Psychopharmaka

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Psychopharmaka sind eine Gruppe von Medikamenten, die auf die Psyche des Menschen einwirken. Sie werden deshalb zur Behandlung von Symptomen eingesetzt, die im Rahmen von psychischen Störungen und neurologischen Auffälligkeiten auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Psychopharmaka?

Bei Psychopharmaka steht eine symptomatische Wirkung im Vordergrund: Sie ändern nichts an den Ursachen einer psychischen oder neurologischen Störung, sondern gehen lediglich gegen deren Manifestationen und Begleiterscheinungen vor.

Die Gruppe der Psychopharmaka umfasst alle Stoffe, deren Wirkung auf die Psyche des Menschen abzielt, also auf sein Erleben und Verhalten. Die Einteilung geschieht anhand der Effekte des jeweiligen Stoffes, also folgendermaßen: Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen), Neuroleptika (bei Psychosen), Tranquillanzien (gegen extreme Angstzuständen), Phasenprophylaktika (zur Vorbeugung akuter Phasen), Psychostimulantien (zur Anregung), Halluzinogene (meist Rauschmittel), Antidementiva (Psychopharmaka zur Linderung bei Demenz).

Diese Einteilung schließt Genussmittel wie Alkohol ein. Im engeren Sinne sind Psychopharmaka jedoch Arzneimittel, die gezielt zur Heilung oder Linderung einer Krankheit bzw. Störung eingesetzt werden.

Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Psychopharmaka werden häufig zur Unterstützung einer psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt. Da die Wechselwirkungen zwischen (bio-)chemischen Prozessen im menschlichen Körper sehr komplex sind, können Psychopharmaka in der Regel lediglich eine diffuse Wirkung erzielen: Sie allein können keine psychische oder neurologische Störung heilen.

Allerdings können Psychopharmaka die Symptome der eigentlichen Krankheit lindern oder vorübergehend abstellen; dadurch schaffen sie oft die Voraussetzungen, die für die eigentliche Behandlung notwendig sind. Die Behandlung der psychischen oder neurologischen Störung geht jedoch über die bloße Verabreichung von Psychopharmaka hinaus. Die Medikamente können sowohl ambulant als auch stationär verabreicht werden. Insbesondere bei der ambulanten Behandlung werden Psychopharmaka für gewöhnlich in Form von Tabletten eingenommen.

Prinzipiell ist jedoch jede Form der Verabreichung möglich. Psychopharmaka greifen in neuronale biochemische Prozesse ein und können beispielsweise Neurotransmitter hemmen oder deren Wirkung verstärken. Wenn ein Stoff direkt im Gehirn seine Wirkung entfalten soll, muss dieser jedoch in der Lage sein, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Deshalb enthalten Psychopharmaka oft Vorstufen eines bestimmten Neurotransmitters, der dann vom Körper selbst in den benötigten Stoff umgewandelt wird.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Psychopharmaka

Psychopharmaka werden zur Behandlung von Symptomen eingesetzt, die im Rahmen von psychischen Störungen und neurologischen Auffälligkeiten auftreten.

Pflanzliche Psychopharmaka enthalten (wie ihr Name bereits sagt) ausschließlich pflanzliche Bestandteile. Diese Mittel sind deutlich milder als zum Beispiel chemische Psychopharmaka, da die Konzentration des eigentlichen Wirkstoffes in einer Pflanze meist recht gering ist.

Aus diesem Grund ist die Effektivität pflanzlicher Psychopharmaka jedoch geringer – was allerdings auch für ihre Nebenwirkungen gilt. Deshalb eignen sich pflanzliche Psychopharmaka insbesondere bei leichten, chronischen Ausprägungen psychischer Störungen.

Auch die Homöopathie bietet ein breites Spektrum an Psychopharmaka. Wie alle homöopathischen Mittel sind sie jedoch umstritten, da sie den eigentlichen Wirkstoff nur in einer verschwindend geringen Konzentration enthalten.

Den größten Anteil an allen Psychopharmaka stellen die chemischen bzw. pharmazeutischen Psychopharmaka. Sie werden oft in großen Mengen hergestellt und sind dadurch preislich attraktiver. Zudem stellt die synthetische Herstellung sicher, dass die pharmazeutischen Psychopharmaka immer genau die selbe Konzentration des Wirkstoffes enthalten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Obwohl Psychopharmaka mit großer Sorgfalt hergestellt und getestet werden, haben sie wie alle Medikamente Risiken und Nebenwirkungen. Diese sind sehr vielfältig, da es sehr große Unterschiede zwischen einzelnen Präparaten gibt. Deshalb ist eine konkrete Aussage darüber nicht möglich.

Ein grundsätzliches Problem von Psychopharmaka ist allerdings ihre diffuse Wirkung: Sie wirken nicht nur dort, wo es erwünscht ist, sondern auch an anderen Orten. Bei einer sehr geringen Zahl von Präparaten sind tödliche Effekte nicht ausgeschlossen, beispielsweise bei Neuroleptika. Selbst bei diesen bewegt sich die Zahl solch extremer Risiken jedoch lediglich in einem Bereich von ca. 0,2 %.

Die beabsichtigte Wirkung vieler Psychopharmaka tritt nicht sofort ein, sondern erst nach mehreren Stunden, Tagen oder sogar Wochen. Innerhalb dieser Zeit können sie die Symptome allerdings sogar verstärken; dies ist zum Beispiel bei Antidepressiva der Fall.

Typische Nebenwirkungen von Psychopharmaka sind Libidoverlust, Gewichtszunahme, Appetitverlust oder -zunahme, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme sowie Müdigkeit oder innere Unruhe.

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