Traditionelle Chinesische Medizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Die traditionelle chinesische Medizin (abgekürzt: TCM) gehört zu den ältesten Heilkunden der Welt. Ihren Ursprung nahm sie vor über 2000 Jahren im ostasiatischen Raum. Grabfunden und Überlieferungen zufolge gab es erste Spuren – in Form von Fischgräten als Akupunkturnadeln - bereits vor 5000 Jahren.

Die Wurzeln der chinesischen Pflanzenheilkunde sollen sogar bis zur Steinzeit zurückreichen. Mittlerweile wird die traditionelle chinesische Medizin in unterschiedlichen Formen auf der ganzen Welt praktiziert und einige ihrer Therapieelemente, wie beispielsweise die Akupunktur, genießen auch im Westen wachsende Beliebtheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Traditionelle Chinesische Medizin?

Die Lehre der traditionellen chinesischen Medizin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Beschwerden und Krankheiten werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern der Körper und seine Organsysteme werden als eine Einheit aus sich wechselseitig beeinflussenden Energien und Dynamiken begriffen. Die elementare Lebensenergie nach der traditionellen chinesischen Medizin ist das sogenannte Qi. Dieses wird als energetischer Prozess angesehen, der in stetigem Fluss durch den menschlichen Körper fließt.

Qi kann mit Atem, Energie und Kraft, aber auch mit Luft, Temperament oder Atmosphäre übersetzt werden. Es hat in der asiatischen Kultur eine essenzielle Bedeutung und prägt dort das Verständnis für Welt und Leben. In der traditionellen chinesischen Medizin wird das Qi für die Harmonie von organischen und hormonellen Vorgängen, aber auch für Stimmungen und Temperament verantwortlich gemacht.

Eng mit dem Qi verbunden sind die Symbole Yin und Yang. Ihr Polaritätsprinzip sorgt nach Auffassung der TCM für einen optimal ausgeglichenen Gesundheitszustand, während ein Ungleichgewicht zu Krankheit führt. Der Grundsatz von Yin und Yang beruht auf der Auffassung, dass unsere Welt dem Prinzip des Dualismus unterliegt. Tag und Nacht, Sonne und Regen sind sich ständig abwechselnde, polarisierende Zustände, die ohneeinander nicht funktionieren. Yin wird nach der TCM als die weiblich-passive Seite angesehen, die empfängt und mit dem Mond in Verbindung gebracht wird. Yang ist die männlich-aktive und aufbauende Seite, die mit der Sonne assoziiert wird.

Behandlungen & Therapien

In der traditionellen chinesischen Medizin werden auch die menschlichen Organe in Yin und Yang unterteilt. Jedes Yin-Organ hat einen Yang-Partner. Eine zu starke oder zu schwache Aktivität des einen Organs hat direkten Einfluss auf dessen Partner-Organ. Grundprinzip aller traditionell chinesischen Medizinformen ist es, das Qi wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Die Lehre der TCM geht davon aus, dass im Inneren des Körpers sogenannte Funktionskreise liegen. Diese Energiekanäle werden auch Leitbahnen oder Meridiane genannt und stehen im Fokus der Behandlung.

Die Behandlungsmethoden der traditionellen chinesischen Medizin beruhen auf dem Prinzip der fünf Säulen. Diese bestehen aus der Therapie mittels Akupunktur, der Ernährungslehre, der Heilkräutertherapie, Massagen und verschiedenen Bewegungslehren, allen voran Qi-Gong. Die Praktiken des fünf-Säulen-Prinzips sollen dabei helfen, das Gleichgewicht zurückzugewinnen. Die beiden wichtigsten Verfahren bilden Akupunktur und Arzneimitteltherapie.

Die traditionelle chinesische Medizin (abgekürzt: TCM) gehört zu den ältesten Heilkunden der Welt. Ihren Ursprung nahm sie vor über 2000 Jahren im ostasiatischen Raum.

Bei ersterer werden durch ein Einstechen mit dünnen Nadeln auf die an den Meridianen befindlichen Akupunkturpunkte Blockaden des Qi-Flusses gelöst. Dieselbe Wirkung hat auch das Erwärmen jener Punkte (Moxibustion) sowie deren Massage (Akupressur). Eine Akupunktursitzung dauert etwa 30 Minuten. Der Patient liegt dabei entspannt auf einer Liege. Vor dem Einstich werden die jeweiligen Punkte erwärmt und massiert. Ziel ist es, mit so wenigen Einstichen wie möglich, Blockaden des Qi zu lösen und dem Patienten Linderung seiner Beschwerden zu ermöglichen.

Die genaue Wirkungsursache der Akupunktur ist bislang nicht erforscht, viele Patientenberichte konnten ihre Wirkung jedoch bestätigen. Zu den Haupteinsatzgebieten von Akupunktur zählen Schlafstörungen, Muskelbeschwerden, Neurologische Erkrankungen, Störungen im Magen-Darm-Bereich sowie geburtsvorbereitende Akupunktur bei Schwangeren.

Die Arzneitherapie zählt im Gegensatz zur Akupunktur zum inneren Therapieverfahren. In der TCM kommen hierbei besonders natürliche Arzneimittel zum Einsatz - davon 90% pflanzlichen Ursprungs. Die Krankheitsdiagnose erfolgt meist nach einem ausführlichen Gespräch sowie einer typisch chinesischen Puls- und Zungendiagnose.

Auch Hautton- und Beschaffenheit, der Klang der Stimme, sowie die komplette körperliche Erscheinung des Patienten werden in die Diagnose einbezogen. Die chinesische Arzneimitteltherapie arbeitet stark mit Geschmacksrichtungen. Jedes der verwendeten Arzneien kann einer Geschmacksrichtung zugeordnet werden und jede Geschmacksrichtung hat ihre eigene Wirkung auf den Körper. Salziges etwa soll trocknen, scharfes ankurbeln und öffnen. Chinesische Arzneimittel werden meist in Form von Tees oder Abkochungen verabreicht. Mittlerweile gibt es aber auch Fertigmischungen oder Kapseln. Sie werden meist in Kombination von bis zu sechszehn Einzelarzneien verordnet. Die Anwendungsgebiete sind sehr weitreichend, am häufigsten werden Atemwegserkrankungen, grippale Infekte, Magen-Darm-Beschwerden, Hautkrankheiten und Allergien mit chinesischen Arzneimitteln behandelt.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Aus wissenschaftlicher Sicht konnten viele Wirkungsweisen der traditionellen chinesischen Medizin bis heute nicht nachgewiesen werden, weswegen sie in der westlichen Welt als Alternativmedizin teils nicht ernstgenommen wird. Zahlreiche positive Patientenberichte konnten jedoch eine Wirkung bestätigen. Wie bei schulmedizinischen Medikamenten können auch in der chinesischen Arzneimittelbehandlung bei unsachgemäßer Anwendung Beschwerden auftreten.

Vergiftungen, etwa durch Verunreinigungen von nicht geprüften Arzneien auf dem Schwarzmarkt, können durch den Kauf von kontrollierten Arzneien in Apotheken umgangen werden. Ein großer Kritikpunkt an der TCM besteht in ihrer Verwendung einer großen Anzahl an tierischen Bestandteilen von geschützten und gefährdeten Tierarten. Unter meist tierquälerischen Zuständen werden etwa Bären für die Herstellung von Bärengalle gehalten. Auch Tiger, Schneeleoparden, Nashörner, Saiga-Antilopen, Sägerochen, Haie und diverse Schildkrötenarten werden nach wie vor für die traditionelle chinesische Medizin missbraucht und getötet. Deutsche TCM-Verbände sprechen sich einheitlich gegen die Verwendung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten für die Arzneimittelherstellung aus.

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