Moxibustion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Die Moxibustion, auch Moxa-Therapie oder kurz Moxen genannt, ist eine besondere Variante der Akupunktur und gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin, TCM. Anders als bei der klassischen Akupunktur werden beim Moxen nicht immer Nadeln verwendet. Die Basis der Moxa-Therapie besteht in der Erwärmung von bestimmen Akupunkturpunkten durch das Abbrennen von feingeriebenem Beifußkraut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Moxibustion?

Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte durch Hitze stimuliert. Winzige Mengen von getrockneten Beifußfasern, als Moxa bezeichnet, werden direkt auf oder über bestimmten Hautpunkten verbrannt. Diese Hautpunkte, die behandelt werden, liegen auf den Energiebahnen, den sogenannten Meridianen und entsprechen im Großen und Ganzen denen der Akupunkturpunkte.

Diese sind über den ganzen Körper verteilt. In den Bahnen fließt das Qi, die körpereigene Energie. Die Stimulation durch die Erwärmung der Punkte soll Energieblockaden lösen und somit die Energie wieder zum Fließen bringen. Der Beifuß, der als Moxakraut verwendet wird, gilt schon seit tausenden von Jahren als wirksame Heilpflanze, die bei Erhitzung tief in den Körper eindringt. Zu den wichtigsten Bestandteilen des Beifuß zählen ätherische Öle wie Kampfer und Thujon, die Sesquiterpenlactone Vulgarin und Pilostachyin, die Flavonoide Quercetin und Rutin, die Hydroxycumarine Umbelliferin und Aesculetin.

Außerdem sind Polyine, Triterpene und Carotinoide Bestandteil des Heilkrauts. Die Blätter der Heilpflanze werden im Frühjahr gesammelt und getrocknet und danach zu einer feinen Watte verarbeitet. Um ein gleichmäßiges Verglimmen über den Akupunkturpunkten zu erreichen, ist eine einheitliche, feine Konsistenz der Fasern erforderlich. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt die Moxibustion als gleichwertiges Verfahren zur Akupunktur. In Europa ist diese Behandungsmethode bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bekannt worden, hat aber erst im 20. Jahrhundert wirklich Fuß gefasst.

Funktion, Wirkung & Ziele

Es gibt verschiedene Varianten der Moxibustion, die sich zunächst in eine direkte und eine indirekte Moxa-Therapie unterteilt. Bei der direkten Moxibustion wird ein kleiner Moxakegel direkt auf der Haut angezündet. Diese Methode kann schmerzhaft sein, daher wird sie in Deutschland nur höchst selten angewendet, in China und Japan ist sie jedoch noch weit verbreitet.

Bei der indirekten Moxibustation wird das Kraut ohne direkte Berührung mit der Haut abgebrannt. Stattdessen legt der Therapeut eine frische Ingwer- oder Knoblauchscheibe auf den Akupunkturpunkt. Als Unterlage eignen sich auch Salz, Papier, Heilerde oder Tofu. Nach der TCM-Lehre sollen damit unterschiedliche Effekte erzielt werden. Auf der Unterlage wird der Moxakegel angezündet, der dann langsam verglimmt. Statt eines Kegels wird häufig eine etwa 20 Zentimeter lange Stange verwendet. Sie besteht aus gerolltem Beifußkraut, das in dünnes Papier gewickelt ist. Mit der angezündeten Stange, auch Moxazigarre genannt, nähert sich der Therapeut bis auf etwa einen halben Zentimter dem ausgewählten Akupunkturpunkt. Verspürt der Patient ein deutliches Hitzegefühl, wird die glühende Spitze kurz entfernt bzw. auf einen anderen Punkt geschoben.

Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte durch Hitze stimuliert. Winzige Mengen von getrockneten Beifußfasern, als Moxa bezeichnet, werden direkt auf oder über bestimmten Hautpunkten verbrannt.

Der Vorgang wird solange wiederholt, bis sich die Haut am Akupunkturpunkt deutlich gerötet hat. Eine dritte Variante der Moxa-Therapie ist die Moxibustion mit Nadeln. Hierbei wird die Nadel auf den ausgewählten Akupunkturpunkt gesetzt. Am anderen Ende der Nadel wird die Moxa befestigt und angezündet. Die Nadel leitet die Hitze in die Akupunkturstelle weiter. Ziel jeder Moxibustation ist die Lösung von Energieblockaden, um gesundheitliche Probleme zu lindern. Durch die Wärmeeinwirkung sollen sich Kälte und Feuchtigkeit aus den Meridianen auflösen, und die Zirkulation in den Energiebahnen fördern.

Während in China und Japan die Moxibustion auch zur Vorbeugung von Krankheiten angewendet wird, kommt sie in Europa erst bei bestehenden Erkrankungen zum Einsatz. Das therapeutische Spektrum reicht von Kältegefühlen des Körpers wie Frieren oder kalte Füße über niedrigen Blutdruck, Durchblutungsstörungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Durchfall, Reizdarm-Syndrom, Depressionen, Rückenschmerzen, chronischem Erschöpfungssyndrom bis hin zur Abwehrschwäche.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Um Verletzungen auszuschließen, werden, anders als bei der Akupunktur, Gesicht, Schädel, Hals und Schleimhautbereiche ausgespart. Auch direkt über Organen oder Krampfadern wird die Moxa-Therapie nicht durchgeführt. Wird eine Moxibustion korrekt angewendet, dürften im Regelfall keine Beschwerden oder gar Schmerzen auftreten. Dennoch kann es im Rahmen einer Therapie zu Kopfschmerzen oder Einschlafproblemen des Patienten kommen.

Dann muss die Behandlung umgehend abgebrochen werden. Eine direkte Moxibustion ohne Unterlage kann zu Verbrennungen bis hin zu Brandblasen führen, so dass sich daraus eine Narbenbildung entwickelt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Moxibustion nicht ratsam. Das gilt bei Fieber, akuten Infekten und Entzündungen, bei Bluthochdruck, Blutungen, während der Menstruation, bei starker Nervosität und innerer Unruhe, bei Schlaflosigkeit und Hautkrankheiten. Auch direkt über Wunden ist die Moxibustion tabu. Vorsicht geboten ist bei Diabetikern mit einer diabetischen Polyneuropathie. Aufgrund dieser Sensibilitätsstörung wird die Hitze des Moxakrautes oft nicht richtig wahrgenommen, so dass es rasch zu Verbrennungen kommen kann. Eine Gratwanderung ist die Behandlung von Kindern.

Ungewollte Komplikationen, wie eine Wundinfektion können gefährliche Folgen nach sich ziehen wie etwa Narben, die potentiell entstellend sein können. Daher muss bei der Behandlung von Kindern entweder die Einverständniserklärung des Kindes selbst vorliegen, sofern es entscheidungsfähig ist, oder die Eltern müssen eine Einwillungserklärung abgeben. Außerdem muss eine medizinisch fachgerechte Durchführung gewährleistet sein. Doch daran scheitert es, da die wissenschaftliche Wirksamkeit der Moxibustion bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Es liegen keine aussagenkräftigen wissenschaftlichen Studien vor.

Bücher über Akupunktur

Quellen

  • Hammes, M., Kuschick, N.: Akupunktur kompakt. Lehmanns Media, Berlin 2012
  • Hecker, H.-U., Steveling, A., Peuker, E. T. (Hrsg.): Praxis-Lehrbuch Akupunktur. Hippokrates, Stuttgart 2010
  • Molsberger, A., Böwing, G.: So hilft mir die Akupunktur. Haug, Stuttgart 2006

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