Verspannung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Verspannungen sind zumeist Funktionsstörungen von Muskeln oder Muskelgruppen. Aber auch durch eingeklemmte Nerven und Zugluft kann es im Bereich der Muskeln zu Verspannungen kommen. Typische Areale hierfür sind vor allem der Nacken und der Rücken. Durch Verspannungen kann die Bewegungsfreiheit im Alltag stark eingesränkt sein. Massagen, warme Bäder und Sport helfen Verspannungen zu beseitigen und vorzubeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Verspannungen?

Als Verspannung werden entweder Störungen bei der Koordination oder der Zusammenarbeit der Muskeln bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um einen kurzen Krampf, sondern um langanhaltende Schmerzen, die in der Stärke variieren können. Die Muskeln des menschlichen Körpers sind Antagonistenpaare: Das bedeutet, dass sich jeweils ein Muskel ausdehnen muss, damit sich der andere zusammenziehen kann.

Gelöst wird die Bewegung, indem die Muskelpaare den gleichen Vorgang mit umgekehrten Rollen ausführen. Die Verspannung entsteht dadurch, dass einer der beiden Muskel seine normale Grundanspannung intensiviert, während der andere entspannt - dieser Zustand hält lange an und kann schmerzhaft sein.

Ursachen

Eine Verspannung stellt sich aus verschiedenen Gründen ein. Die Muskeln können sich aus körperlich-mechanischen Ursachen heraus eine ungesunde Anspannung aneignen, aber auch durch psychische Trigger.

Die mechanische Verspannung ergibt sich dadurch, dass der Körper einer ungesunden Haltung ausgesetzt war. Beim Sitzen kommt es beispielsweise häufig vor, dass sich dadurch der Rücken stark verspannt. Das rührt daher, dass der Mensch auf unnatürliche Weise sitzt und sich dadurch die Position der Muskeln verändern muss.

Durch die Länge dieser andersartigen Lage entsteht schließlich die Verspannung. Dasselbe gilt auch für alle anderen Muskelgruppen, etwa den Nacken in Kombination mit zu langer Arbeit am Computer.

Eine andere körperliche Ursache sind fehlkoordinierte Antagonistenpaare. Ein Muskel des Paars kann unterentwickelt sein, was beispielsweise durch geringe Beanspruchung passieren kann. Die Hauptlast liegt in diesem Fall auf dem anderen Muskel des Paars, der sich entsprechend verspannt.

Stress ist ein weiterer Grund für eine Verspannung. Dabei verändert sich die Körperhaltung des Menschen, was im Regelfall kein Problem ist, da sich der Stress schnell wieder geben sollte. Tut er das allerdings nicht, wie es im beruflichen Alltag häufig vorkommt, entsteht eine schmerzhafte Verspannung. Besonders häufig betroffen sind Nacken- und Schultermuskulatur.

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Krankheiten

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Verspannung macht keinen Arztbesuch nötig. Oft kann der Betroffene selbst mit Schmerzsalben, Rotlicht-Anwendungen oder Massagen Abhilfe schaffen. Anders kann es aber aussehen, wenn die Verspannungen zu Bewegungseinschränkungen, starken Schmerzen oder Sehstörungen führen. Hier ist ärztliche Abklärung notwendig. Es muss ermittelt werden, warum die Verspannung solche Auswirkungen gezeitigt hat.

Auch bei einem Tinnitus kann eine Verspannung auslösend sein. In diesem Fall ist es sinnvoll, einen Physiotherapeuten oder Osteopathen aufzusuchen. Dieser kann den Sitz der Verspannung ermitteln und die Blockade manuell lösen. Bei starken verspannungsbedingten Beschwerden kann ein Arzt durch eine lokale Schmerzspritze dafür sorgen, dass keine Schonhaltung entsteht.

Einseitige Belastungen im Beruf oder Fehlhaltungen können über Jahre zu chronischen Verspannungen führen. Hier sind unter Umständen Besuche beim Orthopäden notwendig. Die Ursachen der Verspannungen müssen ermittelt und nach Möglichkeit beseitigt werden. Beinlängenunterschiede oder altersbedingte Fußprobleme, ungeeignetes Mobiliar oder andere Verursacher können vom Betroffenen eliminiert werden.

Eine chronische Verspannung kann auch auf eine schlechte Matratze hinweisen. Halten die Verspannungsschmerzen trotz aller Maßnahmen an, sollte eine Schmerztherapie angedacht werden. Dafür gibt es spezielle Schmerztherapeuten. Hier erleben die Betroffenen oft, mit starken Schmerzmitteln behandelt zu werden. Viele wurden eigentlich für ganz andere Krankheitsbilder entwickelt. Ob das eine angemessene Lösung ist, sollte jeder selbst beurteilen.

Behandlung & Therapie

Der Nutzen einer Massage liegt in: der Förderung der Durchblutung, der Entspannung der Muskulatur, in der Schmerzlinderung und in der psychischen Entspannung.
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Es gibt viele verschiedene Behandlungsmethoden für Verspannungen. Man kann zunächst symptomatisch behandeln, um die Schmerzen zu lindern - Ziel sollte allerdings sein, die Ursache zu korrigieren, um der Verspannung dauerhaft entgegenzuwirken.

Zur Behandlung der Verspannung selbst empfiehlt es sich, eine Schmerzsalbe anzuwenden. Diese kann zumindest kurzfristig den Schmerz überdecken, bis eine weitere Behandlungsmethode eingesetzt wird. Hilfreich sind auch warme Duschen oder der Besuch der Sauna, um den verspannten Muskel warm zu halten. Das lindert nach einiger Zeit die Schmerzen der Verspannung.

Bei rein körperlichen Ursachen empfiehlt sich eine Physiotherapie. Diese kann besonders dann helfen, wenn sich ein Antagonistenpaar unglücklich entwickelt hat. Durch Massage, Gymnastik oder Schwimmübungen können die schwächeren Muskeln gezielt gefördert werden.

Auf diese Weise entlasten sie die verspannten Muskeln und sorgen dafür, dass die Last gleichmäßiger verteilt wird. Entspannungsmethoden wie Yoga-Übungen oder Shiatsu tragen dazu bei, psychischen Stress abzubauen. Dadurch kann sich auf Dauer eine Verspannung lösen.

Aussicht & Prognose

Eine Verspannung kann akut oder chronisch sein. Sie kann unterschiedliche Folgebeschwerden verursachen. Von diesen und von den Ursachen hängt es ab, welche Prognose es für den Einzelfall einer Verspannung gibt. Viele belastungsbedingt entstandene Verspannungen sind durch mehr Bewegung und gezielt eingesetzte Sportübungen zu beheben.

Unser modernes Leben birgt viele Stressfaktoren. Viele Menschen sind stundenlang mit einseitigen Arbeiten in unnatürlichen Körperhaltungen beschäftigt. Viele Bürger nehmen Probleme und Sorgen mit in den Schlaf. Dauerhafte und chronische Verspannungen stellen daher ein zunehmendes Problem im Gesundheitswesen dar.

Spannungsbedingter Schwindel, durch Verspannungen ausgelöste Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen können mit Rotlicht, krankengymnastischen Übungen, Entspannungstherapien und Schmerzsalben behandelt werden. Verspannungen in den Beinen sind mit Magnesium oder Schonung zu verbessern.

Wichtiger als die Symptome zu bekämpfen wäre es jedoch, die Verursacher der Verspannung zu ermitteln und zu beheben. Ergonomische Büromöbel können hilfreich sein. Ist die Verspannung aufgrund von degenerativen Veränderungen am Skelett entstanden, ist die Prognose schlechter. Auch bei einer Parkinson-Erkrankung entstehende Verspannungen sind in der Prognose eher schlecht. Sie entwickeln sich meist zu motorischen Störungen und Bewegungseinschränkungen weiter.

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Vorbeugung

Um einer Verspannung vorzubeugen, sollte man auf eine rundum gesunde Arbeitsumgebung achten. Ein ergonomisch geformter Stuhl und regelmäßige Entspannungsübungen während der Arbeit sollten Grundvoraussetzung sein. Hilfreich ist auch das bewusste Training der beanspruchten Muskelgruppen. Dadurch, dass man sie bereits vorher stärkt, kann eine Verspannung gar nicht erst entstehen und man bleibt gesund.

Das können Sie selbst tun

Bei Verspannungen helfen eine Reihe von Hausmitteln und Maßnahmen. Leichte Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich lassen sich meistens durch Wärme und Entspannung lösen. Wirksam sind etwa Wärmflaschen und Kirschkernkissen, aber auch elektrische Heizkissen und Infrarotlampen.

Eine heiße Dusche oder ein entspannendes Bad fördern die Durchblutung und lockern die Muskeln. Massagen haben denselben Effekt und können für eine bessere Wirkung unter anderem mit Lavendelöl oder Olbastropfen angewendet werden. Weitere Hausmittel gegen Verspannungen sind die entzündungshemmende Ingwer, Gerstengras und die schmerzlindernde Pfefferminze. Außerdem gibt es einige wirksame Heilkräuter wie etwa Menthol, Arnika, Rosmarin oder Kampfer. Begleitend dazu kann die verspannte Stelle mit warmem Olivenöl oder Apfelessig eingerieben werden.

Langfristig lassen sich Verspannungen durch Sport und Dehnungsübungen reduzieren. Wer viel sitzt, sollte immer wieder Spaziergänge in den Alltag einbauen und außerdem rückenfreundlich aufstehen. Zudem sollten mögliche Ursachen für die Verspannungen behoben werden. Ein rückenschonender Bürostuhl etwa, kann haltungsbedingte Schulter- und Nackenschmerzen reduzieren. Stressbedingte Verspannungen lassen sich durch Entspannung lösen. Sollten diese Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt bringen, empfiehlt sich zur weiteren Abklärung ein Arztbesuch.

Bücher über Verspannung

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Kröner-Herwig, B., Frettlöh, J., Klinger, R., Nilges, P. (Hrsg.): Schmerzpsychotherapie. Springer, Berlin 2011
  • Thomm, M. (Hrsg.): Schmerzmanagement in der Pflege. Springer, Berlin 2012

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