Nachtschweiß (nächtliches Schwitzen)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Nachtschweiß oder nächtliches Schwitzen kann einen Krankheitswert haben, muss aber nicht. Die Wechseljahre, hoher Blutdruck, Diabetes oder akute Erkältungen können ebenso zu Nachtschweiß führen wie eine erbliche Veranlagung, Stress oder ein überheiztes Schlafzimmer. Ob nächtliches Schwitzen auf eine Krankheit hinweist, muss im Einzelfall abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nachtschweiß?

Unter Nachtschweiß oder nächtlichem Schwitzen versteht man entweder akute Hitzewallungen oder jede Nacht klatschnass und durchgeschwitzt aufzuwachen.

Beides kann natürliche Ursachen haben. Ungewöhnlich viel Nachtschweiß oder übermäßiges nächtliches Schwitzen kann aber auch auf Hormone, einen gestörten Stoffwechsel, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen zurückzuführen sein.

Nachtschweiß selbst ist abzugrenzen vom normalen nächtlichen Transpirieren oder dem täglichen Schwitzen. Er zeichnet sich lediglich durch seine Quantität in der Nacht aus.

Ursachen

Die Ursachen für Nachtschweiß sind meist harmloser Natur. Nächtliches Schwitzen ist ganz normal. Der Körper kühlt sich im Sommer wie im Winter durch nächtliches Schwitzen ab. Fakt ist aber auch, dass übermäßiger Nachtschweiß oder nächtliches Schwitzen bei akuten Erkrankungen lästig ist.

Als Folge verschiedener Medikamente kann vermehrt Nachtschweiß oder nächtliches Schwitzen eintreten. Vor allem Antidepressiva, Neuroleptika, Fiebersenker, Diabetesmedikamente oder Mittel gegen Asthma können verstärkt zu Nachtschweiß führen. Nächtliches Schwitzen kann aber auch hormonell bedingt sein. Durch die Wechseljahre oder gewisse Tumore kann es zu Nachtschweiß oder nächtlichem Schwitzen kommen.

Bekannt ist, dass akute Erkältungserkrankungen, Grippe und Tuberkulose zu Nachtschweiß führen. Dies ist auf eine verstärkte Arbeit des Immunsystems oder auf Fieberschübe zurückzuführen. Auch Entzündungen können Nachtschweiß und nächtliches Schwitzen beeinflussen.

Rheumatische oder infektöse Herzinnenhautentzündungen ziehen unweigerlich Nachtschweiß oder nächtliches Schwitzen nach sich. Malaria und Tuberkulose sowie eine HIV-Infektion führen bekanntermaßen ebenfalls zu Nachtschweiß.

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Diagnose & Verlauf

Die Wechseljahre, hoher Blutdruck, Diabetes oder akute Erkältungen können ebenso zu Nachtschweiß führen wie eine erbliche Veranlagung, Stress oder ein überheiztes Schlafzimmer.

Diagnose und Verlauf bei Nachtschweiß oder nächtlichem Schwitzen hängen immer von der Grundursache ab. Hat diese keinen Krankheitswert, kann man den Verlauf nur über dünnere Bettdecken, eine niedrig eingestellte Heizungstemperatur oder luftigere Bettbekleidung regeln.

Eine diagnostische Abklärung ist vor allem bei Fieber, akuten entzündlichen Prozessen mit weiteren Symptomen und plötzlich auftretendem Nachtschweiß anzuraten. Kann man sich den Nachtschweiß und das plötzliche Schwitzen nicht erklären, sollte man zum Arzt gehen. Er wird in der Gesamtanamnese feststellen können, was den Nachtschweiß verursacht.

Der weitere Verlauf bei Nachtschweiß und nächtlichem Schwitzen hängt dann von der Behandlung der Grunderkrankung ab. Je nach vorliegender Grunderkrankung gehört die Therapie bei Nachtschweiß in die Hände eines Facharztes für innere Medizin, für Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen, für Nervenerkrankungen oder eines Hämatologen bzw. Onkologen.

Komplikationen

Nicht immer hat Nachtschweiß harmlose Ursachen. Hinter dem Symptom können sich verschiedenste Krankheiten verbergen, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Direkte Komplikationen können durch eine mögliche Dehydration und einen Nährstoffmangel in Folge der nächtlichen Schweißausbrüche auftreten.

Auch Erkältungskrankheiten sowie Herz- und Kreislauferkrankungen können im Verlauf der Erkrankung auftreten. Bei Nichtbehandlung kann es in seltenen Fällen zu einer Lungenentzündung oder gar einem Herzinfarkt kommen. Tritt der Nachtschweiß in Folge eines Wundstarrkrampfs (Tetanus) oder einer Pilzvergiftung auf, kann es in der Folge zu Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen sowie im weiteren Verlauf zu einer Blutvergiftung und zum Tod des Patienten kommen.

Ist die Ursache eine Blinddarmentzündung, droht der Blinddarmdurchbruch, einhergehend mit Schüttelfrost, starker Übelkeit Schmerzen in der Magengegend. In den allermeisten Fällen führt Nachtschweiß zu weniger schwerwiegenden Komplikationen wie leichtem Unwohlsein am Morgen und Abgeschlagenheit in Folge des unruhigen Nachtschlafs.

Die Behandlung selbst – meist diätische oder medikamentöse Maßnahmen – läuft zumeist ohne Komplikationen ab. In wenigen Fällen können sich die Symptome verschlimmern, bis die Therapie auf die Grunderkrankung eingestellt ist, danach sollte der Nachtschweiß ohne langfristige Folgen abklingen. Mögliche Komplikationen sollten von einem Arzt abgeklärt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nachtschweiß ist normalerweise harmlos und lässt sich durch einfache Maßnahmen lindern. Bleiben die Beschwerden aber bestehen oder nehmen im Verlauf sogar noch zu, sollte ein Arzt konsultiert werden. Womöglich liegt ein schweres Grundleiden vor, das abgeklärt und behandelt werden muss. Kommt es begleitend zu Mundtrockenheit, Halsschmerzen und Husten, deutet dies auf eine ernste Ursache hin, die einer medizinischer Abklärung bedarf. Hormonelle Probleme hängen häufig mit einer Störung der Schilddrüse zusammen, die umgehend behandelt werden muss.

Selten liegt dem Nachtschweiß auch ein Tumor zugrunde, der ebenfalls schnellstmöglich diagnostiziert und entfernt werden sollte, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Nachtschweiß, der mit einem intensiven Traumerleben oder einem unruhigen Schlaf verbunden ist, deutet auf emotionalen Stress hin, der gemeinsam mit einem Therapeuten aufgearbeitet werden sollte. Alkoholkranke Menschen, die unter intensivem Nachtschweiß leiden, sollten ebenfalls einen Arzt aufsuchen, um die Sucht zu diagnostizieren und weitere Organschäden zu verhindern. Bei Säuglingen, Kindern und Menschen mit einer Immunschwäche oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sollte Nachtschweiß in jedem Fall vom Hausarzt untersucht werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Nachtschweiß muss sich nach den Ursachen richten. Sind die Schlafbedingungen Auslöser für nächtliches Schwitzen, muss man sie verbessern. Ernährung und Trinkgewohnheiten können ebenfalls zu Nachtschweiß führen. Hier muss man scharfe Gewürze und Alkohol ins Visier nehmen.

Wenn Medikamente oder Infektionskrankheiten, Viren oder Hormone zu Nachtschweiß führen, kann die Behandlung medikamentös sein. Ist die Schilddrüsenfunktion gestört, muss man sie ebenfalls medikamentös ausgleichen. Auch nächtliches Schwitzen in Folge der Wechseljahre kann abgemildert werden.

Bei Nachtschweiß in Folge von Autoimmunerkrankungen, neurologischen Erkrankungen, Diabetes, Rheumaerkrankungen, bestimmten Gefäßentzündungen oder Krebserkrankungen sind verschiedene Therapien sinnvoll. Medikamente und Operationen können nötig werden.

Ist die Psyche für nächtliches Schwitzen verantwortlich, helfen Entspannungstherapien und Anti-Stresstraining. Bei idiopathischem Nachtschweiß ist die Ursache unklar. Hier kann man sein nächtliches Schwitzen nur schwer bekämpfen, weil die Schweißdrüsen zu aktiv sind. Dem Nachtschweiß kann man in solchen Fällen nur mit Maßnahmen begegnen, die allgemeiner Natur sind.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen zu viel nächtliches Schwitzen kann man über eine bessere Temperaturregelung im Schlafraum erreichen. Synthetische Materialien begünstigen Nachtschweiß. Vor allem in den Wechseljahren sollte man nur Kleidungsstücke und Bettzeug benutzen, die keine synthetischen Fasern enthalten.

Da man sich bei übermäßigem Nachtschweiß leicht erkältet, ist eine ideale Körpertemperatur anzustreben. Überheizte Räume sind ebenso gefährlich wie zu kühle. Die allgemeine Lebenshaltung sollte gesund sein. Man kann durchaus mit vitalstoffreicher Ernährung, gutem Stressmanagement und einem ausgeglichenen Leben Nachtschweiß vorbeugen.

Wichtig ist, nächtliches Schwitzen als Folge von Erkältungen und Infektionen durch Abhärtung und Immuntraining vorzubeugen. Viele Erkrankungen, die Nachtschweiß begünstigen, kann man im Vorfeld verhindern.

Das können Sie selbst tun

Nachtschweiß bedarf nicht immer einer ärztlichen Behandlung. Verschiedene Hausmittel und Maßnahmen können nächtliche Schweißausbrüche lindern und die ärztliche Therapie unterstützen. Oftmals hilft es bereits, die Temperatur im Schlafzimmer anzupassen – ideal sind zwischen 17 und 19 Grad – und beim Schlafen leichte Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen zu tragen.

Vor dem Schlafengehen hilft Entspannung, etwa durch ein gutes Buch, beruhigende Musik oder ein heißes Bad mit Salbei, Lavendel oder Kamille. Tagsüber kann das Risiko für nächtliche Schweißausbrüche durch ausreichend Bewegung an der frischen Luft und einen generell ausgeglichenen Alltag reduziert werden. Außerdem sollte über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit konsumiert werden – wer krank ist, sollte die empfohlenen Mengen zuvor mit seinem Hausarzt abklären.

Durch den Verzicht auf scharfe oder fette Speisen kann Nachtschweiß ebenfalls reduziert werden. Koffeinhaltige und alkoholhaltige Getränke sollten gemieden werden. Nachtschweiß in Folge von Nikotin- oder Alkoholentzug kann durch Entspannung gelindert werden und verschwindet meist nach wenigen Nächten von alleine wieder. Wer regelmäßig von Nachtschweiß betroffen ist, gegen das erwähnte Maßnahmen nicht helfen, sollte ärztlichen Rat einholen.

Bücher über Schwitzen & Schweißausbrüche

Quellen

  • Battegay, E.: Siegenthalers Differenzialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
  • Buchta, M., Höper, D.W., Sönnichsen, A.: Das Hammerexamen. Urban & Fischer, München 2008

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