Dehnungsstreifen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. Oktober 2017
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Dehnungsstreifen sind erkennbare Streifen auf der Haut. Obwohl häufig in Form von Schwangerschaftsstreifen bekannt, haben auch Männer Dehnungsstreifen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dehnungsstreifen?

In der Medizin werden Dehnungsstreifen auch bezeichnet als 'Striae cutis atrophica' oder 'Striae cutis distensae'. Dehnungsstreifen entstehen in der Unterhaut und sind nach außen meist sichtbar in Form leicht rötlicher Streifen auf der Haut. Die rötliche Färbung der Streifen entsteht, weil an den entsprechenden Stellen Blutgefäße durch die Haut schimmern.

Typischerweise treten Dehnungsstreifen vor allem an sehr belastetem Gewebe auf; dies trifft unter anderem zu auf das Gewebe an Hüften, Gesäß, Bauch und Oberarmen. Sowohl Männer als auch Frauen können Dehnungsstreifen entwickeln. Dabei können die Streifen je nach Betroffenem in ihrer Ausprägung und Anzahl stark variieren.

Ursachen

Dehnungsstreifen entstehen durch Risse der Unterhaut. Zu solchen Rissen kommt es, wenn das Bindegewebe der Unterhaut überdehnt wird. Ursachen für eine solche Überdehnung des Bindegewebes und der Entstehung von Dehnungsstreifen sind vielfältig: Bei Frauen entstehen Unterhautrisse besonders häufig während einer Schwangerschaft. Bedingt ist dies dadurch, dass während einer Schwangerschaft die Hautelastizität der Frau hormonell bedingt abnimmt.

Ein allgemeiner Risikofaktor für die Ausbildung von Dehnungsstreifen ist ein angeborenes schwaches Bindegewebe, denn schwaches Bindegewebe ist besonders empfänglich für Risse. Weitere Risikofaktoren für Dehnungsstreifen sind starke Ausdehnungen der Haut, wie sie beispielsweise während eines schnellen Wachstums bei Jugendlichen oder vor allem bei einer schnellen Gewichtszunahme bzw. einem steten Übergewicht bei Menschen vorliegen.

Auch durch übermäßiges Sporttreiben können Dehnungsstreifen verursacht sein; so treten sie beispielsweise häufig bei Sportlern auf, die ausgeprägtes Muskelaufbautraining betreiben. Nicht zuletzt können Dehnungsstreifen auch hervorgerufen werden durch verschiedene Erkrankungen oder medikamentöse Behandlungen (wie beispielsweise eine Kortisontherapie).

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Diagnose & Verlauf

Typischerweise treten Dehnungsstreifen vor allem an sehr belastetem Gewebe auf; dies trifft unter anderem zu auf das Gewebe an Hüften, Gesäß, Bauch und Oberarmen.

Die Diagnose von Dehnungsstreifen erfolgt üblicherweise aufgrund der typischen vorliegenden Symptomatik. Sind im individuellen Fall die Ursachen für die Entstehung von Dehnungsstreifen unklar, kann der behandelnde Arzt zunächst Informationen aus einem Patientengespräch ziehen.

Während dieses Gesprächs kann ein Patient beispielsweise Informationen zu seiner bisherigen Krankengeschichte geben. Um festzustellen, ob etwa Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten beim Einzelnen für Dehnungsstreifen verantwortlich sind, können dann weitere Untersuchungen erfolgen; so können beispielsweise Bluttests weitere Aufschlüsse geben.

In der Regel bilden sich einmal entstandene Dehnungsstreifen nicht wieder vollständig zurück. Allerdings ändert sich das Erscheinungsbild von Dehnungsstreifen meist im Laufe der Zeit: Während vergleichsweise neu aufgetretene Dehnungsstreifen oft noch blaurötlich sein können, verblassen sie dann meist und verbleiben in Form einer hellen Narbe.

Komplikationen

Dehnungsstreifen, lat. Striae cutis atrophica genannt, als deutlich sichtbare Zeichen in der Subkutis (Unterhaut), können nicht nur am Bauch, den Hüften, dem Po und den Oberschenkeln auftreten. Auch die weibliche Brust kann von ihnen betroffen sein. Letztere sind für die meisten Frauen besonders störend, weil sie das ästhetische Empfinden erheblich stören. Deswegen können Dehnungsstreifen an der Brust zu psychischen Problemen in der Partnerschaft oder Ehe führen. Viele Frauen fühlen sich nicht mehr attraktiv und ziehen sich zurück. Eine Bruststraffung oder Brustvergrößerung kann bewirken, dass die Dehnungsstreifen weniger sichtbar sind. Jedoch können sich die betroffenen Frauen nicht immer mit diesem mittelmäßigen Ergebnis zufriedengeben.

Dehnungsstreifen entstehen bei Männern wie auch bei Frauen durch eine Dehnung des Unterhautgewebes in Zeiten des normalen Wachstums. Aber auch während der Schwangerschaft oder bei starker Gewichtszunahme bzw. infolge starker Gewichtsschwankungen durch häufige Diäten entstehen diese. Bestehen bereits Dehnungsstreifen und die Betroffenen verändern ihr Gewicht, können sich die Dehnungsstreifen verstärken. Bestehende Dehnungsstreifen können aber auch durch Bodybuilding und eine hormonelle Umstellung in der Pubertät, den Wechseljahren oder durch ein polizystisches Ovarialsyndrom stärker in Erscheinung treten.

In extremen Fällen kann es zu sehr tiefen Rissen im Unterhautgewebe kommen, die auch mit einer Mikrodermabrasion nicht mehr zu behandeln sind. Auch Laser und Ultraschall können diese Hautschäden nicht beseitigen. Die Anwendung von pflegenden und “straffenden“ Cremes erfolgt fast immer ohne ein positives Ergebnis. Weitere Komplikationen von Dehnungsstreifen können in Form von Hautausschlägen, Hautschwellungen, Blutergüssen, Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen auf der Haut auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Dehnungsstreifen sind normalerweise nicht weiter problematisch. Sie entwickeln sich eher zu einem kosmetischen denn zum echten medizinischen Problem. Allerdings handelt es sich um Wunden unter der Haut - mit allen möglichen Risiken in Ausnahmefällen. Zunächst werden die neu entstandenen Dehnungsstreifen rot und dann dunkellila anlaufen, was noch normal ist.

Fühlt sich die Haut an der betroffenen Stelle jedoch warm an, schwillt an oder rötet sich auch um den Dehnungsstreifen herum, sollte ein Termin beim Hausarzt vereinbart werden. Es kann sein, dass sich eine Entzündung unter der Haut entwickelt hat. Das kommt zwar nicht oft vor, ist aber im Ernstfall ein Fall für den Arzt, da die Entzündung nicht oberflächlich ist und deswegen behandelt werden muss. Stark schmerzende Dehnungsstreifen sind ebenfalls Anlass zur Sorge, da man sie normalerweise überhaupt nicht spüren kann. Sind sie schmerzhaft, deutet das darauf hin, dass sie sich nicht wie normale Dehnungsstreifen verhalten.

Ein Arztbesuch kann auch dann sinnvoll sein, wenn nicht klar ist, woher die Dehnungsstreifen kommen können oder wenn trotz bekannter Ursache wie Schwangerschaft oder Gewichtszunahme sehr viele von ihnen auf einmal auftreten. Schlussendlich kann der Arzt kosmetisch problematische Dehnungsstreifen behandeln, damit sich der Betroffene in seiner Haut wieder wohl fühlt, wenn sie etwa unschön verheilt sind.

Behandlung & Therapie

Ein vollständiges Beseitigen von Dehnungsstreifen ist lediglich möglich durch die Anwendung operativer Maßnahmen, in deren Rahmen stark betroffene Hautstellen entfernt werden. Allerdings kommt es zu einem solchen Eingriff in der Regel nur relativ selten und bei sehr stark ausgeprägter Symptomatik, denn statt der Dehnungsstreifen ist eine verbleibende Operationsnarbe meist nicht zu vermeiden.

Neben dem operativen Eingriff stehen allerdings verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, die Dehnungsstreifen optisch abschwächen können. So werden beispielsweise beim chemischen Peeling die von Dehnungsstreifen betroffenen Hautstellen mit Glykolsäure behandelt; hierdurch wird die Oberhaut dazu angeregt, neue Oberhautzellen zu bilden und Dehnungsstreifen, die erhaben erscheinen können, werden außerdem abgeflacht.

Eine Abflachung und optische Abschwächung von Dehnungsstreifen kann auch mit verschiedenen Laserverfahren erreicht werden. Ergänzt werden kann ein chemisches Peeling beispielsweise durch eine sogenannte Mesotherapie: Hier werden verschiedene Substanzen unter die von Dehnungsstreifen betroffenen Hautstellen injiziert. Diese Maßnahme soll zu einer Regeneration der geschädigten Unterhaut beitragen.

Nicht zuletzt können auch verschiedene pharmakologische Maßnahmen zu einer Reduktion von Dehnungsstreifen beitragen: Neben verschiedenen Medikamenten eignet sich beispielsweise Vitamin-A-Säure - sowohl zum Einnehmen als auch zum Auftragen auf die Dehnungsstreifen in Cremeform.

Aussicht & Prognose

Dehnungsstreifen treten häufig am Bauch, an den Hüften, am Gesäß und an den Oberschenkeln auf. Sie sind aber nicht auf diese Körperstellen beschränkt, sondern können sich nahezu überall bilden. Werden Dehnungsstreifen zu Beginn einer Schwangerschaft festgestellt, muss die betroffene Frau damit rechnen, dass die Streifen während der kommenden Schwangerschaftsmonate sich noch verstärken.

Auch bei anderen körperlichen Veränderungen müssen die Betroffenen mit einer Verschlimmerung der Dehnungsstreifen rechnen. Ungünstig wirken sich insbesondere eine starke Gewichtszunahme und häufige, starke Gewichtsschwankungen aus. Sind die Betroffenen noch in der Pubertät oder bereits in den Wechseljahren, können die in dieser Lebensphase üblichen hormonellen Umstellungen die Sichtbarkeit und die Stärke der Dehnungsstreifen noch verstärken. Auch Kraftsportarten wie Boybuilding wirken sich kontraproduktiv aus.

Vorhandene Dehnungsstreifen bilden sich in aller Regel nicht wieder vollständig zurück. Im Zeitablauf kann sich aber ihr Erscheinungsbild ändern. Meist verlieren sie ihre blau-rötliche Farbe und beginnen zu verblassen. Fast immer bleiben aber sichtbare, meist sehr helle Narben zurück.

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Vorbeugung

Vorgebeugt werden kann einem Entstehen von Dehnungsstreifen unter anderem durch ein Vermeiden von starken Gewichtsschwankungen. Während der Schwangerschaft kann das Einmassieren spezieller Cremes oder Öle auf der Haut eventuellen Dehnungsstreifen entgegenwirken. Nicht zuletzt kann eine ausreichend vitaminreiche Ernährung dem Auftreten von Dehnungsstreifen vorbeugen.

Das können Sie selbst tun

Dehnungsstreifen, die kürzlich entstanden sind, lassen sich mit Retinoiden, Tretinoin sowie Vitamin A-Säure Präparaten behandeln. Durch diese Anwendung werden Dehnungsstreifen zwar nicht komplett entfernt, jedoch verblassen sie deutlich. Eine weitere hervorragende Möglichkeit sind Laser- und Lichttherapien. Mithilfe bestimmter Geräte lässt sich der Prozess angenehm zu Hause durchführen. Diese Behandlung eignet sich optimal gegen Dehnungsstreifen.

Darüber hinaus lassen sich Dehnungsstreifen mit der "jet your skin-Methode" entfernen. Hierbei handelt es sich um kräftige Hyaluronsäure-Moleküle, die mit viel Druck in die strapazierten Hautbereiche eingeführt werden. Dadurch entsteht ein minimaler und unsichtbarer Kanal in der Epidermis, in dem sich die besondere Flüssigkeit verteilt. Die Moleküle zerreißen die jeweiligen Hautzellen beim Treffen auf dieselbigen. Hierbei entsteht ein Wundheilungs-Prozess, der für eine deutliche Verbesserung der Dehnungsstreifen sorgt. Bereits nach wenigen Sitzungen führt dies zu einem verbesserten Hautbild.

Ferner lassen sich Dehnungsstreifen mit der alten chinesischen Medizin behandeln. Dabei wird insbesondere der effektive Wirkstoff Centella asiatica verwendet, der Dehnungsstreifen entgegenwirkt. Um die Rückbildung von Dehnungsstreifen zu fördern, eignet sich außerdem ein Glykolsäure-Peeling oder Ascorbinsäure. Nach vermehrten Anwendungen verblassen Dehnungsstreifen rasch.

Bücher über Dehnungsstreifen

Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, Berlin 2005
  • Bährle-Rapp, M.: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. Springer Medizin Verlag, Berlin 2011
  • Ellsässer, S.: Körperpflegekunde und Kosmetik. Springer Medizin Verlag, Berlin 2008

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