Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Beim Non-Hodgkin-Lymphom, kurz auch NHL genannt, handelt es sich um eine seltene Krebserkrankung des Gewebes, aus dem unter anderem die Lymphknoten bestehen bzw. das sie umgibt. Die Ursachen für die Krankheit sind noch nicht genau geklärt. Da sie mit sehr unterschiedlicher Ausprägung auftreten kann, sind Prognose und Therapie immer vom individuellen Fall abhängig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Unter dem Non-Hodgkin-Lymphom verstehen Mediziner bösartige Tumore der sogenannten lymphatischen Zellen. Diese sind an verschiedenen Stellen im Körper unter anderem in den Lymphknoten und deren unmittelbarer Umgebung vorhanden.

Lymphatische Zellen finden sich aber auch im Magen-Darm-Trakt oder etwa im Rachen. Sie sind für das Immunsystem des Körpers verantwortlich. Kann bei einer bösartigen Erkrankung dieser Zellen nicht das bekannte Hodgkin-Lymphom festgestellt werden, handelt es sich automatisch um ein Non-Hodgkin-Lymphom.

Beide bezeichnen aber gleichermaßen bösartige Tumore. Non-Hodgkin-Lymphome werden unterteilt in nodal (direkt von den Lymphknoten ausgehend) und extranodal (nicht von den Lymphknoten ausgehend). Nach dem ersten lokalen Auftreten des Tumors breiten sich die Krebszellen über die Blutbahnen weiter aus.

Ursachen

Die genauen Ursachen für das Non-Hodgkin-Lymphom sind noch nicht eindeutig geklärt. Es existieren aber diverse Risikofaktoren, die Experten zufolge die Wahrscheinlichkeit einer NHL-Erkrankung erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Infektionen mit bestimmten Viren, wie zum Beispiel dem Epstein-Barr-Virus oder auch dem HI-Virus.

Auch eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut nach einer bakteriellen Infektion kann zu einem erhöhten NHL-Risiko führen. Schädigungen des Erbguts etwa durch radioaktive Einwirkung, ständiger Kontakt mit bestimmten chemischen Mitteln und auch langjähriges Rauchen können zur Entstehung der Erkrankung beitragen, ebenso wie das Ansteigen des Lebensalters. Die meisten NHL-Patienten sind 70 Jahre oder älter.

Typische Symptome & Anzeichen

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbaus von Lymphknoten. Klicken, um zu vergrößern.

Diagnose & Verlauf

Die Lymphknoten werden vom Arzt meist routinemäßig auf diverse Erkrankungen untersucht.

Ein Non-Hodgkin-Lymphom wird in den meisten Fällen anhand geschwollener Lymphknoten diagnostiziert. Eine Gewebeprobe gibt dem behandelnden Arzt zuverlässig Auskunft über das Vorliegen der Erkrankung. Daraufhin wird im Rahmen einer umfassenden körperlichen Untersuchung festgestellt, wie weit diese bereits fortgeschritten ist.

Dazu gehört eine Blutuntersuchung, ebenso wie Röntgen und Ultraschall. Wie die Krankheit im Einzelnen verläuft, hängt zum Großteil davon ab, wie bösartig der Tumor tatsächlich ist. Bleibt NHL unbehandelt, breitet sich die Erkrankung über das Blut im ganzen Körper aus und führt letztendlich zum Tod des Patienten. Die Lebenserwartung liegt bei einem ungünstigen Verlauf und einem sogenannten hochmalignen Tumor nur bei wenigen Monaten.

Komplikationen

Durch das Non-Hodgkin-Lymphom können verschiedene Komplikationen auftreten. Sie zeigen sich entweder direkt durch die Krebserkrankung oder sind Nebenwirkungen der therapeutischen Maßnahmen. Welche erkrankungsbedingten Folgeerscheinungen durch das Non-Hodgkin-Lymphom entstehen, richtet sich nach der Ausbreitung der Krankheit und welche Körperbereiche von ihr in Mitleidenschaft gezogen werden.

So hängt es von Größe und Lage des Hodgkin-Lymphoms ab, wie groß der Druck auf die angrenzenden Strukturen sowie deren Funktionen ausfällt. Nicht selten sind bei einem Non-Hodgkin-Lymphom Komplikationen durch die Behandlung der Krebserkrankung zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um die Begleiterscheinungen von Chemotherapie und Strahlentherapie.

So wird dadurch das Risiko erhöht, dass sich im weiteren Verlauf aus dem Hodgkin-Lymphom eine Leukämie entwickelt. Sie zeigt sich in der Regel etwa zehn Jahre nach Beginn der Behandlung. Aufgrund einer Strahlentherapie kann es zu Lungenkrebs, Brustkrebs oder Hautkrebs kommen.

Eine Strahlentherapie ruft nicht selten Nebenwirkungen hervor, die schon kurz nach der Behandlung auftreten. Dazu gehören Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Erbrechen, Haarausfall sowie Reizungen der Haut. Als eventuelle Spätfolge sind eine Lungenentzündung, Herzentzündung, Unfruchtbarkeit oder eine Unterfunktion der Schilddrüse möglich.

Neben der Strahlentherapie kann aber auch eine Chemotherapie des Non-Hodgkin-Lymphoms Komplikationen auslösen. Besonders betroffen davon ist Gewebe mit einem raschen Zellumsatz wie Haut, Schleimhaut und Knochenmark. Bemerkbar macht sich dies durch Übelkeit, Erbrechen und kompletten Haarausfall.

Behandlung & Therapie

Nach einer erfolgten NHL-Diagnose kann der behandelnde Arzt eine angemessene Behandlung einleiten. Wie genau diese aussieht, hängt von der genauen Art der Erkrankung und ihrer Fortgeschrittenheit ab. Diagnostiziert der Arzt eine Form von NHL, die nicht aggressiv ist und auch langsam fortschreitet, kann es sein, dass zunächst keine Therapie notwendig ist, sofern der Patient keine Beschwerden hat.

Eine regelmäßige Überwachung des Gesundheitszustands ist aber unbedingt anzuraten, da sich dieser schnell ändern kann und dann doch eine Behandlung begonnen werden muss. Eine sehr bösartige NHL-Erkrankung kann unter anderem mit einer Chemotherapie gekoppelt und mit einer sogenannten Antikörpertherapie behandelt werden. Bei letzterer sollen Antikörper dem Immunsystem helfen, die Krebszellen zu zerstören.

Unterstützend kann auch eine Radioimmuntherapie durchgeführt werden. Ist der Tumor lokal begrenzt, ist es unter Umständen möglich, ihn operativ zu entfernen, bevor sich die Krebszellen weiter ausbreiten. Meist muss aber hier eine Chemotherapie oder alternativ auch eine Strahlentherapie stattfinden, um den Krebs vollständig zu entfernen.

Auch im Fall einer Heilung sollte regelmäßig eine umfassende Nachsorge durchgeführt werden, um einen Rückfall zu verhindern. Das Non-Hodgkin-Lymphom tendiert dazu, auch nach einer ausführlichen Therapie erneut aufzutreten.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für das Non-Hodgkin-Lymphom noch nicht vollständig geklärt und die Ursachen vielfältig, ist ein Vorbeugen im eigentlichen Sinne nicht möglich. Risikofaktoren wie Rauchen können aber durch eine Umstellung der Lebensweise minimiert werden. Werden erste Anzeichen einer NHL-Erkrankung, wie zum Beispiel geschwollene Lymphknoten festgestellt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Je früher die Krankheit erkannt wird, umso günstiger fällt die Prognose aus.

Bücher über Non-Hodgkin-Lymphome

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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