Nackenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Am Anfang zwickt und zwackt es nur in der Schulter, später kann Migräne dazukommen. Schuld sind Nackenschmerzen. Doch sind Nackenschmerzen wirklich so harmlos? Nackenschmerzen sollten zudem von Schulterschmerzen abgegrenzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen gehören mit zu den häufigsten Schmerzen. Spricht man von Nackenschmerzen, sind Schmerzen in der Region Hals-Schulter-Wirbelsäulenbeginn gemeint.

Hier, am hinteren Teil des Kopfes, sitzen besonders viele Nerven- und Muskelstränge. Sie können schnell zu Nackenschmerzen führen. Diese Schmerzen können leicht bis stark sein. Nackenschmerzen können auf den Nacken begrenzt sein, strahlen häufig jedoch in andere Gebiete aus.

Sogar der Sehnerv kann betroffen sein. Oftmals erkennt erst der Arzt, dass eigentlich Probleme im Nacken daran ihren Anteil haben. Nackenschmerzen sind demnach vom Laien nicht immer als solche zu erkennen, besonders, wenn bereits Schädigungen der Nerven aufgetreten sind.

Ursachen

Die Ursache für Nackenschmerzen liegt oftmals in einer verspannten Hals- und Nackenmuskulatur. Dieser Bereich der Wirbelsäule ist besonders beweglich und damit auch anfällig für Störungen. Nicht gerade förderlich ist das stundenlange Sitzen am Computer, vor dem Fernseher und im Auto. Diese einseitige Haltung führt zu verkürzten Muskeln.

Schuld können auch gleichförmige Bewegungen über einen längeren Zeitraum hinweg sein. Schmerzhafte Verspannungen - Nackenschmerzen - sind die Folge. So klagen Altenpfleger und Krankenschwestern oftmals über Nackenschmerzen.

Nackenschmerzen sind auch ein Alarmzeichen vom Körper, dass irgendetwas belastend wirkt. Dies kann die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust ebenso sein wie die Sorge, dem Partner nicht zu genügen. Die Angst sitzt uns im Nacken - dieses Sprichwort existiert nicht umsonst seit langem in unserem Sprachgebrauch.

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Diagnose & Verlauf

Nackenschmerzen gehören mit zu den häufigsten Schmerzen. Spricht man von Nackenschmerzen, sind Schmerzen in der Region Hals-Schulter-Wirbelsäulenbeginn gemeint.

Nackenschmerzen bleiben nicht allein auf den Nacken begrenzt. Meistens strahlen die Schmerzen auch in die Schulter, zwischen die Schulterblätter und sogar in die Arme aus. Häufig werden die Betroffenen von Migräneattacken geplagt.

Auch Störungen des Sehfeldes sind möglich, wenn die verhärtete Muskulatur im Nacken den betreffenden Sehnerv einengt. Von chronischen Nackenschmerzen spricht man bereits, halten die Schmerzen länger als drei Monate an. Nackenschmerzen können bei ungünstigem Verlauf sogar zu Lähmungen im Arm oder in der Hand führen.

Der verkrampfte Muskel braucht nur einen Nerv einzuklemmen, schon wird das entsprechend unterversorgte Gebiet gefühllos. Nackenschmerzen sind somit keineswegs harmlos, sondern ein ernstzunehmendes Warnzeichen.

Komplikationen

Bei Nackenschmerzen treten häufig Komplikationen wie Kopfschmerzen oder Einschränkungen der Bewegungsabläufe auf. Dies führt zu einer Fehlhaltung, die weitere Muskelverspannungen auslöst. Dauerhafte Nackenschmerzen können zu einer Veränderung des Körperbaus führen. Der Rücken ist gekrümmt und die Schultern hängen nach vorn. Ebenso ist eine Schiefhaltung des Kopfes möglich.

Andauernde Nackenschmerzen führen zu einer Beeinträchtigung des Lebens. Sportliche Aktivitäten werden nicht mehr wie gewohnt ausgeführt. Das löst häufig eine Änderung des Wohlbefindens aus und die allgemeine Stimmung ist herabgesetzt. Zwischenmenschliche Spannungen sind möglich. In schweren Fällen steigt durch die Nackenschmerzen beim Führen eines PKWs das Unfallrisiko oder das Autofahren ist gar nicht mehr möglich.

Bei der Behandlung von Nackenschmerzen können andere Ursachen, wie Kiefer- oder Zahnschmerzen übersehen werden. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist mit Nebenwirkungen verbunden. Zu ihnen gehören die Gefahr einer Sucht, Magenschmerzen oder eine Reizung der Schleimhäute im Körper. Nackenschmerzen können trotz Behandlung einen chronischen Verlauf haben.

Es besteht das Risiko, dass sich ein Halswirbelsäulensyndrom oder ein Tumor ausbildet. Die Beschwerden lösen ein Taubheitsgefühl auf der Haut aus. Als weitere Komplikationen sind Bandscheibenvorfälle, Schleudertrauma oder der Bruch eines Wirbels möglich. Nackenschmerzen können Gefäßerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder Infektionen wie eine Salmonellen-Infektion schwer erkennbar werden lassen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen treten die Nackenschmerzen durch eine Verspannung oder durch eine falsche Sitzhaltung auf. In der Regel ist eine Behandlung durch den Arzt nicht sofort erforderlich, wenn die Nackenschmerzen nicht dauerhaft auftreten und den Alltag des Betroffenen stark einschränken. Meistens verschwinden die Schmerzen wieder, wenn sich der Körper entspannen konnte oder wenn eine gesunde Sitzhaltung eingenommen wurde.

Sollten die Nackenschmerzen allerdings lange anhalten, so ist eine Behandlung durch einen Arzt oder eine Physiotherapie sinnvoll, um weitere Schäden und Schmerzen zu vermeiden. Eine ärztliche Behandlung ist auf jeden Fall notwendig, wenn die Nackenschmerzen nach einem Unfall oder nach einem Schlag in der betroffenen Regio auftreten. Sollten die Schmerzen unerträglich sein, so kann auch das Krankenhaus aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.

In vielen Fällen treten die Nackenschmerzen nach eine anstrengende körperlichen Betätigung oder nach der Ausführung bestimmter Sportarten auf. Hierbei ist der Besuch beim Arzt dann sinnvoll, wenn der Nacken über einen langen Zeitraum schmerzt und wenn auch andere Regionen des Körpers betroffen sind.

Behandlung & Therapie

Nackenschmerzen sprechen sehr gut auf Wärme an. Warme Bäder, Heizkissen und ein Schal sind ein Muss. Ärzte verschreiben bei Nackenschmerzen in der Regel Physiotherapie. Massage und manuelle Therapie stehen am Anfang, später dann Krankengymnastik zum Aufbau der schwachen Halsmuskulatur.

Bei starken Schmerzen helfen Medikamente (Tabletten oder in den Nacken gespritzt), so dass sich die Muskulatur entspannen kann. Nackenschmerzen können jedoch sehr hartnäckig werden, sofern man nicht die Ursache behandelt. Dazu gehört eine richtige Sitzhaltung ebenso wie regelmäßige Bewegung.

Rückenschwimmen, sanfte Dehnübungen, Spaziergänge und Yoga stehen an erster Stelle. Bei Nackenschmerzen ist es wichtig, eine positive Grundhaltung zum Leben zu entwickeln und sich nicht alles zu sehr zu Herzen zu nehmen. Falls Ängste oder Depressionen zu Nackenschmerzen geführt haben, sollte der Patient sich zusätzlich für eine Psychotherapie entscheiden.

Sind bei Nackenschmerzen bereits Lähmungen aufgetreten, wird der Arzt überlegen müssen, ob eine Operation angesagt ist. Schließlich kann ein dauerhaft geschädigter Nerv nicht nur Nackenschmerzen, sondern im schlimmsten Falle sogar Tellähmungen oder Querschnittslähmung hervorrufen.

Aussicht & Prognose

Nackenschmerzen treten bei vielen Menschen temporär aufgrund einer falschen Sitzhaltung oder eines kalten Luftzuges auf. In diesem Fällen stellen die Nackenschmerzen keine besondere Komplikation dar und müssen auch nicht besonders behandelt werden. Sie verschwinden wieder von alleine, wenn die Ursache behoben wurde.

Nicht selten ziehen sich die Nackenschmerzen hoch zu den Ohren und zum Kopf, sodass es auch in diesen Regionen zu Schmerzen kommen kann. Eine Behandlung erfolgt in der Regel durch Massagen, Ruhe und Salben und führt in den meisten Fällen zum Erfolg.

Oft treten die Nackenschmerzen auch mit anderen Symptomen auf. Dazu gehören Sehstörungen, Schwindel, Fieber oder Erbrechen. Sollten die Nackenschmerzen durch Stresssituationen ausgelöst werden, kommt es auch oft zu Ohrgeräuschen und einer Müdigkeit. Bei einer psychologischen Belastung kann ein Psychiater aufgesucht werden, der den Stress des Patienten lindern und damit die Nackenschmerzen einschränken kann.

Bei physischen Ursachen helfen oft Physiotherapien und Schmerztherapien. Sie führen bei den meisten Menschen zu einem Erfolg. Allerdings muss sich der Patient selbst um einen aktiven Lebensstil und eine gesunde Sitzhaltung bemühen.

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Vorbeugung

Nackenschmerzen kann man hervorragend vorbeugen. Es ist wichtig, nicht zu lange in der gleichen Position zu verharren. Beim Arbeitgeber sollte auf einen ergonomischen Arbeitsplatz bestanden werden. Ist längeres Sitzen im Büro unumgänglich, sollten regelmäßig sportliche Übungen stattfinden. Wer dabei unbeobachtet sein möchte, kann im Gang oder auf Toilette mit den Schultern kreisen, den Kopf rollen oder sanfte Dehnübungen machen.

Nackenschmerzen sind immer auch ein Ausdruck von Überlastung. Aus diesem Grunde sollten Betroffene Nackenschmerzen ernst nehmen und privat und beruflich kürzer treten. Damit Nackenschmerzen nicht erst auftreten, sollte jeder sein Tagespensum prüfen und immer feste Zeiten zum Nichtstun und Entspannen einplanen.

Das können Sie selbst tun

Wer regelmäßig unter Nackenschmerzen leidet, dem empfiehlt sich ein Arztbesuch. Leichte oder unregelmäßige Schmerzen können mit Hilfe verschiedener Hausmittel und Maßnahmen selbstständig behandelt werden. Zunächst gilt es allerdings, die Haltung anzupassen. Aktives Sitzen, etwa auf einem Ballkissen, hält die Wirbelsäule dynamisch und stimuliert die Nackenmuskulatur, während regelmäßige Dehnübungen zusätzlich entspannen.

Nackenschmerzen nach dem Aufwachen sind auf eine schlechte Liegeposition zurückzuführen. Ein Nackenkissen oder eine spezielle Matratze für Seitenschläfer kann zu einem entspannteren Schlaf verhelfen und dadurch die Schmerzen reduzieren. Oft hilft auch der Wechsel auf ein neues Bett mit einer Federung, die der Struktur der eigenen Wirbelsäule und des Rückens besser entspricht.

Bei chronischen Nackenschmerzen können alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder Akupressur in Betracht gezogen werden. Die vielfältigen Effekte homöopathischer Mittel können je nach Ursache ebenfalls Linderung verschaffen. Angewendet werden ähterische Öle und Co. Etwa in Form von Salben und Tinkturen, die in die Nackenmuskeln einmassiert werden. Besonders wirksam sind Minzöl und Kamille, die pur auf die schmerzende Stelle aufgetragen werden und sofort Erleichterung verschaffen sollten. Bleiben die Beschwerden trotz allem bestehen, sollte zur weiteren Abklärung ein Arzt oder Chiropraktiker hinzugezogen werden.

Bücher über Nackenschmerzen

Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F.-M.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016
  • Imhoff, A.B., Baumgarten, R., Linke, R.D.: Checkliste Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Krämer, J. (Hrsg.): Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Wirbelsäule und Thorax. Thieme, Stuttgart 2004

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