Nierenkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Nierenkrebs zählt zu den seltenen Krankheiten. Lediglich zwischen drei bis vier Prozent aller Krebserkrankten leiden unter bösartigen Tumoren an der Niere. Meist tritt der Nierenkrebs in Form eines Hypernephrom bzw. Nierenzellkarzinoms auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nierenkrebs?

Unter der Bezeichnung Nierenkrebs werden alle bösartigen Tumorgewebe zusammengefasst, die die Niere betreffen. Bei erwachsenen Patienten stellt sich der Nierenkrebs meist in Form von Nierenzellkarzinomen dar. In seltenen Fällen treten Wilms-Tumore, Lymphome oder Sarkome in diesem Organ des Körpers auf.

Ferner erkrankt meist nur eine Niere an Krebs, sehr selten leiden beide Organe des Harnsystems an bösartigen Tumoren. Bezüglich der Geschlechterverteilung ist anzumerken, dass mehr Männer als Frauen unter Nierenkrebs leiden. Spürbare körperliche Symptome dieser Krebserkrankung treten meistens erst in einer sehr späten Phase der Krankheit auf.

So klagen die Patienten häufig unter Appetitlosigkeit, Fieber, Müdigkeit und unerklärliche Rückenschmerzen. Daher wird ein Nierenkrebs meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung am Bauch festgestellt, die der Arzt am Patienten aus einem anderen Grund vorgenommen hat.

Ursachen

Der Nierenkrebs besitzt, wie viele andere Krebsarten, keine spezifischen Ursachen. Es gibt jedoch einige Faktoren, die ihn begünstigen.

Dazu gehören ein starker Nikotingenuss, einige Schmerzmittel, chronische Erkrankungen der Nieren, starkes Übergewicht und ein häufiger Kontakt mit gewissen Risikostoffen wie unter anderem Asbest, einige chemische Reinigungsstoffe und Treibstoff.

Des Weiteren scheinen genetische Dispositionen eine Bedeutung zu besitzen. So wird geschätzt, dass circa ein Prozent aller Fälle von Nierenkrebs auf mutierte Gene zurückgehen.

Wahrscheinlich fehlen dem veränderten Erbgut gewisse Stoffe, die eine Entwicklung von Krebs hemmen. Durch diese Anomalität kann sich der Körper schlechter gegen Tumore wehren, so dass Krebserkrankungen leichter entstehen können. Unter anderem kann sich so Nierenkrebs entwickeln.

Typische Symptome & Anzeichen

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Niere bei Nierenkrebs. Klicken, um zu vergrößern.

Typische Anzeichen und Beschwerden bei Nierenkrebs treten erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

Diagnose & Verlauf

Zur Diagnose von Nierenkrebs ist der Einsatz von bildgebenden Verfahren entscheidend. Eine physische Untersuchung, Blutuntersuchungen sowie Analysen des Urins führen zu keinem sicheren Befund. Aus diesem Grund werden Ultraschalluntersuchungen, Magnetresonanztomographie und Computertomographie herangezogen. Diese Verfahren besitzen die Möglichkeit, eine Unterscheidung zwischen Tumoren und anderen Nierenerkrankungen zu treffen.

Zudem kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel Aufschluss über eine mögliche Krebserkrankung an der Niere geben. Da es beim Nierenkrebs zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann, ist eine rechtzeitige Erkennung und Behandlung wichtig. So bestehen im frühen Stadium die Heilungschancen bei bis zu 90 Prozent. Hat der Krebs sich jedoch bereits auf andere Organe mit Metastasen ausgebreitet, sinken die Überlebungschancen bei einer Erkrankung an Nierenkrebs je nach Art des Befalls teilweise drastisch.

Komplikationen

Nierenkrebs ruft oft gravierende Komplikationen hervor. So verfügen bösartige Nierentumore über die Eigenschaft, sich via Blut- und Lymphgefäße über den Organismus auszubreiten und andere Körperregionen zu befallen. Eine häufige Folge von Nierenkrebs ist das Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwüren). Von ihnen betroffen sind in erster Linie die Lymphknoten, die Knochen sowie die Lunge. In seltenen Fällen befallen sie auch die Leber oder das Gehirn des Patienten.

Dadurch drohen wiederum lebensgefährliche Komplikationen. Dazu gehören Blutgerinnsel, die Blutgefäße verstopfen oder eine Entzündung der Lungen (Pneumonie). Als besonders gefährlich gelten Blutgerinnsel in Herz, Gehirn und Lunge. Um solcherlei Folgeerscheinungen entgegenzuwirken, ist eine rasche Behandlung des Nierenkarzinoms überaus wichtig. In den meisten Fällen findet ein chirurgischer Eingriff statt.

Bei größeren Nierentumoren sind Behinderungen des Harnabflusses aus dem Körper möglich. Dies hat wiederum einen Anstau des Urins zur Folge. Bemerkbar macht sich der Urinstau durch Schmerzen und Infektionen. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Organversagen.

Komplikationen können bei Nierenkrebs auch bei operativen Therapien auftreten. So besteht das Risiko, dass angrenzende Organe oder Körperstrukturen aufgrund des Eingriffs Schaden erleiden. Mitunter kommt dies im Darm vor. Dabei drohen lebensgefährliche Auswirkungen wie eine Peritonitis (Bauchfellentzündung). Werden Gefäße in Mitleidenschaft gezogen, kann dies Blutungen, Nachblutungen oder Hämatome (Blutergüsse) auslösen. Werden Nerven verletzt, sind wiederum Taubheitsgefühle oder Lähmungen möglich.

Behandlung & Therapie

Wird eine Erkrankung an Nierenkrebs diagnostiziert, wird ein operativer Eingriff vorgenommen. Häufig wird bei der Operation die erkrankte Niere entfernt. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, dass keine Tumore zurückbleiben.

Da der menschliche Körper über zwei Nieren verfügt, übernimmt die gesunde Niere die Aufgaben der herausgeschnittenen Niere. Wenn sich der Tumor schon auf weitere Organe ausgestreut hat, wird anschließend eine Strahlentherapie empfohlen. Durch diese Therapie werden jegliche Metastasen im Körper vernichtet und somit der Krebs an einem fortsetzenden Wachstum gebremst.

Ferner können durch die Strahlentherapie im Rahmen der Nierenkrebsbehandlung die typischen Knochenschmerzen gelindert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit zu einer Immuntherapie mit einem Protein, welches das Zellwachstum reguliert. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert, um sich gegen die im Körper befindlichen Tumore zu wehren. Die Wirksamkeit dieser Immuntherapie bei einer Erkrankung mit Nierenkrebs ist jedoch fraglich, so dass weitere klinische Studien notwendig sind.

Eine Chemotherapie wird nicht eingesetzt. Der Grund dafür liegt in der fehlenden Wirkung der verwendeten Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie gegen Nierenkrebs.

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Vorbeugung

Bei Nierenkrebs existieren keine spezifischen Vorbeugungsmaßnahmen. Eine gesunde Lebensweise sowie eine aufmerksame Beobachtung gewisser Körpersignale bieten jedoch einen Schutz gegen Nierenkrebs. So sollte beispielsweise auf fettreiche Nahrung und Rauchen verzichtet werden. Schmerzmittel sollten nur in Ausnahmesituationen eingenommen werden. Bei unerklärlichen Rückenschmerzen oder einem blutigen Urin empfiehlt es sich frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine mögliche Erkrankung an Nierenkrebs abzuklären.

Bücher über Nierenkrebs

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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