Hypochondrie

Hypochondrie ist eine ernsthafte psychische Störung. Die Betroffen sind der festen Überzeugung, an einer schweren Erkrankung zu leiden, ohne dass dies durch eine ärztliche Diagnose bestätigt wurde. Die Betroffenen sind sich ihres Verhaltens meist sehr bewusst, können ihre Ängste aber dennoch nicht kontrollieren.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hypochondrie

Die psychische Störung Hypochondrie äußert sich in einer unbegründeten Angststörung vor Erkrankungen. An Hypochondrie erkrankte Menschen leiden an der Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden.

Sie können in der Regel genau benennen, vor welcher Krankheit sie sich ängstigen. Kann der Arzt die Befürchtung der Betroffenen nicht durch eine entsprechende Diagnose bestätigen, werden meist verschiedene Ärzte konsultiert. Patienten mit Hypochondrie glauben meist jedoch nicht den Untersuchungen und Ergebnissen der Ärzte.

Viele Menschen mit Hypochondrie sind sich ihres irrationalen Verhaltens durchaus bewusst, können es jedoch nicht kontrollieren. Oftmals besteht die Gefahr des sozialen Rückzugs und der Vereinsamung.

Ursachen für Hypochondrie

Bis heute ist noch nicht endgültig geklärt, welches die Ursachen für Hypochondrie sind. Man geht jedoch davon aus, dass soziale, psychische und biologische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung spielen. Generell sind Menschen, die an Hypochondrie leiden ängstliche und sehr vorsichtige Menschen.

Durch entsprechende erzieherische Einflüsse oder auch sehr schmerzhaft Ereignisse kann sich die angeborene Ängstlichkeit zur Hypochondrie entwickeln. Auch seelischer Stress scheint eine Rolle bei der Entstehung zu spielen.

Untersuchungen ergaben, dass bei Menschen mit Hypochondrie das limbische System überaktiv und leicht beeinflussbar ist. In diesem Hirnareal werden Gefühle verarbeitet und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Situationen gelenkt. Diese Entdeckung könnte der Beweis dafür sein, dass tatsächlich biologische Faktoren eine Rolle spielen.

Typische Symptome bei Hypochondrie

  • Angst an einer schlimmen Krankheiten zu leiden

Die Angststörung kann dann normale körperliche Symptome wiederum verursachen.

Hier wären zu nennen:

Diagnose und Verlauf bei Hypochondrie

Hypochondrie ist eine psychische Störung, die sehr schwierig nicht sehr häufig diagnostiziert wird. Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, muss die Störung mindestens seit sechs Monaten bestehen. Das macht die Diagnosestellung sehr schwierig, denn in der Regel wechseln die Betroffen häufig den behandelnden Arzt, sobald dieser feststellt, dass die befürchtete Krankheit nicht vorliegt. Die meisten Hypochonder können sich einfach nicht vorstellen, dass sie kerngesund sind. Sie hoffen teilweise darauf tatsächlich eine gefährliche Krankheit zu haben, damit ihre Vorstellungen bestätigt werden.

Darüber hinaus zögern viele Ärzte, eine Hypochondrie zu diagnostizieren, da sie befürchten, doch eine körperliche Erkrankung übersehen zu haben. Hinzu kommt, dass die Betroffen nur äußerst selten einen Facharzt für psychische Krankheiten aufsuchen, da sie der festen Überzeugung sind, an einer körperlichen Erkrankung zu leiden.

Zu einer sicheren Diagnose gehören neben der ausführlichen Befragung über die vorliegenden Beschwerden auch Fragen zu den vorherrschenden Ängsten und dem Grad der Selbstbeobachtung der Betroffenen. Außerdem versucht der Arzt die Hypochondrie von anderen, eventuell vorliegenden Zwangsängsten durch gezielte Fragen abzugrenzen.

Zwangsängste und auch die Hypochondrie gehen oftmals mit Depressionen einher. Auch hier versucht der Arzt die einzelnen Symptome von einander abzugrenzen, wobei häufig andere Zwangsängste, Depressionen und Hypochondrie miteinander bestehen.

Behandlung von Hypochondrie

Um eine Hypochondrie erfolgreich zu behandeln wird eine kognitive Verhaltenstherapie angewandt. In erster Linie ist jedoch eine gewisse Einsicht und die Mitarbeit des Betroffenen notwendig, um die psychische Störung in den Griff zu bekommen. In einer Therapie lernen die Betroffenen, ihren gesamten Körper und ihre Beschwerden realistisch und für sie völlig neu zu bewerten.

Auch viele Verhaltensweisen im alltäglichen Leben müssen bei Menschen, die an Hypochondrie leiden, relativiert und zum Teil neu erlernt werden. Es gibt Betroffene, die es aus Angst vor Ansteckung vermeiden, anderen Menschen zur Begrüßung die Hand zu geben. Dies wäre ein solches alltägliches Verhalten, das von dem Betroffenen neu bewertet und erlernt werden müsste.

Des Weiteren liegt bei einer kognitiven Verhaltenstherapie immer auch der Fokus auf zukünftig neu auftretende Beschwerden der Patienten. Sie sollen lernen, diese schon beim ersten Auftreten realistisch einzuschätzen. Dazu gehört auch, dass die Betroffenen aufhören, übermäßige Nachforschungen nach eventuellen schweren Erkrankungen zu stellen, die auslösend für die empfundenen Beschwerden sein könnten.

Für die erfolgreiche Behandlung einer Hypochondrie ist die unbedingte Einsicht und Mithilfe der Betroffenen in jeder Stufe der Therapie unerlässlich.

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Vorbeugung von Hypochondrie

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hypochondrie kann nur derjenige ergreifen, der befürchtet an Hypochondrie zu leiden. Wer eine große Angst vor schweren Erkrankungen verspürt und sich selber dabei ertappt, bei Beschwerden gleich das Schlimmste zu befürchten, sollte versuchen zum behandelnden Arzt ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Nur so ist es möglich bei einer – zum Glück – negativen Diagnose, dem Arzt zu glauben und die Angst zu beseitigen. Darüber hinaus sollte jeder, der befürchtet an Hypochondrie zu leiden versuchen, offen für eine psychosomatische Behandlung zu sein. Nur so kann eine bestehende Hypochondrie therapiert werden.

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