Bindegewebe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Bedeutung des Bindegewebes für die Haut wird den meisten Menschen deutlich, wenn sich Veränderungen der Hautstruktur bemerkbar machen. Diese basieren meist auf der natürlichen Alterung vom Bindegewebe und lassen die Haut schlaffer und matter erscheinen. Das Bindegewebe ist aber nicht nur für die Ästhetik der Haut verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bindegewebe?

Grundsätzlich verstehen die Dermatologen und die Mediziner sowie Kosmetiker unter der Benennung Bindegewebe eine Zusammenfassung ganz unterschiedlicher Arten von Gewebe.

Darüber hinaus befindet sich das Bindegewebe nicht nur in der äußeren Hülle des Körpers. Das Bindegewebe besitzt eine ganz wesentliche Funktion im Inneren des Organismus und umkleidet ganz unterschiedlich Organe. Deshalb wird das Bindegewebe in Abhängigkeit von der Konsistenz der Faserkomponenten entweder als Stütz-, Knochen- oder Knorpelgewebe kategorisiert.

Alle menschlichen und tierischen Körper können auf Bindegewebe nicht verzichten, sodass das Bindegewebe eine extrem wichtige und häufig vorkommende Hautart darstellt.

Anatomie & Aufbau

Das Bindegewebe wird je nach Beschaffenheit in lockere, straffe, kollagene und retikuläre Strukturen unterteilt. Die zytologische Basis für das Bindegewebe sind stets Bindegewebszellen, die Stoffe zwischen den einzelnen Zellen und unterschiedliche Faserbestandteile.

Die organischen Anteile, welche sich beim Bindegewebe zwischen den Zellen befinden, werden auch als Inter (inter = zwischen) zelluläre Substanzen bezeichnet. Die bindegewebigen Zellen können so ausgeprägt sein, dass sie fest eingebettet sind oder ihre Position verlassen können.

Innerhalb der Anatomie beim Bindegewebe werden vorrangig Eiweißstrukturen festgestellt, welche aus Kollagen aufgebaut sind. Kollagen hat eine spiralartige Form und verleiht dem Fleisch seine derbe, teilweise elastische Eigenschaft sowie dessen Zähigkeit. Einige Bindegewebszellen weisen zudem eine runde Form auf.

Funktionen & Aufgaben

Die Funktionen beim Bindegewebe sind recht umfangreich. Dies ist auch die Ursache, warum die Zellen des Bindegewebes einen so differenzierten Bau aufweisen.

Das Bindegewebe dient zunächst als Gleit- und Verschiebemedium und liegt als Abgrenzung zwischen verschiedenen Organen vor. Eine weitere Funktion übernimmt das Bindegewebe, indem es stützt und den stabilisiert. Diese Fähigkeit bezieht sich auf das Bindegewebe, welches in den Muskeln, den Blut- und Lymphgefäßen sowie in den Nerven vorkommt. Auch am histologischen Bau vieler Organe ist das Bindegewebe beteiligt.

Da nicht das gesamte Bindegewebe aus ein und demselben Zelltyp aufgebaut ist, kann es außerdem spezielle Stoffwechselprodukte speichern. Das Bindegewebe ist zudem in der Lage, spezielle körpereigene Substanzen zu bilden. Das Bindegewebe ist eine komplexe Struktur, welche die Versorgung von anderen Gewebszellen mit Nährstoffen und Sauerstoff übernimmt.

Das Bindegewebe ist in der Lage, erstaunliche Mengen an Wasser und Fett in sich aufzunehmen und verschließt bei Verletzungen der Haut den offenen Wundbereich. Dieser Prozess zeigt sich teilweise in der Entstehung von Narben durch Bindegewebe. Durch den festen Zusammenschluss der einzelnen Bestandteile beim Bindegewebe können Krankheitserreger nicht die Hautbarriere durchbrechen.

Krankheiten

Eine recht häufige Erkrankung, welche beim Bindegewebe auftreten kann, ist die Bindegewebsschwäche. Die Eigenschaften des Bindegewebes werden zu einem überwiegenden Teil genetisch vorgegeben. Einige Auslöser für die Krankheiten beim Bindegewebe sind auch erworben.

Dies gilt beispielsweise für den Skorbut und die rheumatoide Arthritis. Ein Abbau von Bindegewebe entsteht durch lange Hungerzeiten und eine fehlende Bewegung (schwereloser Raum). Tumoren, die im Bindegewebe wachsen, werden als Fibrom oder Lipom bezeichnet. Bei den Tumoren im Bindegewebe, welche durch einen bösartigen Verlauf gekennzeichnet sind, geht es um die Fibro-, Lipo- oder Rhabdosarkome.

Als Erbkrankheiten beim Bindegewebe gelten die Glasknochenkrankheit, das Ehlers-Danlos-Syndrom und das Marfan-Syndrom. Insgesamt werden als Erkrankungen beim Bindegewebe unter der Bezeichnung Kollagenosen zusammengefasst, weil fast in jedem Fall Beeinträchtigungen der kollagenen Strukturen des Bindegewebes die kausalen Auslöser sind.

Bei der Glasknochenkrankheit kommt es zu einer durch Veränderungen der Erbinformation reduzierten Ausbildung von kollagenen Substanzen. Dies führt dazu, dass das Bindegewebe nur eine unzureichende Stabilität und Elastizität aufweist, sodass Knochen schon unter geringsten mechanischen Einflüssen brechen können.

Zu den weiteren, sehr spezifischen Erkrankungen von Bindegewebe gehören die Polymyalgia rheumatica, eine Schwäche der Bänder, das Hypermobilitäts-Syndrom mit Entzündungen der Blutgefäße sowie das Sjögren-Syndrom.

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