Plötzlicher Herztod

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Da ein plötzlicher Herztod in Deutschland ca. 150.000 Mal im Jahr vorkommt, zählt er zu den häufigsten Todesursachen. Besonders bei jungen Menschen ist ein plötzlicher Herztod tragisch und trifft auch gesunde Menschen, wie beispielsweise Sportler. Im Folgenden wird der plötzliche Herztod genauer beschrieben, welche Ursachen er haben kann, wie er diagnostiziert wird und wie er therapiert und ihm vorgebeugt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein plötzlicher Herztod?

Definiert wird ein plötzlicher Herztod als ein Tod, welcher unerwartet und vom Herzen verursacht auftritt. Oftmals steht er in Verbindung mit einer Herzerkrankung und geht mit einem Bewusstseinsverlust einher.

Zu 80% tritt ein plötzlicher Herztod nach einer starken körperlichen Belastung auf. Nach Statistiken liegt der plötzliche Herztod noch vor Krebs und Schlaganfällen, was die häufigsten Todesursachen betrifft.

Jedoch wird diese Todesursache in der Öffentlichkeit zu stark unterschätzt. Der plötzliche Herztod tritt häufiger bei steigendem Alter auf, wobei Männer öfter betroffen sind als Frauen. Meistens liegt vor einem plötzlichen Herztod schon eine Herz-Kreislaufstörung vor, oder eine Herzrhythmusstörung.

Das Herz kann keine regelmäßigen Impulse mehr erhalten und kann zu einer unnormal hohen Schlagzahl in der Minute ansteigen (bis zu 500). Dies führt zum Kammerflimmern, was wiederum ein Herzversagen zur Folge hat. Ohne Behandlung bricht der Kreislauf nach wenigen Sekunden zusammen und es tritt nach ca. einer Minute Bewusstlosigkeit ein. Nach rund 10 Minuten kann der Patient als Hirntod erklärt werden.

Ursachen

Ein plötzlicher Herztod hat verschiedenste Ursachen. Meistens liegt die Ursache bei Herzrhythmusstörungen. Risikofaktoren, welche den plötzlichen Herztod begünstigen könnten sind zum Beispiel koronare Herzerkrankungen, zurückliegende Herzinfarkte, Herzleistungsschwächen bei Belastung oder sogar schon in Ruhe, ein früherer Herz-Kreislauf-Stillstand, (zusätzlich) höheres Lebensalter, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Rauchen und starker Alkoholkonsum sowie nicht ausreichend Bewegung.

Bei jungen Erwachsenen stehen jedoch andere Ursachen eher im Vordergrund, zum Beispiel erblich bedingte Faktoren oder eine Herzmuskelentzündung. Wenn die genannten Risikofaktoren bereits bestehen, kann auch eine zu starke Belastung den plötzlichen Herztod auslösen, obwohl derjenige sich genügend körperlich betätigt.

Bekannt sind solche Fälle aus den Medien. Bekannte Fußballspieler oder Eishockeyspieler fallen mittem im Spiel um und können nicht wiederbelebt werden. Der Grund ist meist eine meist nicht ausreichende Bettruhe oder Genesung von simplen Erkältungskrankheiten mit Fieber, die in der Folge mit zusätzlicher körperlicher Belastung (z.B. Training trotz Grippe) zu einer Herzmuskelentzündung führen können. Wird diese Herzerkrankung nicht entdeckt oder nicht ernstgenommen, kann es früher oder später zu einem plötzlichen Herztod kommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Symptome & Anzeichen

Symptome & Anzeichen

  • Bewusstlosigkeit / Ohnmacht
  • Atemstillstand
  • kein Puls ist spür- oder messbar
  • die Pupillen der Augen sind meist stark vergrößert
  • die Haut ist blass und fahl

Diagnose & Verlauf

Plötzlicher Herztod

Da ein plötzlicher Herztod mit einem Stillstand vom Herz-Kreislauf-System einhergeht, kann die Diagnose anhand einer Bewusstlosigkeit und nicht vorhandenem Puls erfolgen.

Es liegt somit ein Notfall vor, bei welchem eine sofortige Reanimation erfolgen muss. Falls ein plötzlicher Herztod eintritt, kommt es nur sehr selten vor, dass sich ein EKG-Gerät in der Nähe befindet, um eine Herzrhythmusstörung feststellen zu können.

Ein plötzlicher Herztod zeigt laut Statistik einen eher ungünstigen Verlauf. Die Überlebensrate liegt bei ca. 3 bis 8%. Der Verlauf hängt vor allem davon ab, wie schnell die Sofortmaßnahmen zur Lebensrettung erfolgen können. Da es zum Beispiel in Amerika in vielen öffentlichen Einrichtungen Defibrillatoren gibt, liegt die Überlebensrate dort um einiges höher.

Komplikationen

In der Regel stellt der plötzliche Herztod schon selbst eine Komplikation dar und führt in der Regel zum Tod des Betroffenen, wenn keine schnelle und sofortige Behandlung des Patienten stattfindet. Die Betroffenen leiden dabei an starken Herzschmerzen und auch an einem Gefühl der Beklemmung. Es kommt nicht selten zu Schwindel oder zu einer Atemnot.

Auch Störungen des Bewusstseins können mit einem Herztod einhergehen, sodass der Betroffene das Bewusstsein vollständig verlieren und sich bei einem Stur möglicherweise verletzt. Ebenso kommt es beim Herztod ohne Behandlung zu einem Atemstillstand. Sollte der Betroffene weiterhin nicht behandelt werden, so tritt in der Regel der Tod ein oder die inneren Organe und das Gehirn werden irreversibel geschädigt.

Die Haut des Patienten wirkt dabei blass und der Betroffene bewegt sich nicht mehr. Bei einem Herztod muss zwingend ein Defibrillator eingesetzt werden, um das Leben des Patienten zu retten. Weiterhin findet eine ambulante Behandlung statt, die in der Regel in einem operativen Eingriff endet. Ob es dabei zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt, kann in der Regel nicht vorausgesagt werden.

Behandlung & Therapie

Ein plötzlicher Herztod erfordert eine sofortige lebensrettende Therapie. Nur so kann der darauf folgende Tod verhindert werden. Der Defibrillator versetzt den Betroffenen kurz unter einen starken Stromschock, welcher das Herz zu einem „Neustart“ bringt und die normale elektrische Herzaktivität wieder stattfinden kann.

Eine andere Möglichkeit ist die Herzdruckmassage, welche im Notfall jeder ausführen sollte. Kann ein plötzlicher Herztod dadurch verhindert werden, liegt die folgende Therapie von der Grunderkrankung ab. Oftmals erfolgt eine Stent- oder Bypass-Operation, welche die verengten Gefäße wieder weiten sollen.

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Vorbeugung

Ein plötzlicher Herztod kann verhindert werden, indem besonders auf frühzeitige Symptome geachtet wird und Risikofaktoren erkannt werden, auch wenn keine bekannte Herzerkrankung vorliegt.

Denn wer sich gesund ernährt, sich ausreichend und angemessen sportlich betätigt, bei dem ist ein plötzlicher Herztod unwahrscheinlicher. Wer bereits an einer Herzerkrankung leidet, sollte demnach noch mehr auf Risikofaktoren wie Rauchen oder ungesunde Ernährung achten.

Es gibt außerdem Behandlungsmöglichkeiten wie den implantierbaren Defibrillator, welcher bei einer Herzrhythmusstörung in Erwägung gezogen werden kann. Aber auch Patienten, die bereits einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten haben, kann eine solche Methode relativ großen Schutz vor dem tödlichen Ausgang bieten.

Bücher über plötzlichen Herztod

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Kindermann, W., et al.: Sportkardiologie. Steinkopff, Darmstadt 2007

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