Lipom

Letzte Aktualisierung am 19. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Manchmal stellt man eine gutartige Verdickung im Unterhautfettgewebe bei sich fest. Es handelt sich um eine harmlose, gutartige Fettgeschwulst, ein Lipom.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Lipom?

Lipome treten meistens als kleine Knoten im Unterhautgewebe an Armen, Oberschenkeln oder im Bauchraum auf, man findet sie aber auch in der Muskulatur, in der Brust, Speiseröhre, in den Atemwegen und dem Darm. Lipome verursachen selten Beschwerden, müssen daher auch normalerweise nicht entfernt werden. Nur dann, wenn es sich um eine bösartige Geschwulst, ein Liposarkom, handelt, ist eine Entfernung und Behandlung zwingend erforderlich.

Als Lipome bezeichnet man verdickte Knoten im Unterhautgewebe, der Subkutanschicht. Etwa die Hälfte aller Lipome siedelt sich dort an. Die Größe kann schwanken von linsengroß bis zu 20 cm. Unter dem Mikroskop kann man eine gutartige Wucherung des Fettgewebes erkennen, das sich verkapselt hat.

Ein Lipom taucht manchmal schon im Alter von ca. 20 - 25 Jahren auf und wächst in der Regel nur sehr langsam. Grundsätzlich kann ein Lipom aber in jedem Lebensalter auftreten. Wenn Lipome gehäuft auftreten, spricht man von einer Lipomatose. Ein Lipom kann sich weich anfühlen oder prall.

Ursachen

Für das Lipom sind keine genauen Ursachen erkennbar. Wie bei anderen gutartigen Tumorbildungen in weiß man nicht, warum und wodurch es entsteht. Mediziner vermuten eine erbliche Veranlagung. Bei manchen Betroffenen wurden Veränderungen auf dem Chromosom 12 festgestellt.

Darüber hinaus gibt es Vermutungen, dass ein Lipom durch einen heftigen Stoß oder Prellungen ausgelöst sein könnte. Fettleibigkeit als Ursache konnte nicht belegt werden. Schlanke Menschen sind ebenso häufig von Lipomen betroffen wie Übergewichtige.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Lipom zeigt sich selten mit Symptomen. Es ist lediglich als gummiartiger, meist leicht zu bewegender Knubbel unter der Haut sichtbar. Das Bewegen desselben führt nicht selten zu einem seltsamen Empfinden. Häufig scheint das Lipom taub zu sein. Ansonsten klagen die wenigsten Menschen, die ein Lipom haben, über etwaige Beschwerden.

In seltenen Fällen ist das Andrücken eines Lipoms schmerzhaft. Dies gilt besonders für Lipome, in welchen sich Blut gesammelt hat. Ein solches Lipom kann auch ohne äußere Einwirkungen zu Schmerzen führen. Diese Schmerzen entsprechen meist einem Spannungs- oder Druckgefühl, seltener einem unangenehmen Ziehen.

Allenfalls führen Lipome an ungünstigen Stellen noch zu Symptomen. Dies gilt etwa dann, wenn eines der Geschwulste an die Halsschlagader drückt und den Blutfluss zum Gehirn vermindert. Es kann in solchen Fällen zu einem Schwindelgefühl und Kreislaufproblemen kommen.

Weiterhin kann ein Lipom auch auf Sehnen oder Nerven einwirken und zu Schmerzen bei Bewegungen führen. Es kann auch zu einem Kribbelgefühl aufgrund eines angestoßenen Nervs kommen oder zu schwierig zu fassenden Schmerzen. Werden solche Geschwulste berührt, können die Symptome verstärkt werden. Sie können sich auch verstärken, wenn das Geschwulst unter der Haut wandert oder größer wird.

Diagnose & Verlauf

Ein Lipom verursacht nur sehr selten Beschwerden und wird in der Regel zufällig als kleine Unterhautverdickung entdeckt. Ein gutartiges Lipom lässt sich etwas hin- und herbewegen. Beschwerden kann ein Lipom verursachen, wenn es in der Nähe einer Nervenbahn liegt oder am Gelenk liegt.

Da sich ein kleines Lipom schwer von seiner Umgebung abgrenzen lässt, ist eine Diagnose schwer zu stellen. Ein Lipom und das angrenzende Fettgewebe sind schwer voneinander zu unterscheiden. Man sollte wegen der Diagnose einen Hautarzt aufsuchen.

Um sie genau zu stellen, kann der Arzt das Lipom punktieren, damit eine Abgrenzung gegenüber anderen gutartigen Wucherungen, z. B. Zysten, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, gelingt. Per Ultraschall kann die Größe eines Lipoms ermittelt werden. Eine Computertomographie muss nur dann erfolgen, wenn der Verdacht auf ein Liposarkom besteht.

Komplikationen

Durch das Lipom leiden die Patienten in der Regel an Verdickungen, die an der Haut des Betroffenen auftreten. Diese Verdickungen treten dabei in den meisten Fällen am Bauch, an den Armen oder an den Beinen auf. Es kommt in den meisten Fällen nicht zu besonderen Beschwerden oder zu Schmerzen. Auch weitere Komplikationen treten in der Regel nicht auf. Allerdings kann die Ästhetik des Betroffenen durch das Lipom eingeschränkt sein, sodass es zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen kommt.

Auch Minderwertigkeitskomplexe oder ein verringertes Selbstwertgefühl können dabei auftreten und die Lebensqualität des Patienten verringern. In einigen Fällen kann sich ein Lipom auch negativ auf Gelenke auswirken und dabei zu Schmerzen führen. Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen durch einen operativen Eingriff. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen oder Beschwerden.

In einigen Fällen kann eine Narbe zurückbleiben. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch ein Lipom nicht beeinträchtigt. Das Lipom kann auch abgesaugt werden. Dabei bleiben in den meisten Fällen keine Narben zurück. Weitere Komplikationen oder Beschwerden treten dabei nicht auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn ungewöhnliche Hautveränderungen wie Wucherungen, Rötungen oder Knoten unter der Haut bemerkt werden, sollte schleunigst ein Arzt konsultiert werden. Ein Mediziner muss die Anzeichen untersuchen und ein Lipom als Ursache ausschließen bzw. bestätigen. Eine Behandlung ist in jedem Fall notwendig, denn unbehandelt kann der Tumor streuen und sich auf die umliegenden Körperregionen ausbreiten. Zudem besteht das Risiko, dass sich bösartige Metastasen bilden. Personen, die bereits einmal an einem Lipom erkrankt sind, gehören zu den Risikogruppen und sollten bei beschriebenen Symptomen den Hausarzt einschalten.

Selbiges gilt für Menschen, die eine genetische Prädisposition aufweisen, regelmäßig Medikamente einnehmen oder aufgrund eines ungesunden Lebensstils ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Krebserkrankung haben. Eltern, die bei ihrem Kind Lipom-Symptome bemerken, konsultieren am besten umgehend den zuständigen Kinderarzt und lassen die Anzeichen abklären. Neben dem Allgemeinmediziner kann ein Dermatologe oder Internist hinzugezogen werden. Sind die Wucherungen im Bereich des Darmes lokalisiert, ist außerdem ein Gastroenterologe einzuschalten.

Behandlung & Therapie

In den meisten Fällen muss ein Lipom nicht behandelt werden, weil es keine Beschwerden verursacht. Wenn es allerdings sehr groß ist, an einer Nervenbahn oder einem Gelenk angelagert ist und Beschwerden verursacht, kann es operativ entfernt werden. In den meisten Fällen reicht dafür eine örtliche Betäubung aus, nur bei größeren Lipomen ist eine Vollnarkose erforderlich.

Der Chirurg entfernt das Lipom mit seinem Kapselgewebe und vernäht die Wunde. Zurück bleibt meist eine kleine Narbe. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten wie Verletzungen des angrenzenden Hautgewebes auftreten oder Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen wie bei anderen operativen Eingriffen auch. Manchmal hilft auch eine Entfernung nicht, weil sich das Lipom als Rezidiv an der gleichen Stelle erneut bilden kann und ein zweites Mal operiert werden muss.

Eine neuere Methode ist das Absaugen des Lipoms. Das hat den Vorteil, dass kleinere Narben bleiben,aber den Nachteil, dass möglicherweise nicht alle Fettzellen mit entfernt werden. Ein kleineres Lipom lässt sich auch mittels einer Lipolyse ("Fett-weg-Spritze") entfernen.

Die Naturheilkunde sieht in Lipomen eine Stauung stoffwechselbedingter Abfallstoffe, die sich - statt abtransportiert zu werden - im Gewebe stauen. Dementsprechend setzt sie beim lymphatischen System an und versucht, dieses über geeignete Heilmethoden zur Ausscheidung der Schlackestoffe anzuregen.

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Vorbeugung

Die genauen Ursachen für die Bildung von Lipomen sind nicht bekannt. Daher ist es auch schwierig, Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen.

Das können Sie selbst tun

Neben der medizinischen Entfernung eines Lipoms durch eine Operation oder eines kosmetischen Eingriffs mittels einer Fettabsaugung, können selbstverständlich auch natürliche Hausmittel und Mittel der Naturheilkunde zur Eigenanwendung dabei helfen, ein Lipom zügig zu behandeln.

Das Wichtigste für die Betroffenen ist die Änderung der Ernährung. Dabei hilft beispielsweise die Vermeidung von künstlichen Aromastoffen, das Konsumieren von fester Nahrung sowie das Streichen verarbeiteter Lebensmittel aus dem Ernährungsplan. Darüber hinaus ist eine basenüberschüssige Ernährung, viel Sport und Bewegung, die Einnahme von Mineralerde sowie die Anwendung einer Entsäuerungskur bzw. einer Entgiftungskur zu empfehlen. Besonders Mineralerde verfügt über eine erhöhte Bindungskapazität, was sich sehr positiv auf die zügige Ausscheidung überschüssiger Säuren sowie Stoffwechselabfallprodukte auswirkt.

Überdies können einige Kräuter wie Kurkuma oder Salbei sehr hilfreich dabei sein, um ein Lipom abzubauen. Für die Bekämpfung von Lipomen können besonders Honig und Bienenwachs sehr hilfreich sein. Gesättigte Fettsäüren, raffinierte Öle, zusätzliche Konservierungsstoffe, Pestizide sowie weißes Mehl und Milch sollten weitgehend vermieden werden. Zu empfehlen ist eine morgendliche Tasse lauwarmen Wassers mit frischem Zitronensaft sowie die Einnahme und Erhöhung von Omega-3 Fettsäuren und frischen Pflanzentrieben.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

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