HIV Infektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Juni 2017
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Eine HIV-Infektion ist nicht das Gleiche wie AIDS. Eine Infektion durch das HI-Virus (HIV) ist zunächst nur die Infektion durch das auslösende Virus, welches in Folge zu AIDS führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine HIV-Infektion?

Das menschliche Immunschwächevirus ist im Englischen unter der Bezeichnung humane deficiency virus, kurz HIV, bekannt. Bei der Ansteckung mit solchen Viren spricht man nicht sofort von einer AIDS-Erkrankung, denn AIDS beschreibt erst das Auftreten der ersten Symptome und nicht die Infektion mit diesem Krankheitserreger an sich.

Erkennbare Symptome aufgrund einer Infektion beschreiben das Endstadium des HIV, man spricht nun von einer Erkrankung, dem erworbenen Immunschwächesyndrom - AIDS. Die HIV-Infektion wurde in den achziger Jahren erstmals in den USA beschrieben und ist bis heute eine behandelbare, jedoch nicht heilbare und meist tödlich verlaufende Krankheit.

Ursachen

Der häufigste Übertragungsweg bei einer HIV Infektion ist der ungeschützte Sexualverkehr. Über kleinste Schleimhautverletzungen infizieren sich die Partner hierbei unbemerkt. Das Risiko für eine HIV-Infektion ist ebenso bei der Übertragung von HIV-infiziertem Blut sehr hoch, oftmals geschieht dies im Drogenmilieu, wenn abhängige Menschen Spritzen und Nadeln anderer Abhängiger benutzen. Ein sehr geringer Anteil der Infizierten wurde bei der Schwangerschaft oder durch das Stillen einer kranken Mutter angesteckt.

Generell ist eine bestimmte Menge an Virusmaterial für eine Übertragung nötig und diese erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidensekret und Muttermilch. Eine Tröpfcheninfektion ist allerdings nicht möglich. Eine unzureichende Aufklärung der Bevölkerung über diese Krankheit und ein geringes Wissen über die Ansteckungsrisiken verhindern ein Eindämmen dieser Infektionskrankheit, vor allem in Südafrika ist die Prävalenz besonders hoch.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Eine unbehandelte HIV-Infektion führt nach einer meist mehrjährigen beschwerdefreien Phase zu AIDS. Klicken, um zu vergrößern.

HIV gehört zu den Retroviren und es braucht zur Vermehrung den Zellkern einer Wirtszelle. Innerhalb des Krankheitsverlaufs einer HIV-Infektion lassen sich verschiedene Erkrankungsstadien unterscheiden. Nach der Infektion treten oft einige Wochen später Symptome auf, die einer Grippe sehr ähnlich sind und dadurch unbeachtet bleiben können: Fieber, Durchfall, Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellung, Gliederschmerzen.

In den nachfolgenden Jahren sind HIV-Antikörper beim Patienten nachweisbar, doch können die Infizierten ohne auftretende Symptome leben. Beim sogenannten Lymphadenopathiesyndrom können über mehrere Monate an verschiedensten Körperstellen Lymphknotenschwellungen auftreten und beim AIDS-relatet Komplex ist eine Gewichtsabnahme, Nachtschweiß und Fieber erkennbar. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt allerdings beim Ausbruch des Vollbildes AIDS nur noch bei zwei Jahren; es kommt zu opportunistischen Infektionen und bösartige Tumore können entstehen.

Komplikationen

Eine HIV-Infektion hängt mit vielen Komplikationen zusammen. Zum einen ist der Gedanke daran, an einer HIV-Infektion zu erleiden eine schwere Belastung für den Betroffenen, da diese nachdem momentanen medizinischen Stand nicht heilbar ist. Dieser kann so eine Depression entwickeln. Dies kann wiederum ein geschwächtes Selbstwertgefühl hervorrufen und mit Schlafstörungen, Müdigkeit und Leistungsabfall einhergehen.

In einigen Fällen wird das Suchtverhalten in Hinsicht auf Alkohol und Drogen verstärkt, was schwerwiegende Folgen haben kann. Bei den schlimmsten Fällen können die Betroffenen einen Gedanken an Suizid haben, welchen sie dann anschließend ausführen. Des Weiteren kann eine HIV-Infektion unbehandelt sich ausbreiten und das Endstadium AIDS kann sich entwickeln.

Betroffene sind sehr stark anfällig gegenüber Infektionen und anderen Erkrankungen, so dass diese schneller krank werden. Auch eher ungewöhnliche Erkrankungen wie eine Pilzerkrankung (zum Beispiel Candidasoor) oder atypische Pneumonien treten nun gehäuft auf. Harmlose Infektionen, die bei Gesunden normalerweise spontan verheilen, sind für den AIDS-Patienten lebensgefährlich.

Seltene Tumorerkrankungen wie das Kaposi-Sarkom können vor allem bei AIDS-Erkrankten auftreten. Die Lebenserwartung ist zudem geringer. AIDS-Erkrankte haben mit Therapie eine weitere Lebenserwartung von zehn Jahren, ohne Therapie von nur einem Jahr. Daneben besteht auch die Gefahr, dass HIV-Infizierte weitere Menschen infizieren können, wenn diese ungeschützten Geschlechtsverkehr ausüben.

Behandlung & Therapie

Grundsätzlich ist die Erkrankung mit AIDS noch nicht heilbar, der Verlauf der HIV-Infektion kann bestenfalls verzögert werden. Eine wirksame Therapiemethode ist die hochaktive-antiretrovirale Therapie, kurz HAART. Hierbei werden mindestens drei verschiedene antiretrovirale Medikamente miteinander kombiniert, die die HI-Virusreplikation hemmen sollen, wodurch das Immunsystem gestärkt und auftretende Symptome rückgebildet werden können.

Diese Therapie erfordert eine gute Mitarbeit des Patienten. Die Einnahme dieser hemmenden Medikamente führt allerdings zu enormen Nebenwirkungen. Bei einer lebenslangen Behandlung sind schwerwiegende Schädigungen des Darms, der Leber, der Nerven oder des Herz-Kreislauf-Systems möglich. Diese Kombinationstherapie muss manchmal abgeändert oder gar abgebrochen werden, aufgrund der auftretenden unerwünschten Wirkungen. Wichtig ist, dass die Medikamente bei der Kombinationstherapie zur Behandlung einer HIV-Infektion nicht zu einer Resistenz führen und dadurch nicht mehr hemmend wirksam werden können.

AIDS ist eine Multisystemerkrankung, was bedeutet, dass neben der medizinischen Behandlung und Beratung auch eine psychosoziale Betreuung sehr wichtig ist. Das soziale System eines Patienten wird beeinflusst, es können sich notwendige Änderungen in beruflicher Hinsicht ergeben und ein sozialer Rückzug ist häufig die Folge von anhaltenden Depressionen, Ängsten oder Schuldgefühlen eines infizierten Menschen.

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Quellen:

Quellen

  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

karla kommentierte am 26.12.2011 um 14:10 Uhr

Hallo, Ich habe heute schlimme Angst. Ich habe ein HIV-Test machen lassen zusammen mit einem Bluttest auf Eisenmangel. Das Resultat vom Bluttest ist positiv. Ich habe in meinem Körper gar kein Eisen und der HIV-Test ist noch nicht da. Hat der Eisenmangel mit HIV zu tun?

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