Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Eine Erkrankung an der chronischen Autoimmunstörung systemischer Lupus erythematodes betrifft heutzutage etwa 60.000 Patienten in Deutschland. Man beobachtet in den letzten 50 Jahren eine zunehmende Häufung von Lupus in der Bevölkerung. Frauen haben diese Autoimmunerkrankung zehnmal häufiger als Männer. Bei Lupus erythematodes sind hauptsächlich Blutgefäße, Gelenke oder Organe wie die Nieren von chronischen Entzündungen betroffen. Vollständig geheilt werden kann ein systemischer Lupus erythematodes nicht.

Inhaltsverzeichnis

Definition Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Unter Lupus erythematodes, kurz Lupus, versteht man eine sehr unterschiedlich schwer verlaufende Erkrankung, die zu den Autoimmunerkrankungen bzw. Bindegewebsentzündungen und Kollagenosen zu zählen ist. Auffallend bei Lupus ist oft eine intensive Röte, die bestimmte Hautpartien befallen kann.

Sie entsteht durch eine chronische Entzündung der Blutgefäße. Vor allem ist beim Lupus erythematodes das so genannte „Schmetterling-Erythem“ bekannt, das sich schmetterlingsförmig seitwärts der Nase im Gesicht ausbreiten kann. Die Anfangs-Symptome eines systemischen Lupus erythematodes können zunächst vielfältig und relativ unspezifisch sein.

SLE verläuft chronisch und macht eine langwierige Behandlung nötig. Außer dem systemischen Lupus gibt es auch einen Lupus, der nur die Haut befallen kann. Um die Diagnose abzusichern, muss ein systemischer Lupus zu mehreren gleichzeitig auftretenden Leitsymptomen und Antikörpern im Blut führen. Der systemische Lupus erythematodes wird auch mit den Buchstaben SLE abgekürzt.

Ursachen

Als Ursache des Lupus erythematodes oder systemischen Lupus nimmt man eine chronische verlaufende Autoimmunerkrankung an. In ihrem Verlauf wird die körpereigene Abwehr gestört und fehlgeleitet. Das Entstehen der Autoimmunstörung selbst ist in ihren Ursachen aber noch weitgehend ungeklärt.

Als systemischen Lupus erythematodes bezeichnet man die Erkrankung, weil tatsächlich alle Systeme im Körper durch chronische Entzündungsvorgänge geschädigt werden können. Dies geschieht vor allem dann, wenn man die Erkrankung an SLE nicht rechtzeitig diagnostiziert und therapiert. Man rechnet den systemischen Lupus erythematodes zu den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen.

Bei SLE werden vor allem die Zellkerne angegriffen, in denen das Erbgut enthalten ist. Ob der Lupus erythematodes aus erblichen oder hormonellen Gründen oder aufgrund einer Infektion entsteht, weiß man noch nicht. Die Tatsache, dass häufiger Frauen betroffen sind, macht hormonelle Mitverursacher für SLE wahrscheinlich. In machen Fällen trat ein Lupus nach der Einnahme eines Verhütungsmittels auf. Erbliche Gründe für einen Lupus erythematodes sind ebenfalls möglich.

Lupus erythematodes tritt nämlich bei Zwillingen und in manchen Familien gehäuft auf. Der Zusammenhang zwischen Lupus erythematodes und überstandenen Infektionserkrankungen wird ebenfalls als mögliche Ursache für SLE untersucht. Wahrscheinlich ist die Verursachung des systemischen Lupus von zahlreichen Faktoren abhängig.

Symptome

Krankheitsverlauf

Beim Lupus richtet sich das körpereigene Immunsystem gegen den Organismus des Betroffenen. Die in Folge dieser Erkrankung entstehenden Antikörper können im ganzen Körper Entzündungsreaktionen auslösen. Dieser Umstand kann den Lupus lebensgefährlich machen. Dank einer Erkrankung an Lupus können sogar ganze Organsysteme geschädigt werden.

Der systemische Lupus erythematodes kann in seinem Verlauf chronische Entzündungen verschiedenster Organe, Gelenke oder des Bindegewebes hervorrufen. Der Krankheitsverlauf kann leicht, mittelschwer oder dramatisch sein. Ein Lupus erythematodes kann sogar zum Tod führen, wenn er nicht behandelt wird. Dies gilt auch, wenn die Behandlung nicht anschlägt oder zu Komplikationen führt.

Dank guter medizinischer Versorgung kann ein systemischer Lupus heute in 90 Prozent der Fälle überlebt werden. Man beobachtet allerdings seit Jahren eine Zunahme von Lupus. Zu den am häufigsten betroffenen Patienten mit Lupus erythematodes zählen Frauen.

Komplikationen

Der systemische Lupus erythematodes kann Komplikationen im ganzen Körper hervorrufen – vor allem bei Entzündungen des Gehirns oder der Nieren sind schwerwiegende Folgen möglich. Es kann etwa zu einem chronischen Nierenversagen kommen, in dessen Folge der Patient an eine Dialyse-Maschine angeschlossen werden muss. Bei einer Entzündung des Gehirns können neurologische Beschwerden auftreten – etwa Gangstörungen oder sonstige Ausfallerscheinungen.

Das Antipholipidsyndrom kann im weiteren Verlauf zu einer Aktivierung des Blutgerinnungssystems führen. Dadurch besteht eine erhöhte Gefahr für Thrombosen, Embolien oder arteriellen Gefäßverschlüsse. Sind schwangere Frauen betroffen, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Ähnliche Komplikationen können beim systemischen Lupus erythematodes auftreten.

Ein medikamenteninduzierter Lupus erythematodes geht mit einem Befall der Gelenke, des Rippenfells und gelegentlich auch des Herzbeutels einher. Nach dem Absetzen des auslösenden Medikaments verschwinden die Beschwerden im Normalfall wieder. Die Therapie der Erkrankung birgt ebenfalls Risiken.

Die verordneten Antimalariamittel sind immer mit Neben- und Wechselwirkungen verbunden. Typischerweise treten Kopf- und Gliederschmerzen sowie vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden auf. Bei längerer Einnahme steigt das Risiko einer Netzhautschädigung. Ähnliche Risiken gehen von Schmerzmitteln, Cholesterinsenkern und anderen Präparaten aus.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines systemischen Lupus erythematodes wird in der Regel vom Rheumatologen übernommen. Durch gründliche Anamnese, Blutuntersuchungen und eine klinische Untersuchung kann der Verdacht auf Lupus sich bestätigen.

Die Therapie eines systemischen Lupus Erithematodes wird hauptsächlich mit das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten vorgenommen. Lupus erithematodes wird deshalb häufig mit Kortisonpräparaten therapiert.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Lupus erythematodes ist faktisch nicht möglich. Um einen Lupus erythematodes zu verhindern, kann man bestenfalls starke UV-Strahlung meiden. Leidet man bereits an sytemischem Lupus erythematodes, sollte man Sonneneinstrahlung und lange Sonnenbäder meiden.

Bücher über Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Steffen, H.-M. et al.: Internistische Differenzialdiagnostik. Schattauer, Stuttgart 2008

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