Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz, Herzmuskelschwäche oder Herzschwäche ist eine zumeist irreversible Störung und Erkrankung des Herzens. Vor allem leidet der Blutkreislauf unter einer Herzinsuffizienz. Als Folge kann nicht mehr ausreichen Blut für die Organe bereit gestellt werden. Atemnot, Müdigkeit und allgemeine Schwäche, sowie Wassereinlagerungen sind typische Anzeichen einer Herzinsuffizienz.

Inhaltsverzeichnis

Definition Herzinsuffizienz

Jedes Jahr erkranken etwa 295 von 100.000 Frauen und 380 von 100.000 Männern an Herzinsuffizienz in Deutschland. Das durchschnittliche Lebensalter bei Einsetzen der Erkrankung liegt zwischen 70 und 80 Jahren für beide Geschlechter. Bestimmte Formen der Herzinsuffizienz können aber auch schon in einem früheren Lebensalter auftreten. Bei dieser Erkrankung liegt in der Regel eine Herzmuskelschwächung vor, die das Herz in seiner Pumpfunktion beeinträchtigt.

Daher kann die vom Organismus geforderte Blutmenge zur optimalen Durchblutung des Gewebes nicht gewährleistet werden. Es wird zwischen einer Linksherz- und einer Rechtsherzinsuffizienz unterschieden, die unterschiedliche und für die Erkrankung typische Symptome aufweisen. Sind beide Herzhälften betroffen, spricht man von einer Globalinsuffizienz.

Das häufigste Symptom einer Linksherzinsuffizienz ist Atemnot (Dyspnoe). Im Anfangsstadium tritt sie nur bei körperlicher Belastung auf, bei fortschreitender Erkrankung dann aber auch in Ruhe. Diese Luftnot kann sich beim Hinlegen zusätzlich intensivieren und zu nächtlichen Attacken führen, was der Volksmund als „Herzasthma“ bezeichnet. Ein weiteres Symptom einer Linksherzinsuffizienz sind Wassereinlagerungen in der Lunge, die zu gurgelartigen Nebengeräuschen beim Atmen führen.

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz treten diese Wassereinlagerungen im Bauchraum (Aszites) und den Beinen (Beinödem) auf. Diese Wassereinlagerungen werden teilweise nachts von der Niere ausgeschieden, so dass das häufige nächtliche Wasserlassen (Nykturie) ein weiteres typisches Symptom darstellt, ebenso die durch die Wassereinlagerungen bedingte Gewichtszunahme des Patienten.

Es wird grundsätzlich zwischen einer chronischen und einer akuten Form der Herzinsuffizienz unterschieden. Die akute Form tritt binnen weniger Stunden oder Tage auf. Die chronische Form benötigt dagegen Monate oder Jahre. Links- und Rechtsherzinsuffizienz können akut oder chronisch verlaufen.

Ursachen für Herzinsuffizienz

Die Liste der Ursachen für das Auftreten von Herzinsuffizienz ist recht umfangreich: Arteriosklerose der Herzkranzgefäße ist die häufigste aller Ursachen, gefolgt von Bluthochdruck, Herzmuskelerkrankungen, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen, Herzklappenanomalien, Perikarderguss und damit verbundener Einengung des Herzbeutels und Stoffwechselerkrankungen. Tachykardien und Bradykardien (zu schnelle und zu langsame Herzfrequenz) sind oft Ursache der akuten Herzinsuffizienz.

Symptome

Krankheitsverlauf Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz

Der Krankheitsverlauf einer Herzinsuffizienz wird entscheidend bedingt durch die ihr zugrundeliegende Ursache und dem Schweregrad.

Bei fast allen weiter oben genannten Ursachen muss mit einer fortschreitenden Verschlechterung gerechnet werden. Eine notwendig werdende medikamentöse Therapie kann diesen Prozess verlangsamen, aber nicht revidieren.

Bei hohem Schweregrad leidet der Patient zudem unter einer einschneidenden Beeinträchtigung der Lebensqualität und reduzierter Lebenserwartung, da die Mortalitätsrate (Sterblichkeitsrate) bei Herzinsuffizienz hoch ist.

In diesem Zusammenhang ist eine ausreichende medikamentöse Kompensierung einer Herzinsuffizienz eine lebensverlängernde Maßnahme. Die Prognose kann sich weiterhin vergünstigen bei einer gesunden Lebensweise und regelmäßiger ärztlicher Kontrolle.

Behandlung von Herzinsuffizienz

Der erste Schritt in der Therapie einer Herzinsuffizienz ist die Beseitigung der ihr zugrundeliegenden Ursache. Dies kann medikamentös oder chirurgisch erfolgen. Liegt z.B. ein Herzklappenfehler vor, dann ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt, der den Defekt repariert. Liegt als Ursache ein erhöhter Blutdruck zugrunde, dann ist die Verordnung von Antihypertensiva notwendig.

Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung werden chirurgisch (z. B. Bypass Operation) und medikamentös (Nitrate, Betablocker, ACE-Blocker) behandelt. Bei Wassereinlagerungen werden Diuretika verordnet, ebenso Digitalisglykoside bei Vorhofflimmern und Antiarrhythmika bei Herzrhythmusstörungen.

Begleitend zur Therapie sind für die meisten Patienten moderate Belastung und körperliche Bewegung zur Stärkung des angeschlagenen Herzmuskels gefordert. Bei schwerster Herzinsuffizienz bleibt als letzter Weg nur noch eine Herztransplantation übrig.

Rezeptfreie Medikamente gegen Herzbeschwerden

Hier Informieren:

Bücher über Herzinsuffizienz

Ihre Meinung zum Thema

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Herzinsuffizienz?

Name oder Pseudonym:
E-Mail (optional):
(Wird nicht angezeigt. Nur notwendig, wenn Antwort erwünscht wird.)
Kommentar:
(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Herzinsuffizienz