Fleckfieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
Startseite » Krankheiten » Fleckfieber

Fleckfieber gehört, wie Malaria und Gelbfieber, zu den Tropenkrankheiten. Im Volksmund war das Fleckfieber früher auch als Läusetyphus oder Hungertyphus bekannt. Fleckfieber gehört zu den bakteriellen Infektionserkankungen, die von Läusen übertragen werden. Unbehandelt kann das Fleckfieber zum Tod führen und sollte daher schnellstmöglich ärztlich behandelt werden. Wer in gefährdete Länder mit Fleckfieber reist, sollte sich gegebenenfalls impfen lassen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Fleckfieber

Das Fleckfieber ist eine meldepflichtige Erkrankung, die durch Vektoren wie Flöhe, Milben, Läuse oder Zecken übertragen wird. Dabei kommt es durch den Biss des Trägertieres zu einer Infektion mit Bakterien der Gattung Rickettsia, die zunächst für Juckreiz und eine Verfärbung der Bissstelle sorgen.

Anschließend kommt es zu dem charakteristischen aufgedunsenen Gesicht mit Rotfärbung, die dem Fleckfieber seinen Namen gab. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Bewusstseinsstörungen, wenn das Gehirn von der Infektion ebenfalls betroffen ist. Die Erkrankung kommt vor allem in den subtropischen und tropischen Gebieten der Erde vor.

Ursachen

Dem Fleckfieber geht immer der Biss mit einem infizierten Trägertier voraus. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist fast ausgeschlossen. Die Erkrankung kann sich allerdings schnell ausbreiten, wenn Menschen eng beieinander leben und unter unhygienischen Bedingungen hausen, wie es in vielen tropischen und subtropischen Ländern leider heute noch der Fall ist.

Dadurch springen Parasiten schnell von einem Wirt zum anderen und infizieren dabei jedes Mal aufs Neue einen Menschen. Durch den Biss des Parasiten gelangen die Rickettsien in den Blutkreislauf des Menschen und können dort weiterleben. Wie bei jeder Infektion sind es nicht unbedingt die Bakterien selbst, die für den Menschen schädlich sind, sondern vor allem deren Ausscheidungsprodukte, die als Toxine im menschlichen Körper wirken.

Eine zweite Infektion mit dem Erreger wird allerdings deutlich harmloser verlaufen, da der Patient dann bereits eine aktive Immunisierung besitzt. Die Symptome sind weniger erheblich und er leidet deutlich weniger unter der Erkrankung als bei der Erstinfektion.

Symptome

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit bei Fleckfieber nach der Infektion mit Rickettsien beträgt ungefähr 10-14 Tage. Erst dann treten die ersten Krankheitssymptome auf und äußern sich beispielsweise durch Juckreiz an der Bissstelle. Ferner schwillt diese an und es kommt zu einer blauschwarzen Verfärbung, die dem betroffenen Patienten sofort auffallen wird.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommen typische Grippesymptome dazu, die sich unter anderem durch hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie begleitendem Schüttelfrost äußern. Charakteristisch für das Fleckfieber sind ein geschwollenes, rotes Gesicht sowie Bewusstseinsstörungen, sofern die Rickettsien auch das Gehirn befallen haben. Ohne eine schnelle Behandlung können die meisten Formen des Fleckfiebers tödlich verlaufen, mit der richtigen Medikation ist die Erkrankung jedoch heilbar.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da das Fleckfieber unbehandelt im schlimmsten Fall zum Tod des Betroffenen führen kann, sind die Patienten immer auf eine Behandlung angewiesen. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn der Betroffene sich in den Tropen aufhält und unter starken Kopfschmerzen und Fieber leidet. Es kommt zu Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Zu den Symptomen des Fleckfiebers gehören auch Störungen des Bewusstseins, sodass einige Betroffen auch das Bewusstsein verlieren und sich dabei verletzen können.

Auch bei einem starken Ausschlag oder bei Rötungen der Haut ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Die Beschwerden dieser Erkrankung treten in der Regel erst nach zwei Wochen auf, sodass sie sich auch erst im Heimatland zeigen können. Neben den gewöhnlichen Symptomen einer Grippe sind vor allem die Rötungen der Haut wichtige hinweisende Symptome dieser Krankheit.

Beim Fleckfieber kann in der Regel ein Allgemeinarzt oder direkt das Krankenhaus aufgesucht werden. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Antibiotika und führt dabei in den meisten Fällen zu einem schnellen Erfolg. Weitere besondere Maßnahmen sind dabei in der Regel nicht notwendig.

Komplikationen

Die Symptome und Komplikationen beim Fleckfieber sind dem gewöhnlichen Fieber relativ ähnlich. Der Patient leidet dabei an einer erhöhten Temperatur und ebenso an Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. In der Regel kommt es kurz vor dem Infekt zum sogenannten Schüttelfrost und dem Patienten wird kalt. Nicht selten wird das Fleckfieber auch von einem Hautausschlag begleitet.

Aufgrund des Fiebers ist der Betroffene oft nicht mehr in der Lage, klar zu denken oder körperliche Tätigkeiten durchzuführen. Der Alltag ist für die Zeit der Erkrankung eingeschränkt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Fieber eine Temperatur von 40 Grad Celsius erreicht und damit lebensgefährlich wird. Oft dauert die Krankheit mehrere Wochen an.

Auch die Ohren sind betroffen und können zu einer temporären Taubheit oder zu Geräuschen im Ohr führen. Im schlimmsten Fall breitet sich der Infekt bis in das Gehirn aus und verursacht dort eine Gehirnentzündung, welche unbehandelt zum Tod führen kann. Bei einer gewöhnlichen Behandlung mit Hilfe von Antibiotika kommt es zu keinen weiteren Komplikationen. In der Regel ist der Patient nach der Erkrankung immun gegen das Virus und erkrankt nicht noch ein Mal.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Fleckfieber geht zunächst mit der stationären Aufnahme des Patienten einher, der zur Beobachtung und Behandlung am besten in der Nähe der Ärzte bleibt. Als besonders wirksam bei der Bekämpfung von Rickettsien haben sich Antibiotika der Klasse der Tetracycline erwiesen. Der Standardwirkstoff gegen das Fleckfieber ist heute das Tetracyclin Doxycyclin. Der Patient kann es oral einnehmen, sofern vom Arzt nichts anderes verordnet wird.

In einigen Fällen von Fleckfieber kann der Patient jedoch so lethargisch sein, dass es schwerfällt, ihm das Mittel oral zu verabreichen - dann wird es intravenös verabreicht. Symptomatisch behandelt wird vor allem das hohe Fieber, da es bleibende Schäden im Körper anrichten oder den Patienten schlimmstenfalls töten könnte. Die symptomatische Behandlung wird immer für den Einzelfall entschieden und individuell für jeden Patienten neu angepasst, um die bestmögliche Wirkung zu erreichen und dem Patienten die Genesung zu erleichtern.

Das können Sie selbst tun

Fleckfieber ist eine meldepflichtige bakterielle Infektionskrankheit, die von sehr kleinen Stäbchenbakterien der Gattung Rickettsia ausgelöst wird. Die Bakterien werden von Gliederfüßlern wie Läuse und Zecken nach dem Stich oder Biss bei ihrer Blutmahlzeit übertragen. Es handelt sich zwar um eine Krankheit der Tropen und Subtropen, allerdings konnte der Erreger bereits bis nach Südeuropa in Mittelmeerregionen und bis zum Schwarzen Meer vordringen. In den USA ist die Krankheit als Felsengebirgsfleckfieber (Rocky Mountains Spotted Fever) bekannt.

Selbsthilfemaßnahmen, die die Krankheit direkt bekämpfen, sind nicht existent. Allerdings sollte die Inkubationszeit von zehn bis 14 Tagen, die typischerweise vom Stich oder Biss bis zum Ausbruch der Krankheit vergeht, für diagnostische Zwecke genutzt werden. Falls ein Stich eine Infektion mit Rickettsien oder anderen Pathogenen zur Folge hatte, bildet sich um die Einstichstelle eine Art Ring mit blauschwarzer Verfärbung.

Falls die Krankheit ausbricht, bestehen Selbsthilfemaßnahmen darin, während des hohen Fiebers, das die Krankheit begleitet, parallel zur antibiotischen Behandlung der Infektionskrankheit für genügend Flüssigkeitsaufnahme zu sorgen und eventuell durch kalte Wadenwickel oder andere geeignete Hausmittel das Fieber ein wenig zu senken. Typische Merkmale des Fleckfiebers sind ein hochrotes, geschwollenes Gesicht und grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann die Krankheit einen schweren Verlauf mit ungünstiger Prognose nehmen.

Bücher über Fleckfieber

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: