Skoliose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
Startseite » Krankheiten » Skoliose

Die Skoliose ist eine Erkrankung, die zwar in ihrem Verlauf weitaus erforscht ist. Dennoch sind die Ursachen, die eine Skoliose auslösen und bedingen können bei etwa 80 Prozent aller Betroffenen gegenwärtig noch nicht nachvollziehbar. Die Skoliose ist eine Krankheit der Knochensubstanz, die vowiegend Mädchen und Frauen betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Skoliose?

Bei der Skoliose handelt es sich um eine Erkrankung, die insbesondere das Skelettsystem in einem konzentrierten Bereich betrifft. Die typischen Veränderungen, die für eine Skoliose kennzeichnend sind, vollziehen sich ausschließlich an der Wirbelsäule.

Da sich im Verlauf der Skoliose die Wirbelsäule deformiert, das heißt, ihre Form seitlich verschoben und verdreht ist, wird die Skoliose als Seitenverbiegeung der Wirbelsäule bezeichnet.

Diese in medizinischen Kreisen exakt als Seitenverbiegung des Achsenskeletts bezeichnete Erkrankung ist dauerhaft und nicht wieder umkehrbar.

Ursachen

Die dreidimensionale Verbiegung während der Skoliose entsteht durch verschiedene Ursachen, wobei nicht alle vollständig bekannt sind. Aufgrund der unterschiedlichen Erscheinungsformen der Skoliose können auch verschiedenartige, nicht beeinflussbaren Auslöser zu den Verursachern gehören.

Grundsätzlich tritt eine Skoliose auch ohne nachvollziehbare Ursachen auf. Diese Form der Skoliose ist typisch für die Erkrankung, die sich bereits bei Kindern und Jugendlichen ausprägen kann. Angenommen wird, dass es während der einzelnen Wachstumsphasen zu Verdrehungen einzelner Wirbelkörper und zu einer Gesamtverschiebung der Wirbelsäule kommt. Bei Erwachsenen kann eine Skoliose durch spezielle Vorerkrankungen bedingt sein.

Neben vorgeburtlichen Störungen der Knochenentwicklung sowie durch Unregelmäßigkeiten im Stoffwechsel oder eine Rachitis sowie die Glasknochenkrankheit kann eine Skoliose ebenfalls entstehen. Außerdem kommen auch Unfälle und abweichend lange untere Extremitäten führen ebenfalls zu einer Skoliose.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Verkrümmung der Wirbelsäule
  • Schräglagesyndrom (C-förmig verkrümmte Wirbelsäule)
  • Verkürzung des Oberkörpers im Erwachsenenalter
  • Verminderte Leistungsfähigkeit von Atmungsorganen und Herz-Kreislauf-System

Krankheitsverlauf

Infogramm zur Wirbelsäulenverdrehung bei einer Skoliose. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Prognose, wie der Krankheitsverlauf einer Skoliose vor sich gehen wird, wäre gerade im Kinder- und Jugendlichenalter vorteilhaft, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Leider ist eine Vorabstimmung aufgrund fehlender Erkenntnisse nicht möglich. Die Skoliose verschlechtert sich insbesondere dann in Bezug auf den Verlauf drastisch, wenn die Wachstumsvorgänge intensiv sind. Nach dem Beginn der Menstruation stagniert die Skoliose in den überwiegenden Fällen.

Sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen tritt eine Verschlimmerung der Symptome der Skoliose durch das abgeschlossene Wachstums des Skelettsystems nicht mehr auf. Dennoch bleiben die bis zu diesem Zeitpunkt eingetretenen Schädigungen erhalten. Lediglich bei einigen Fällen verschlechtert sich die Skoliose noch.

Komplikationen

Eine Skoliose kann unterschiedliche Folgeschäden nach sich ziehen. Diese treten vor allem nach einem langjährigen Verlauf der Wirbelsäulenverkrümmung auf. Zu den häufigsten Komplikationen der Skoliose gehören vorzeitige Abnutzungserscheinungen, die durch die permanente Fehlstellung der Wirbelsäule entstehen. Sie betreffen hauptsächlich die Wirbelkörper und Bandscheiben.

Infolgedessen leiden die betroffenen Personen oftmals unter Rückenschmerzen. Darüber hinaus besteht das Risiko eines Bandscheibenvorfalls. Außerdem kann sich die Wirbelsäule in zunehmendem Maße versteifen. Des Weiteren werden häufig auch Knie- und Hüftgelenk durch die Wirbelsäulenverkrümmung in Mitleidenschaft gezogen.

Eine weitere mögliche Komplikation aufgrund der schiefen Wirbelsäule ist die Verkürzung des Rumpfbereichs. In schweren Fällen verkleinern sich deswegen mehrere innere Organe. Dabei handelt es sich in erster Linie um Lunge, Herz, Magen, Darm und Niere, die an Funktionstüchtigkeit einbüßen. Ist die Skoliose stark ausgeprägt, kann es dadurch zu einer Insuffizienz des rechten Herzens kommen, die lebensgefährliche Ausmaße annimmt.

Im Erwachsenenalter besteht die Gefahr, dass das Atmen aufgrund einer schweren Skoliose immer schwerer fällt. So lässt sich der Brustkorb kaum noch bewegen. Ferner verringert sich das Lungenvolumen. An der Krümmungsseite droht eine Überblähung der Lunge, was Mediziner als Lungenemphysem bezeichnen. Weil die andere Lungenseite nur noch unzureichend belüftet wird, erfolgt ein partieller Zusammenfall des Lungengewebes. Infolgedessen kann es zu weiteren Komplikationen wie eine chronische Bronchitis, Lungenentzündung oder Pleuritis (Lungenfellentzündung) kommen.

Behandlung & Therapie

Die Formen der Behandlung bei einer Skoliose sind mannigfaltig und richten sich nach verschiedenen Aspekten. Grundsätzlich liegt das Augenmerk der therapeutischen Maßnahmen darin, die weitere Entwicklung der Skoliose günstig zu beeinflussen. Dies bezieht sich hauptsächlich auf eine zunehmende Verkrümmung.

Je nach dem Grad der Schwere der Ausprägung werden spezielle therapeutische Maßnahmen umgesetzt. Bei einer Verkrümmung der Skoliose bis zu 20° stehen krankengymnastische Übungen nach dem sogenannten Lennert-Schroth-Prinzip zur Wahl. Die Beibehaltung der krankengymnastischen Methoden ist bis zum Abschluss es Wachstums erforderlich.

Ab einer deutlich sichtbaren Verkrümmung der Wirbelsäule ab 20° werden die krankengymnastischen Aufwendungen durch eine sogenannte Korsettbehandlung erweitert. Die Korsettbehandlung bei der Skoliose bedeutet, dass die Betroffenen ein speziell angefertigtes Stützkorsett tragen müssen. Dieses Korsett dient dazu, um bei der Skoliose die Wirbelsäule wieder zu strecken und normal zu richten. Während dem Tragen des Korsetts werden in regelmäßigen Abständen röntgenologische Kontrollvorstellungen durchgeführt.

Eine schwere Ausprägung der Skoliose liegt dann vor, wenn die Krümmung mehr als 40° beträgt. Neben den physiotherapeutischen und krankengymnastischen Übungen in Kombination mit dem 22stündigen Anlegen des Korsetts stellen aufwendige und komplizierte, jedoch oft sehr erfolgreiche chirurgische Eingriffe eine alternative Therapiemöglichkeit dar. In den meisten Fällen zieht eine Skoliose weitere Beschwerden nach sich, die eine medikamentöse Behandlung erfordern, die überwiegend im Rahmen der Schmerzbetreuung durch Medikamente konservativ durchgeführt werden kann.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Entstehung der Skoliose nicht prophylaktisch entgegengewirkt werden kann. Die einzige Möglichkeit, um einer Skoliose rechtzeitig wahrnehmen zu können, sind eine gute Wahrnehmung des eigenen Körpers und die ärztliche Konsultation zur rechtzeitigen Früherkennung und zeitigen Aufnahme der Therapie sowohl durch allgemeine Ärzte als auch durch spezialisierte Fachmediziner und Operateure.

Bücher über Skoliose

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: