Morbus Bechterew

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
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Morbus Bechterew, die auch als Spondylitis ankylosans oder bechterewsche Krankheit bekannt ist, ist eine rheumatische Erkrankung mit chronischem Verlauf. Bei Morbus Bechterew sind zumeist die Genlenke betroffen, im Besonderen die Wirbelsäulengelenke.

Inhaltsverzeichnis

Definition Morbus Bechterew

Morbus Bechterew oder auch Spondylitis ankylosans' und bechterewsche Krankheit genannt, ist eine chronisch entzündliche-rheumatische Krankheit, die hauptsächlich die Gelenke betrifft.

Dabei sind vor allem die Wirbelsäulengelenke betroffen, die sich im Verlauf der Krankheit zunehmend versteifen.

Zudem entstehen entzündliche Veränderungen in den Sehnen, Augen, in den großen Gelenken sowie im Herzmuskel, da im Blut keine Rheumafaktoren vorhanden sind. Innere Organe sind selten betroffen.

Ursachen

Die Ursache für Morbus Bechterew ist ein gestörtes Wechselspiel zwischen Umwelteinflüssen und Erbanlagen. Dabei findet sich bei ungefähr 95 Prozent der Betroffenen das Erbmerkmal HLA-B27, dass zu einer fehlerhaften Immunreaktion führt und somit die Entstehung der chronischen Entzündungen begünstigt.

Dieses Erbmerkmal weist daraufhin, dass die Ursache der Krankheit teilweise auf einer Vererbung beruht. Zudem kann das Erbmerkmal HLA-B27 dazu führen, dass sich das menschliche Immunsystem mit den normalen Keimen in der Darmflora so auseinandersetzt, dass dies ebenfalls zu einer chronischen Entzündung führt.

Symptome

Im frühen Stadium von Morbus Bechterew sind die Symptome in der Regel wenig kennzeichnend. Dabei besteht das Hauptsymptom aus entzündlichen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Des Weiteren tritt eine morgendliche Steifigkeit der Wirbelsäule auf.

Ein erstes Anzeichen ist oftmals eine Entzündung des Iliosakralgelenkes, dass das Kreuzbein mit Becken verbindet. Aus diesem Grund sind die auftretenden Rückenschmerzen tief sitzend. Im späteren Verlauf der Krankheit treten die Schmerzen auch an der übrigen Wirbelsäule auf, die sich dann zu versteifen beginnt.

Des Weiteren können die Symptome auch an anderen Gelenken oder Organen auftreten. Dabei kann bei Morbus Bechterew eine Arthritis in den Gelenken der Gliedmaßen auftreten, wie zum Beispiel im Knie, in den Hüften und oder in den Schultern. Besonders die Hüften können schon in jungen Jahren durch diese Entzündung zerstört werden.

Weiterhin können sich auch Sehnen und Schleimbeutel entzünden. Sehr selten tritt eine Entzündung der Aortitis (Hauptschlagader) auf. Wesentlich häufiger treten Herzrhythmusstörungen in Form von anfallartigem Herzrasen auf.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf von Morbus Bechterew zeigt sich sehr uneinheitlich. In einigen Fällen können innere Organe, Gelenke oder Gliedmaßen mitbetroffen sein und teilweise äußert sich die Krankheit nur im Bereich der Wirbelsäule.

Die Entzündungsschmerzen sind dabei in einigen Fällen vorherrschend, die über viele Jahre hinweg in Schüben auftreten. In anderen Fällen hingegen steht die Versteifung der Wirbelsäule im Vordergrund, die gerade in den ersten 30 Jahren zunehmend fortschreitet. Jedoch ist eine vollständige Steifigkeit der Wirbelsäule sowie eine Invalidität infolge der Krankheit selten.

Nimmt allerdings die Krankheit einen schweren Verlauf, kann es zu Schädigungen an Organen und Gelenken und somit zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen kommen. So kann beispielsweise eine Arthritis im Hüftgelenk das Gelenk zerstören und einen Hüftgelenkersatz nötig machen. Morbus Bechterew ist derzeit nicht heilbar, jedoch lässt sich der Verlauf durch eine geeignete Therapie beeinflussen.

Komplikationen

Durch den Morbus Bechterew kommt es bei den Patienten in erster Linie zu starken Schmerzen am Rücken. Diese Schmerzen können sich auch weiterhin in andere Regionen des Körpers ausbreiten und zu starken Schmerzen führen. Vor allem in der Nacht kann es durch Ruheschmerzen zu starken Schlafbeschwerden oder zu Schlafstörungen kommen. Die beeinträchtigen die Lebensqualität enorm und führen zu einer Gereiztheit des Patienten.

Im Allgemeinen können dauerhafte Schmerzen zu psychischen Beschwerden und zu Depressionen führen. Ebenso versteift der Rücken des Patienten, sodass es zu Einschränkungen in der Bewegung und bei der Ausführung verschiedener Sportarten kommt. Ebenso kommt es nicht selten zu Herzbeschwerden und zu einem Herzrasen.

Die Herzbeschwerden wirken sich in der Regel negativ auf die Lebenserwartung des Patienten aus und können diese deutlich verringern. Auch die Hüften können dabei ohne Behandlung irreversibel geschädigt werden. Die Behandlung von Morbus Bechterew findet durch die Einnahme verschiedener Medikamente und durch die Durchführung von Physiotherapien statt. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Allerdings können nicht in jedem Fall alle Beschwerden eingeschränkt werden.

Behandlung & Therapie

Der erste Anhaltspunkt für die Diagnose von Morbus Bechterew ist der typische Kreuzschmerz. Zusätzliche Symptome, wie zum Beispiel eine Entzündung der vorderen Augenkammer sowie der Regenbogenhaut können diesen Verdacht noch unterstützen.

Vor allem ist bei der Diagnose wichtig, eine Entzündung der Iliosakralgelenke nachzuweisen. Hierzu testet ein Arzt das „Menellsche Zeichen“, welches auf entzündete Iliosakralgelenke hindeutet. Röntgenaufnahmen sowie die Magnetresonanztomographie kann die Diagnose für Morbus Bechterew ebenfalls bestätigen.

Die Therapie bei Morbus Bechterew zielt hauptsächlich darauf ab, den Schmerz zu bekämpfen sowie die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten. Hierbei ist die regelmäßige Physiotherapie unabdingbar. Zudem können auch stationäre Behandlungen in einer entsprechenden Rheumaklinik hilfreich sein. Des Weiteren kommt eine medikamentöse Therapie mit nicht-steriodalen Antirheumatika zum Einsatz. Daneben kommt auch Sulfasalazin oder Methotrexat als Basismedikament hinzu, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen.

Bei einer sehr aktiven Form von Morbus Bechteres kann eine medikamentöse Behandlung mit dem entzündungsfördernden Botenstoff TNF-alpha zum Einsatz kommen. Dieser biologische Hemmstoff kann die Aktivität der Krankheit mindern und somit das Fortschreiten verzögern oder sogar verhindern. Dagegen kommt eine Operation nur selten zum Einsatz und auch nur dann, wenn ein Hüftgelenk durch eine Entzündung mitbetroffen ist und ein künstliches Hüftgelenk nötig wird.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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