Lungenödem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Ein Lungenödem ist eine spezielle Form eines Ödems. Unter Ödemen versteht meine eine krankhafte Wasseransammlung im Gewebe. Damit findet sich bei einem Lungenödem also vermehrt Flüssigkeit im Lungengewebe oder in der Lunge direkt. Ursache für diese Erkrankung sind meist andere Erkrankungen, wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder diverse Nierenerkrankungen. Ein Lungenödem sollte so schnell wie möglich ärztlich untersucht und behandelt werden, da sonst schwere Komplikationen eintreten können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Lungenödem

Ein Lungenödem zeichnet sich durch eine Ansammlung von Wasser im Lungengewebe und in den Lungenbläschen aus, die verschiedene Ursachen haben kann. Dazu zählen Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen, aber auch Allergien und Höhenkrankheit.

Ein Lungenödem ist eine ernsthafte Erkrankung, die medizinische Behandlung benötigt. Das Lungenödem kann akut auftreten oder sich chronisch, also langsam und zunächst unbemerkt, entwickeln.

Zunächst sammelt sich bei einem Lungenödem Wasser im Lungenzwischengewebe an und greift fortschreitend auf die Lungenbläschen über, die als Alveolen bezeichnet werden. Dadurch kann beim Lungenödem die Lunge nicht mehr ausreichend belüftet werden, wodurch der Gasaustausch und die Durchblutung bei einem Lungenödem beeinträchtigt werden.

Ursachen

Die Ursachen für ein Lungenödem liegen in den meisten Fällen in einer Herzschwäche oder –insuffizienz oder in Nierenerkrankungen, die die Nierenfunktion beeinträchtigen oder andere Erkrankungen. Deshalb wird zwischen einem kardiogenen Lungenödem und nicht-kardiogenen Lungenödemen unterschieden.

Wenn ein Herz nicht mehr ausreichend arbeiten kann, fließt das Blut in die linke Herzkammer, ohne dass das Herz in der Lage ist, es wieder in den Blutkreislauf zu pumpen. Dies hat zur Folge, dass der Druck in den Lungenvenen ansteigt. Liegt ein Druck von über 25 mmHG vor, so handelt es sich um eine starke Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Wasser wird aus den Lungenkapillargefäßen in das umgebende Gewebe gepresst und verursacht das Lungenödem.

Nicht-kardiogene Erkrankungen können Allergien als Ursache haben, auch Unterernährung und Leber- sowie Nierenerkrankungen und Höhenkrankheit sind mögliche Ursachen für ein Lungenödem.

Generell liegen die Ursachen für ein Lungenödem in einer Störung der Druckverhältnisse, also zwischen onkotischem und hydrostatischem Druck innerhalb der Lunge.

Symptome

Krankheitsverlauf

Infogramm zu den verschiedenen Lungenerkrankungen und deren Merkmale, Anatomie und Lage. Klicken, um zu vergrößern.

Beim Krankheitsverlauf eines Lungenödems wird unter dem hydrostatischem Druck der Druck des Blutes in den Kapillargefäßen des Körpers verstanden. Für den onkotischen Druck sind die Eiweißbestandteile im Blut verantwortlich. Steigt der hydrostatische Druck in den Kapillargefäßen an oder sinkt der onkotische Druck ab, so tritt Wasser aus diesen Kapillargefäßen in das umliegende Gewebe aus.

In der Lunge sammelt es sich im Lungengewebe oder in den Alveolen an. Schreitet dieser Prozess fort, so können bis zu zwei Liter Wasser angesammelt werden, wodurch die Lungenfunktion drastisch beeinträchtigt wird und von einem Lungenödem gesprochen wird. Liegt ein Lungenödem vor, so wird sich allmählich oder akut der Allgemeinzustand verschlechtern und Atemprobleme müssen zur Arztkonsultation führen, um eine sofortige Behandlung einzuleiten.

Die zugrundeliegenden Erkrankungen für das Lungenödem bilden sich kaum von alleine zurück und müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Wird das Lungenödem nicht behandelt, so können Lungenentzündungen als Komplikation auftreten. Generell ist das Leben bei einem Lungenödem in Gefahr, besonders dann, wenn eine Herzinsuffizienz die Ursache darstellt.

Komplikationen

Das Lungenödem stellt eine sehr schwerwiegende Erkrankung dar, die auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden muss. Ohne Behandlung kommt es dabei in der Regel zum Tode des Patienten. Auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch das Lungenödem erheblich eingeschränkt und verringert. Der weitere Verlauf der Krankheit hängt allerdings stark von der Ursache dieser Beschwerde ab.

Die Patienten leiden dabei in erster Linie an einer inneren Unruhe und an einer Atemnot. Dabei kommt es auch zu einer Müdigkeit und zu einer Abgeschlagenheit. Die Betroffenen können keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr durchführen und leiden an einer verringerten Belastbarkeit. Weiterhin kommt es zu einem Husten und zu Herzrasen. Im schlimmsten Fall verliert der Betroffene das Bewusstsein oder erleidet einen Herztod.

Weiterhin führt das Lungenödem ohne Behandlung zu einer Lungenentzündung, die ebenso tödlich für den Betroffenen verlaufen kann. Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt kausal. In vielen Fällen sind dabei operative Eingriffe notwendig. Der weitere Verlauf der Krankheit und die Erfolgschancen hängen allerdings stark von der Ursache dieser Beschwerde ab. In vielen Fällen wird durch das Lungenödem die Lebenserwartung des Patienten verringert.

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Behandlung & Therapie

Husten, beschleunigtes Atmen und ein schnellerer Herzschlag sind Anzeichen für das Lungenödem. Zur Diagnose muss die Lunge abgehört werden und anschließend werden Röntgenaufnahmen und möglicherweise auch eine Computertomographie gemacht. Blutuntersuchungen und Herzuntersuchungen sowie Ultraschalluntersuchungen ergänzen die Diagnoseverfahren.

Dann wird eine intensive Therapie eingeleitet. Sauerstoff kann über Nasensonden zugeführt werden, der Oberkörper wird hochgelagert und Medikamente müssen eingenommen werden. Je nach Ursache muss der Körper entgiftet werden oder auf Funktionserkrankungen behandelt werden. Bei Nierenerkrankungen wird eventuell eine Dialyse eingeleitet. Ein Lungenödem muss immer intensivmedizinisch behandelt werden.

Das können Sie selbst tun

Wurde ein Lungenödem festgestellt, erfolgt in der Regel direkt eine ärztliche Therapie. Die medizinische Behandlung kann durch einige Maßnahmen unterstützt werden.

Zunächst empfiehlt es sich, die Vorgaben des Arztes einzuhalten und vor allem die verordneten Medikamente zuverlässig einzunehmen, um Komplikationen zu vermeiden. Bei Bergwanderungen besteht ein erhöhtes Risiko für akute Lungenödeme. Sollten sich auf über 2.400 Meter Höhe Symptome wie Schlafstörungen, Atemnot, Flüssigkeitsansammlungen in den Gliedern oder Kopfschmerzen einstellen, muss umgehend wieder abgestiegen werden. Anschließend ist ein Arzt aufzusuchen. Liegt dem Ödem eine Herzerkrankung zugrunde, ist regelmäßiges Wiegen angezeigt. Dadurch können Gewichtszunahmen, die durch etwaige Ödeme entstehen, festgestellt und ärztlich abgeklärt werden. Der Arzt wird außerdem eine salzarme Ernährung empfehlen.

Der Betroffene sollte sich zudem von einem Ernährungsmediziner beraten lassen und generell auf einen gesunden Lebensstil achten. Durch eine ausgewogene Diät, regelmäßigen, moderaten Sport und die Vermeidung von Stress kann das Risiko für viele der ursächlichen Erkrankungen reduziert werden. Patienten, die bereits einmal an einem Lungenödem gelitten haben, sollten regelmäßig einen Kardiologen oder Lungenfacharzt konsultieren. Auch der Hausarzt kann ein Ödem feststellen und eine geeignete Therapie einleiten.

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Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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