestimmten Höhe symptomatisch zu senken, um vermeintlichen Schaden vom Kranken abzuwenden; diese häufige Praxis entspricht aber oft nicht dem Forschungsstand der Fieberphysiologie. Anstelle einer routinemäßigen Senkung des Fiebers ab einer bestimmten Temperatur sollte sich eine symptomatische Therapie an der Befindlichkeit und an sekundären Risiken des Fiebers für bestimmte Patientengruppen orientieren.

Ursachen für Fieber

Fieber ist eine Immunreaktion des Körpers wechselwarmer Organismen, zu denen alle Säugetiere und damit auch der Mensch gehören. Sie reagieren damit auf das Eindringen lebender Fremdkörper und versuchen auf diese Weise, sie abzutöten. Das Funktionsprinzip ist einfach: Fieber greift die Enzyme an, die zur Gruppe der Proteine gehören. Diese sind für die Stoffwechselvorgänge und viele andere wichtige Prozesse im Körper aller Lebewesen erforderlich.

Allerdings können sie nur bei bestimmten Temperaturen überleben, ansonsten werden sie irreversibel zerstört - dieses Temperaturoptimum ist bei jedem Lebewesen unterschiedlich. Die so genannte Denaturierung der Enzyme zeigt sich beispielsweise am Spiegelei: Wenn es erhitzt wird, färben sich die Proteine weiß und kehren nicht wieder in ihren Ausgangszustand zurück. Passiert das im Lebewesen, stirbt es - auf diese Weise tötet der Körper unter anderem Bakterien ab.

Bei Verletzungen oder offenen Wunden erhöht der Körper oft präventiv die Temperatur im entsprechenden Bereich. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass eindringende Bakterien dort einen angenehmen Lebensraum vorfinden. Auch bei Prellungen oder anderen Verletzungen kann der Körper mit Fieber reagieren. Einige Tumoren lösen ebenfalls Fieber im Körper aus. Das Fieber entsteht in diesen Fällen durch komplexe Verkettungen von Reaktionen und tritt nicht immer auf. Es ist meist von anderen Symptomen begleitet, die ebenfalls durch die Neubildung entstanden sind.

Diagnose und Verlauf bei Fieber

Besteht der Verdacht auf Fieber, kann jenes entweder durch einen Arzt oder den Betroffenen beziehungsweise einem Verwandten/Bekannten durch Messen der Körpertemperatur diagnostiziert werden.

Dies geschieht mit der Hilfe eines Fieberthermometers, das gewöhnlich unter die Achseln oder in den Anus gesteckt wird. Bereits ab 37,6°C sprechen Ärzte von einer erhöhten Temperatur. Zusätzlich wird der Arzt nach begleitenden Symptomen fragen - bei einem grippalen Infekt treten beispielsweise Husten oder Kopf- und Gliederschmerzen auf. Blut- und Stuhluntersuchungen zur Bestimmung der Entzündungswerte runden die Diagnose ab.

Da verschiedene Fieberarten existieren, kann nicht von dem Verlauf gesprochen werden. Allerdings fällt bei den jeweiligen Kurven auf, dass jene Auf- und Abstiege aufweisen. Erstere sind oftmals schnell, während das Absinken langsamer vonstattengeht. Höchstwerte lassen sich zu bestimmten, immer gleichen Zeiten beobachten (beispielsweise immer mittags oder abends).

Krankheiten mit Fieber

Fieber

Behandlung und Therapie von Fieber

Unabhängig von der Ursache, wird Fieber zunächst mit antipyretischen Mitteln behandelt, die das Fieber senken sollen. Bekannte Mittel sind beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen. Wenn die Ursache des Fiebers medizinisch behandelt werden kann, ist es eine unerwünschte, unnötige Reaktion, die den Menschen nur in Gefahr bringt. Steigt seine Körpertemperatur höher als 40°C, denaturieren seine eigenen Enzyme und er tötet sich mit dem Fieber selbst.

Tritt Fieber als Reaktion auf das Eindringen von Bakterien auf, wird mit Antibiotika behandelt. Diese werden beispielsweise in Form von Tabletten verabreicht oder als Salbe auf Wunden aufgetragen. Auch Viren können Fieber auslösen, beispielsweise bei der Grippe. In diesem Fall wird ein Neuraminidase-Hemmer verabreicht, der die Viren an der weiteren Ausbreitung hindert.

Bei Fieber ist der Flüssigkeitsbedarf gesteigert, deshalb ist hier besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. In der ersten Phase, in der vielfach auch Schüttelfrost empfunden wird, sollte Wärmeverlust des Körpers vermieden werden. Kühlende Maßnahmen sind sinnvoll bei extrem hohen Temperaturen, dann werden z. B. Eisbeutel in den Leisten platziert.

Körperliche Schonung, also Vermeidung von körperlichen und geistigen Überanstrengungen, ist empfehlenswert. Fieber über 40 °C muss durch fiebersenkende Therapie behandelt werden. Speziell Kinder und ältere Menschen sind empfindlich gegenüber hohem Fieber. Bei Kleinkindern können Fieberkrämpfe insbesondere nach schnellem Fieberanstieg auftreten.

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Vorbeugung von Fieber

Fieber durch Infektionen ist die einzige Form, der man wirksam vorbeugen kann. Vor Erkältungen kann man sich beispielsweise durch warme Kleidung schützen, gegen Grippe kann man sich impfen lassen. Wenn man doch erkrankt, ist Schonung wichtig - außerdem sollte man den Arzt aufsuchen, um die Erkrankung rechtzeitig behandeln zu lassen.

Bei offenen Wunden ist Hygiene das oberste Gebot zur Verhinderung von Fieber. Die Wunde muss nach ärztlicher Anweisung gereinigt, desinfiziert und keimfrei gehalten werden. Präventives Fieber des Körpers kann man mit fiebersenkenden Mitteln behandeln, sollte allerdings den Rat des Arztes dazu einholen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

inrat@gmx.de kommentierte am 24.02.2013 um 15:54 Uhr

Ist es richtig, dass es Patienten gibt, die selbst bei schwerem Krankheitsverlauf kein Fieber bekommen?