Cushing Syndrom (Hyperkortisolismus)
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Das Cushing Syndrom bzw. der Hyperkortisolismus ist eine Erkrankung, die durch einen erhöhten Kortisolspiegel im Körper verursacht wird. Sie geht einher mit verschiedenen deutlich sichtbaren Veränderungen im Aussehen und mit Körperfunktionsstörungen. Das Cushing Syndrom muss behandelt werden, da es fortschreitet und ohne Therapie lebensbedrohlich wird.
Was ist das Cushing Syndrom?
Beim endogenen Cushing Syndrom produziert die Nebennierenrinde aufgrund krankhafter Veränderungen mehr Kortisol als der Körper benötigt. Das exogene Cushing Syndrom wird von außen verursacht, wenn dem Körper im Rahmen einer Therapie über einen längeren Zeitraum Glukokortikoide (Kortison) oder ACTH zugeführt werden. ACTH ist ein Hormon, das die Nebennierenrinde dazu anregt, mehr Kortisol zu produzieren.
Besteht im Körper dauerhaft ein Überangebot von Kortisol, so kommt es zu den typischen Symptomen des Cushing Syndroms mit Veränderungen des Aussehens und diversen Funktionsstörungen. Das Cushing Syndrom ist eine seltene Erkrankung, unter 100.000 Personen treten jährlich nur 3-4 Fälle auf.
Ursachen für Cushing Syndrom
Es handelt sich dabei um kortisolhaltige Arzneien, welche beispielsweise bei chronischen Entzündungen, nach Transplantationen oder bei Autoimmunerkrankungen eingenommen werden. Werden die Medikamente nach erfolgreicher Behandlung wieder abgesetzt, so bilden sich die Symptome in der Regel auch wieder zurück.
Das endogene Cushing Syndrom wird durch eine Überproduktion des Hormons Kortisol im Körper verursacht. Für dieses vermehrte Ausschütten von Kortisol wiederum kommen verschiedene Gründe in Betracht. Häufiger Auslöser für das endogene Cushing Syndrom ist ein Tumor an der Hirnanhangdrüse. Auch eine Art von Lungenkrebs und Nebennierentumore können Auslöser sein.
Typische Symptome und Anzeichen bei Cushing Syndrom
- Gewichtszunahme
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- gerötetes, rundes Gesicht
- Potenzprobleme bei Männern
- Starke Behaarung (Hirsutismus), Sexualstörungen der Frau (Frigidität) und Zyklusstörungen bei Frauen
Diagnose und Verlauf bei Cushing Syndrom
Die Symptome des Cushing Syndroms sind sehr vielfältig. Häufig wird erst nach Jahren eine Diagnose gestellt, da sich die Beschwerden nur allmählich entwickeln und nicht sofort erkennbar sind.
Typisch sind zunächst eine Gewichtszunahme, Bluthochdruck und ähnliche Beschwerden wie sie bei einer Diabetes vorkommen, das heißt erhöhter Durst und häufige Blasenentleerung. Im Lauf der Zeit verändert sich der Körper im Aussehen. Das Gesicht wird runder und ist meist gerötet, im Nacken lagert sich Fett ein und es entsteht der sogenannte Büffel- oder Stiernacken.
Die Muskelkraft lässt nach und Rückenschmerzen treten auf. Männer haben oft Potenzprobleme, bei Frauen bleibt die Menstruation aus und es bildet sich eine vermehrte Körperbehaarung. Es kann zu Nierensteinen, Osteoporose und Herzinsuffizienz kommen. Auch psychische Veränderungen sind möglich. Manche Betroffene leiden unter Angstattacken, Depressionen oder Stimmungsschwankungen.
Die Diagnose Cushing Syndrom kann nur durch verschiedene Laboruntersuchungen sicher gestellt werden. So werden in der Regel Speichel, Blut und Urin mit speziellen Labortests untersucht. Weiterhin wendet man bildgebende Verfahren an wie Sonographie (Ultraschall), Computertomographie (Schichtaufnahmen) und Szintigrafie (Bilder mit Kontrastmittel). Wird das Cushing Syndrom nicht behandelt, so kann es auf Dauer zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.
Behandlung und Therapie von Cushing Syndrom
Beim endogenen Cushing Syndrom muss die Ursache für die Überproduktion an Kortisol beseitigt werden. Oft ist eine Operation nötig um den auslösenden Tumor zu entfernen, manchmal wird auch Bestrahlung eingesetzt. Besteht ein Tumor direkt an der Nebenniere, so kann auch die Entfernung einer oder beider Nebennieren erforderlich sein. Nach einem solchen Eingriff muss der Patient lebenslang Hormone einnehmen (Hormonsubstitution).
Sollte aus bestimmten Gründen eine Operation nicht möglich sein, so können Medikamente helfen, welche die Bildung von Kortisol hemmen. Manchmal werden diese Arzneien auch in der Vorbereitungsphase vor einer Operation verabreicht. Nach der Behandlung des Cushing Syndroms muss der Kortisolspiegel über einen längeren Zeitraum regelmäßig kontrolliert werden.
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Vorbeugung von Cushing Syndrom
Man kann nur dem exogenen Cushing Syndrom vorbeugen. Bei einer Therapie mit kortisolhaltigen Medikamenten kann bei regelmäßiger Kontrolle des Kortisolspiegels sofort eine Erhöhung festgestellt und rechtzeitig gehandelt werden. Eine Vorbeugung gegen das endogene Cushing Syndrom ist nicht möglich.
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Weitere Infos
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
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