Nervenleiden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. März 2017
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Als Nervenleiden werden Störungen der Psyche bezeichnet, die in der Regel keine körperlichen Ursachen haben. Jedoch können Nervenleiden auch im Zusammenhang mit Erkrankungen auftreten, die durch ihre Symptomatik psychische Störungen auslösen können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nervenleiden

Als Nervenleiden gelten allgemein neben diversen psychischen Störungen auch spezielle Formen, wie die Neurose und die Psychose. Sie werden umgangssprachlich oft auch als Geisteskrankheit oder Psychokrankheit bezeichnet. Der Begriff Nervenleiden wird daher als Sammelbegriff für viele Formen von psychischen Störungen bezeichnet. Dazu können auch extreme Formen der Nervosität und der inneren Unruhe gehören.

Im Gegensatz zu einer Neurose, bei der keine körperlichen Ursachen vorhanden sind, ist eine Psychose jedoch oft an körperliche Disfunktionen gekoppelt. Grob kann man sagen, dass bei Neurosen Angst- und Zwangsstörungen typisch sind, während Psychosen durch gestörte Realitätswahrnehmung ausgezeichnet sind.

Ein zusätzlicher Unterschied zwischen einer Psychose und einer Neurose ist, dass Patienten, mit neurotischen Zügen, sich ihres Nervenleidens bewusst sind, wohingegen sich ein Psychotiker für gesund hält.

Ursachen

Zumeist sind die Ursachen für Nervenleiden seelischer bzw. psychischer Natur. Besonders wenn die Ursachen durch starke Nervosität, innere Unruhe, Angst, Angststörung, Hysterie, Stress, Hypochondrie oder Zwänge hevorgerufen werden, spricht man häufig von Neurosen (z.B. Angstneurose, Herzneurose). Nervenleiden können aber auch aufgrund von langanhaltender Trauer (z.B. bei einem Todesfall oder Liebeskummer) ausgelöst werden.

Wenn auch mittlerweile veraltet hat besonders Sigmund Freud verschiedenste Theorien zu den Ursachen von Nervenleiden geliefert. Er führt die seelischen Störungen vor allem auf unterdrückte Ängste, frühkindliche Entwicklungsstörungen und sexuelle Probleme als Ursachen zurück. Besonders die Verarbeitung der Psyche im Unterbewusstsein soll nach Freud eine essentielle Bedeutung haben.

Nervenleiden können aber auch im Rahmen von Erkrankungen auftreten. Dabei können bestimmte Giftstoffe (z.B. Toxine) und Viren im Körper für Veränderungen der Nervenfasern bzw. Nervenzellen sorgen, die dann in der Folge nachhaltig Nervenleiden auslösen können.

Krankheiten

Komplikationen

Nervenleiden führen zu schweren zwischenmenschlichen Komplikationen. Der Betroffene leidet unter Stimmungsschwankungen, einer Gereiztheit und häufig kommt es zu einem aggressiven Verhalten. Missverständnisse, Konflikte und Streitereien treten auf. In schweren Fällen kommt es zu Trennungen von liebgewonnen Menschen. Das führt zu einer weiteren Verminderung der Lebensfreude.

Trauer über den Verlust stellt sich ein. Apathie, Appetitlosigkeit oder eine melancholische Stimmung sind die Folgen. In einigen Fällen schlägt das Verhalten komplett um. Aus einer Zurückgezogenheit wird Wut. Eine Maßlosigkeit kann sich zu einem weinerlichen Verhalten entwickeln. Es ist nicht im Vorfeld zu sagen, welche Emotionen oder welches Verhalten von dem Betroffenen durch das Leiden ausgelöst werden.

Kommt es zu einer Behandlung des Nervenleidens, werden häufig Medikamente gegeben. Diese haben Nebenwirkungen, die ebenfalls eine Verhaltens- und Gemütsveränderung auslösen. Während einer Therapie beschäftigt sich der Betroffene oft mit Themen und Ereignissen seines Lebens. Sehnsüchte, emotionale Verletzungen oder Traumata können aufgedeckt werden und zu weiteren Gefühlsschwankungen oder Launenhaftigkeit führen.

In einigen Fällen kommt es zu einer Berufsunfähigkeit, dem sozialen Rückzug oder einer Isolation. Weitere psychische Erkrankungen können sich entwickeln, die parallel behandelt werden. In schweren Fällen tritt ein Nervenzusammenbruch ein. Der Patient wird zu seiner eigenen Sicherheit für einige Zeit stationär behandelt.

Behandlung

Nervenleiden sollten unbedingt vom Arzt bzw. Facharzt (Psychologe) untersucht und behandelt werden. Der Arzt wird dabei viele Fragen zu den Umständen stellen und auch Tests zur genauen Ursachenfindung durchführen. Da die Ursachen für Nervenleiden so mannigfaltig sein können, sind auch die Therapie- bzw. Behandlungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Zumeist wird der Allgemeinarzt sie an einen Psychologen oder Psychotherapeuthen weiter vermitteln. Dieser wird dann speziell auf ihren Fall ausgerichtete Therapien einleiten. Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung werden zumeist in der Psychotherapie erfolgreich eingesetzt.

Von Medikamenten sei zunächst abgeraten. Der behandelnde Arzt wird jedoch bei Bedarf auch Psychopharmaka (z.B. Antidepressiva, Neuroleptika oder Psychostimulantien) einsetzen. Vorzuziehen sind jedoch zunächst pflanzliche Mittel, wie Baldrian, Melisse und Hopfen.

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Hausmittel & Kräuter gegen Nervenleiden

Giftstoffe und Viren im Körper können für Veränderungen der Nervenzellen sorgen.
  • Tees und Bäder aus Melisse und Hopfen beruhigen die Nerven und stabilisieren die Stimmung. Auch bei Schlafstörungen sind sie hervorragend geeignet.
  • 10 Tropfen Baldriantinktur zur Nacht in einem lauwarmen Glas Wasser aufgelöst, beruhigt Geist, Seele und Körper auf Dauer. Allerdings kann der beruhigende Effekte auch bis zu zwei Wochen dauern. Dafür hält er aber auch länger an.

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Quellen

  • Gleixner, C., Müller, M., Wirth, S.: Neurologie und Psychiatrie. Für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2013
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Rudolf, G.: Psychodynamische Psychotherapie. Schattauer, Stuttgart 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Conny kommentierte am 06.09.2015 um 14:33 Uhr

Ich brauche dringend Ihre Hilfe.
Ich habe seit dem Kindesalter innere Unruhe. Ich kann nicht einmal eine halbe Stunde ruhig sitzen. Ich fange dann an mit den Füßen zu zappeln, was bei Veranstaltungen oder Kinobesuchen sehr störend ist. Ebenso stört es mich, und dies ist das größte Problem, dass ich nicht ohne Zappeln einschlafen kann. Ich bin 51 Jahre alt und es ist nervlich nicht mehr zu ertragen.
Bitte helfen Sie mir, sagen Sie mir bitte an welchen Facharzt ich mich wenden soll.

Conny

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