Sexualstörungen der Frau (Frigidität)

Letzte Aktualisierung am 24. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Sexuelle Störungen bei der Frau, auch Frigidität genannt, können zahlreiche Ursachen haben und müssen unbedingt behandelt werden, da sie in vielen Fällen von alleine nicht besser sondern schlimmer werden. Gründe für sexuelle Störungen gibt es zahlreiche.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sexualstörungen (Frigidität)?

Der Begriff Frigidität bezeichnet alle Störungen, die mit der Sexualität der Frau zusammenhängen. Frigidität bezeichnet eigentlich eine Gefühlskälte der Frau und kann sich in einer Blockade des sexuellen Verlangens oder in einer Geringfügigkeit von sexuellem Empfinden äußern.

Im Genauen ist das, die Minderung der Libido, eine Störung in der sexuellen Erregung und eine eingeschränkte Orgasmusfähigkeit. Oft treten bei Frigidität auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf.

In den seltensten Fällen handelt es sich dabei um körperliche Störungen. Sexuelle Störungen sind bei Frauen häufig zu finden, ohne dass bisher genaue Zahlen dazu bekannt sind.

Ursachen

Von Frigidität spricht man, wenn Probleme beim Geschlechtsverkehr über einen längeren Zeitraum anhalten. Ursachen können hormonelle Störungen sein, psychische Erkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörungen oder Depressionen.

Auch medikamentöse Nebenwirkungen können ursächlich sein. Die Gründe wenn Frauen noch nie in ihrem Leben positive sexuelle Erfahrungen sammeln konnten, können in der frühen Kindheit liegen, in sexuellem Missbrauch oder einer Erziehung, die sexualfeindlich war. Oft treten dann Ablehnung des eigenen Körpers und Ängste auf.

Manchmal leiden Frauen nach einer Entbindung an sexuellen Störungen, die sich auf der Veränderung der Lebenssituation oder auf Hormonumstellungen begründen. Dabei handelt es sich fast immer um vorübergehende Frigidität. Probleme aus dem Alltag können sich auf die geschlechtliche Beziehung übertragen, fehlende Kommunikation in Bezug auf sexuelle Bedürfnisse, Eintönigkeit in der Beziehung, und fehlende Zärtlichkeit können sich negativ auswirken.

Wenn Frauen sich damit abfinden, dass ihr Partner kein Einfühlungsvermögen zeigt, können sexuelle Störungen entstehen. An einer sexuellen Störung eines Partners sind immer beide Partner beteiligt. In dieser Erkenntnis liegt der erste Schritt zur Veränderung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Frigidität umfasst organische sexuelle Funktionsstörungen und psychische sexuelle Funktionsstörungen. Die Symptome sind entsprechend vielseitig. So wird bei ständiger sexueller Unlust von Appetenz gesprochen. Betroffene Frauen haben kaum sexuelle Bedürfnisse und Phantasien. Die Annäherungsversuche von möglichen Sexualpartnern werden abgewehrt und es kommt zu einem Vermeidungsverhalten.

Dabei sind die Empfindungen der betroffenen Frauen sehr unterschiedlich und reichen von Ekel bis Versagensangst. Es kann als Symptom der Frigidität auch zu sexuellen Funktionsstörungen kommen. Möglich ist etwa eine mangelnde körperliche Erregung trotz des Vorhandenseins sexueller Reize. Es kommt dann zu einer schlechten oder fehlenden Befeuchtung der Scheide und mitunter zu Schmerzen beim Akt. Auch dies befördert die sexuelle Unlust.

Auch kann die Sexualstörung der Frau sich erst beim Akt an sich zeigen. So ist es etwa möglich, dass es zu einem Scheidenkrampf kommt. Ein solcher Vaginismus kann sehr schmerzhaft sein. Auch nicht zu erklärende Schmerzen nach dem Verkehr sind möglich.

Die Symptome können auch ganz direkt das sexuelle Erleben der Frau beeinträchtigen. So kann es dazu kommen, dass sexuelle Reize gar nicht oder nicht als angenehm empfunden werden. Auch eine verminderte oder fehlende Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, ist möglich. Zuweilen kann ein Orgasmus zwar erlebt, aber nicht genossen werden.

Diagnose & Verlauf

Zu Beginn der Diagnose einer sexuellen Störung steht ein therapeutisches Gespräch. Besonders wichtig sind dabei die spontanen Äußerungen zu den Gefühlen der Frau. Daran sind bestehende Konflikte abzulesen. Nach erfolgtem Gespräch geschieht die Abgrenzung ob es sich um eine krankhafte Störung handelt oder ob nur die Erwartungen der Partner zu hoch liegen.

Berichtet die Frau über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, erfolgt eine körperliche Untersuchung um organische Ursachen auszuschließen. In einigen Fällen erledigt sich eine sexuelle Störung durch zunehmende sexuelle Erfahrung oder durch das Kennenlernen eines neuen Partners von selbst.

Liegt ein chronischer Verlauf vor, ist nach sexuellen Traumata oder weiteren körperlichen Ursachen zu forschen. In den meisten Fällen wird die Situation durch eine Paartherapie verbessert.

Komplikationen

Sexualstörungen der Frau können zu verschiedenen Komplikationen und Beschwerden führen. In erster Linie kommt es dabei in der Regel zu einer sexuellen Unlust und damit möglicherweise auch zu Spannungen und Problemen in der Beziehung zum eigenen Partner. Auch psychische Beschwerden, Depressionen oder eine allgemeine Gereiztheit können sich durch diese Störungen einstellen.

Weiterhin kann die Frau in vielen Fällen an Schmerzen während des Geschlechtsverkehres leiden, sodass sie auch keinen Orgasmus erreichen kann. Obwohl sich die Sexualstörungen der Frau nicht besonders negativ auf die Gesundheit auswirken, können sie die psychische Stabilität und die Lebenslust der Patientin erheblich verringern und einschränken.

Die Behandlung der Sexualstörungen der Frau richtet sich stark nach ihren Ursachen. Dabei können auch Medikamente oder Cremes verwendet werden, die die Schmerzen deutlich lindern. Allerdings sind in vielen Fällen auch psychologische Behandlungen oder eine Paartherapie notwendig, um diese Störungen zu bekämpfen.

Ob es dabei zu einem vollständig positiven Krankheitsverlauf kommt, kann in der Regel nicht vorausgesagt werden. Vor allem bei traumatischen Störungen kann ein langer Zeitraum vergehen, bis die Sexualstörungen der Frau behandelt wurden. Die Lebenserwartung der Patientin wird von der Störung in der Regel nicht verringert oder anderweitig beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Bringt die körperliche Untersuchung durch einen Gynäkologen keine Ergebnisse, muss eine Psychotherapie oder eine Paartherapie erfolgen um den Ursachen im seelischen und partnerschaftlichen Bereich auf den Grund zu gehen. Eine Therapie konzentriert sich auf die Ursachen von Seiten der Frau. Beratende Gespräche zum Thema Sexualität vermitteln grundlegende Informationen zum Geschlechtsverkehr, bauen Hemmungen ab und korrigieren falsche Vorstellungen.

Des weiteren wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers verändert, fehlerhafte sexuelle Verhaltensmuster werden verändert. In den meisten Fällen werden beide Partner therapiert auch wenn seelische Störungen nur bei einem Partner vorliegen. Sexuelle Wünsche und Vorstellungen werden erörtert, falsche Erwartungen korrigiert.

Auf körperlicher Ebene gibt es die Möglichkeit bei Vorliegen von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch Hormonpräparate die Menge der Scheidenflüssigkeit zu beeinflussen. Liegen der Störung traumatische Erfahrungen wie beispielsweise ein Missbrauch im Kindesalter zugrunde, wird oft in einer Einzeltherapie behandelt.

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Vorbeugung

Eine generelle Vorbeugung von sexuellen Störungen existiert nicht. Wer das Gefühl hat, dass in der Sexualität etwas nicht stimmt, sollte frühzeitig ein Gespräch mit seinem Partner suchen. Wer über unerfüllte Bedürfnisse schweigt, riskiert Erwartungsängste, die die Sexualität noch weiter blockieren. Wer sich intensiv und frei von Scham mit dem eigenen Körper und seinen Bedürfnissen auseinandersetzt, kann sexuellen Störungen entgegen wirken.

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015

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