Kollagenose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Bei einer sogenannten Kollagenose handelt es sich um eine spezielle Autoimmunerkrankung. Im Rahmen einer Autoimmunerkrankung wird das körpereigene Gewebe vom Immunsystem des menschlichen Körpers als ein sogenannter Fremdkörper angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kollagenose?

Eine Kollagenose wird von führenden Medizinern als eine schwerwiegende Erkrankung des Bindegewebes angesehen. Da im Rahmen einer Kollagenose unter Umständen mehrere Organe gleichzeitig befallen sein können, kann es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu unterschiedlichen Krankheitsbildern kommen.

So basiert unter anderem das sogenannte Antiphospholipid-Syndrom auf einer Kollagenose. Die Abwehrhaltung des Immunsystems gegenüber dem körpereigenen Gewebe führt in diesem Fall zu einer gesteigerten Blutgerinnung.

Neben dem Antiphospholipid-Syndrom wird jedoch auch das sogenannte Sjögren-Syndrom als ein typisches Krankheitsbild genannt. Beim Sjögren-Syndrom klagen die Betroffenen in erster Linie über schmerzende und brennende Schleimhäute. Vor allem der Bereich der Augen ist besonders häufig betroffen.

Ursachen

Bis dato konnten die Ursachen für eine Kollagenose nicht vollständig ermittelt werden. Führende Mediziner sehen jedoch einen starken Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Kollagenose sowie den erblichen Faktoren bei den Betroffenen.

Da vor allem Frauen besonders häufig von einer Kollagenose betroffen sind, steht neben den erblichen Faktoren unter anderem der Hormonhaushalt des menschlichen Körpers im Fokus der Mediziner. Neben den bereits erwähnten Faktoren kann aber auch ein besonders hohes Maß an psychischem Stress eine Kollagenose auslösen.

Auch eine extreme Bestrahlung mit Sonnenlicht wird als eine weitere potenzielle Ursache für eine Kollagenose angesehen. Eine viral bedingte Erkrankung wird nur in den wenigsten Fällen als Auslöser einer Kollagenose angesehen. Die Diagnose einer Kollagenose erfordert in der Regel einen längeren Aufenthalt in einer Klinik.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Im Rahmen einer umfangreichen Diagnose steht die Entnahme einer Blutprobe stets im Vordergrund. Sofern während der Untersuchung des Blutes in einem Labor ein erster Verdacht auf eine Kollagenose aufkommt, müssen weitere Untersuchungen in Erwägung gezogen werden.

Zur besseren Diagnostik werden unter anderem die sogenannten bildgebenden Verfahren eingesetzt. So kann beispielsweise mittels einer Röntgenaufnahme des Thoraxes ein erster Verdacht konkretisiert werden. Die Röntgenaufnahme sollte stets in zwei Ebenen angefertigt werden. Somit können durch eine Positionierung der Strahlenquelle hinter dem Thorax sowie einer Positionierung der Strahlenquelle neben dem Thorax optimale Ergebnisse erzielt werden.

Als ein weiteres bildgebendes Verfahren kommt eine Untersuchung der Lunge mittels Ultraschall zum Einsatz. Im Rahmen dieser Untersuchung wird auch das Herz einer umfangreichen Begutachtung unterzogen. Sofern es beispielsweise im Bereich der Lunge zu einer Auffälligkeit kommt, wird in den meisten Fällen die Durchführung einer Lungenfunktionsdiagnostik in Erwägung gezogen. Wenn durch eine Kollagenose bereits das Nervensystem betroffen ist, muss eine Begutachtung durch einen Neurologen in Angriff genommen werden.

Komplikationen

Bei der Kollagenose handelt es sich um eine relativ schwerwiegende Krankheit. Diese schränkt die Lebensqualität und den Alltag des Betroffenen extrem ein. In den meisten Fällen kommt es dabei zu Beschwerden an verschiedenen Organen und auch am Nervensystem. Dabei hängt der genaue Krankheitsverlauf von den betroffenen Organen ab, sodass eine allgemeine Voraussage in den meisten Fällen nicht möglich ist.

Gegebenenfalls ist eine Transplantation notwendig, damit der Betroffene weiterhin überleben kann. Ebenso können am gesamten Körper Lähmungen und verschiedene Sensibilitätsstörungen eintreten, die den Alltag erschweren. Nicht selten leiden die Betroffenen auch an starken Schmerzen, die zu einer Reizbarkeit und zu psychischen Beschwerden führen können. Bei der Behandlung der Kollagenose kommt es in der Regel zu keinen besonderen Problemen oder Komplikationen.

Allerdings kann nicht in jedem Fall ein positiver Krankheitsverlauf garantiert werden. Die Behandlung selbst wird mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt und kann die Bescherten einschränken. Weiterhin leiden einige Betroffene an sogenannten Phantomschmerzen, welche ebenfalls zu einer Verringerung der Lebensqualität führen. Die Lebenserwartung wird durch die Kollagenose in der Regel nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Zur Linderung der einzelnen Symptome ist eine auf den Patienten abgestimmte Therapie von wesentlicher Bedeutung. In Bezug auf die Auswahl einer geeigneten Therapiemethode ist es von wesentlicher Bedeutung, die an einer Kollagenose beteiligten Organe zu benennen.

Patienten, welche beispielsweise ohne eine Beteiligung von Organen an einer Kollagenose erkrankt sind, sollten in erster Linie symptomatisch behandelt werden. So wird in Absprache mit den behandelnden Ärzten in der Regel eine medikamentöse Therapie in Angriff genommen.

Darüber hinaus empfiehlt sich im Rahmen dieser Therapieform eine regelmäßige Überwachung durch einen Arzt. Sofern einzelne Organe im Rahmen der Erkrankung angegriffen wurden, sollte eine immunsuppressive Behandlung durchgeführt werden.

Im Rahmen einer immunsuppressiven Behandlung werden einzelne Prozesse des Immunsystems unterdrückt. Die Abwehrhaltung des Immunsystems wird somit abgestellt. Zu Beginn der Therapie wird daher oftmals Cortison eingesetzt.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für eine Kollagenose bis dato nicht eindeutig ermittelt wurden, kann keine konkrete Empfehlung zur Vorbeugung gegeben werden. Somit lässt sich lediglich die mit der Krankheit einhergehende Symptomatik lindern. Sofern eine Therapie der einzelnen Symptome ausbleibt, kann es zu sogenannten Phantomschmerzen kommen. Die sogenannten Phantomschmerzen führen stets zu einer bleibenden Symptomatik, obwohl die zugrunde liegende Erkrankung bereits geheilt wurde.

Das können Sie selbst tun

Da die Kollagenose ursächlich nicht ausreichend erforscht ist, können keine umfassenden Maßnahmen zur Selbsthilfe gegeben werden. Die Erkrankung stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Lebensführung des Betroffenen dar. Daher ist es besonders wichtig, auf eine stabile Psyche zu achten. Positives Denken ist hilfreich im Alltag mit dem Umgang der Erkrankung. Verschiedene Aktivitäten zur Verbesserung des Wohlbefindens sollten gezielt wahrgenommen werden. Abwechslung und eine lebensbejahende Freizeitgestaltung sind zu empfehlen.

Ein verlässliches soziales Umfeld ist bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen vorteilhaft. Daher sollten Kontakte gepflegt und ein Rückzugsverhalten vermieden werden. Förderlich ist ein gesunder Lebenswandel. Dazu zählen eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sowie eine ausreichende Bewegung. Die körperlichen Aktivitäten sind den aktuellen Möglichkeiten anzupassen. Überforderungen sollten grundsätzlich vermieden werden. Auf den Konsum von Alkohol, Drogen oder nicht mit dem behandelnden Arzt abgesprochenen Medikamenten, ist zu verzichten. Für einen erholsamen Schlaf ist eine optimale Schlafhygiene notwendig. Die Bedingungen sollten daher überprüft und an die individuellen Anforderungen angepasst werden.

Für viele Betroffene ist ein Austausch mit anderen Erkrankten sehr hilfreich und wird als angenehm empfunden. In Selbsthilfegruppen oder in Foren kann ein Austausch mit anderen Menschen gepflegt werden. Vertrauensvolle Gespräche werden geführt und gegenseitige Hilfestellungen gegeben.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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