Schizophrenie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, welche die Persönlichkeit des Erkrankten komplett beeinflusst. Oftmals haben die Betroffenen ein gestörtes Realitätsverhältnis, welches sich beispielsweise durch Wahnvorstellungen und Halluzinationen äußert. Meist tritt die Schizophrenie erstmals in den Jahren zwischen Pubertät und maximal 35 Jahren auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schizophrenie?

Schizophrenie ist eine psychische Störung, die alle Wahrnehmungen des Erkrankten betrifft. Sowohl die innere, als auch die äußere Wahrnehmung verändern sich zum Teil erheblich. Davon betroffen sind Gefühlsleben und Denken des Erkrankten. Auch der Antrieb und die Motorik verändern sich.

Die Schizophrenie tritt meist in Schüben auf. Ein Krankheitsschub wird auch Psychose genannt. Dabei können die Betroffen den Bezug zur Realität komplett verlieren. Die Psychiatrie unterscheidet je nach den Symptomen verschiedene Formen der Schizophrenie. Bei einer Paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie treten Halluzinationen und Wahnvorstellungen auf.

Eine Katatone Schizophrenie wird von Symptomen in der Motorik geprägt. Ist hauptsächlich das Gefühlsleben gestört, handelt es sich um eine Hebephrene Schizophrenie. Bei Antriebsmangel, sozialem Rückzug und Gefühlsarmut spricht man von einer Residualen Schizophrenie.

Ursachen

Vermutlich spielen bei den Ursachen einer Schizophrenie verschiedene Faktoren eine Rolle. Es wird angenommen, dass eine genetische Veranlagung dabei der zentrale Faktor ist. Allerdings müssen noch andere Faktoren als Auslöser hinzukommen. Dieses können beispielsweise Stress, Drogenkonsum oder auch einschneidende Ereignisse im Leben sein.

Auch psychosoziale Faktoren könnten eine Ursache für eine Schizophrenie sein. Jedoch ist es bislang wissenschaftlich nicht bewiesen, dass Probleme in Familie, Partnerschaft oder Beruf ursächlich für den Ausbruch einer Schizophrenie verantwortlich sind. Biochemische Ursachen sind bislang noch nicht abschließend wissenschaftlich bewiesen. Jedoch wurde nachgewiesen, dass im Gehirn eines Schizophrenen die Andockstellen für Dopamin überempfindlich reagieren. Dopamin ist ein Botenstoff, der Nervenimpulse weitergibt.

Neuroanatomische Ursachen werden ebenfalls als Ursache der Schizophrenie vermutet. So wurde festgestellt, dass sich bei einigen Erkrankten eine erweiterte, mit Gehirnflüssigkeit gefüllte Kammer im Gehirn befindet. Darüber hinaus ist die Hirndurchblutung beim Vorliegen einer Schizophrenie verändert.

Typische Symptome

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf einer Schizophrenie ist bei jedem Betroffenen individuell verschieden. Bei vielen Erkrankten treten bereits Monate oder gar Jahre vor dem wirklichen Ausbruch der Schizophrenie erste Anzeichen auf. Jedoch weisen diese ersten Anzeichen noch nicht eindeutig auf die Schizophrenie hin.

So gehen die Betroffenen beispielsweise auf Distanz und ziehen sich zurück. Häufig sind sie depressiv und nehmen die Realität verzerrt wahr. Diese Vorstufe der Schizophrenie wird Prodromalphase genannt. Bricht die Schizophrenie akut aus, treten Halluzinationen, Wahnvorstellungen (z.B. Verfolgungswahn) und Ich-Störungen auf.

Darüber hinaus kommt es zu Denkstörungen, Gefühlsarmut und Antriebsschwäche. Jedoch sind die Ausprägung und die Kombination der Symptome bei jedem Patienten verschieden. Eine akute Phase kann wenige Wochen bis einige Monate andauern. Danach klingt sie wieder ab. Der Krankheitsverlauf einer Schizophrenie kann in Schüben ablaufen. Dabei kann es passieren, dass nach jedem erneuten Ausbruch ein Teil der Symptome auf Dauer bestehen bleibt. Dies nennt man Chronifizierung der Schizophrenie.

Komplikationen

Eine mögliche Komplikation der Schizophrenie besteht in der Verschlechterung der Symptome. Dies ist bei rund einem Drittel der Betroffenen der Fall, während jeweils ein weiteres Drittel eine Verbesserung oder keine signifikante Veränderung erlebt Viele Schizophrene leiden unter einer chronischen körperlichen Krankheit.

Neuroleptika beziehungsweise Antipsychotika sind Medikamente, die bei Schizophrenie zum Einsatz kommen können. Diese Psychopharmaka können ebenfalls Komplikationen hervorrufen. Einige Wirkstoffe aus der Gruppe der atypischen Antipsychotika scheinen das Risiko für Diabetes mellitus zu erhöhen. Andere Neuroleptika erhöhen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Betroffene ein Parkinsonoid entwickelt.

Ein Parkinsonoid ist ein medikamenteninduziertes Parkinson-Syndrom, das der neurodegenerativen Erkrankung ähnelt. Die Symptome gehen jedoch nicht wie bei Parkinson auf einen Schwund der Substantia nigra zurück, sondern auf die Einnahme eines Medikaments. Weitere potenzielle Nebenwirkungen von Antipsychotika umfassen Krampfanfälle, Bewegungsstörungen und/oder eine Zunahme es Körpergewichts.

Eine schwere, aber seltene Komplikation von Neuroleptika ist das maligne neuroleptische Syndrom, das bei 0,2 Prozent der Patienten auftritt, die Antipsychotika einnehmen. Typische Symptome umfassen unter anderem Fieber, Rigor und Bewusstseinstrübung. Das maligne neuroleptische Syndrom ist lebensbedrohlich und muss deshalb behandelt werden. Im Einzelfall wägt der behandelnde Arzt ab, ob Vorteile oder Risiken eines Medikaments für einen bestimmten Patienten überwiegen.

Komplikationen sind auch auf psychischer Ebene möglich. Jeder zweite Schizophrene leidet unter einer weiteren psychischen Krankheit. Die häufigsten Komorbiditäten sind Angststörungen, affektive Störungen und Störungen durch psychotrope Substanzen.

Behandlung und Therapie

Da für die Entstehung einer Schizophrenie viele unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein können, wird bei der Behandlung eine mehrdimensionale Therapie angewandt. Sie besteht aus der Behandlung der Patienten mit Psychopharmaka, einer Psychotherapie und einer Soziotherapie. Im Bereich der Psychotherapie wird teilweise eine unterstützende Psychotherapie angewandt.

Diese Therapie gibt den Betroffenen Unterstützung im Umgang mit ihrer Krankheit. Darüber hinaus werden alle Methoden der Verhaltenstherapie angewandt. Die Therapie richtet sich immer nach dem individuellen Krankheitsbild des Patienten. Eine Soziotherapie unterstützt den Betroffen bei allen Fähigkeiten, die für das alltägliche Leben wichtig sind. Soziotherapien können zum Beispiel Arbeits- oder Beschäftigungstherapien sein.

Aber auch Rehabilitationsangebote gehören unter Umständen zu einer Soziotherapie. Die Behandlung einer Schizophrenie beginnt normalerweise mit einer stationären Behandlung in einer Klinik. Danach erfolgt die Behandlung in einer Tagesklinik. Meist wechselt der Patient anschließend in eine therapeutisch begleitete Wohngemeinschaft, in der er trotz Schizophrenie ein selbständiges Leben führen kann.

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Vorbeugung

Da bei einer Schizophrenie erbliche Faktoren eine große Rolle spielen, ist eine generelle Vorbeugung gegen die Erkrankung nicht möglich. Liegt jedoch eine erbliche Vorbelastung vor, wird geraten, jeglichen Stress zu vermeiden und auf Drogenkonsum zu verzichten, da diese Faktoren einen Ausbruch der Schizophrenie begünstigen können.

Bücher über Schizophrenie

Quellen

  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Morschitzky, H.: Angststörungen – Diagnostik, Konzepte, Therapie, Selbsthilfe. Springer, Wien 2009
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015

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