Lichttherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Schon seit 1987 wird die Lichttherapie in Deutschland angewendet. Seitdem hat sie sich zur bevorzugten Therapieform bei Schlafstörungen, saisonalen Depressionen sowie Störungen der sogenannten inneren Uhr entwickelt. Auch im privaten Bereich wird die Lichttherapie als einfach anzuwendendes Mittel bei Winterdepression, Kopfschmerzen, Migräne und bei Akne eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Lichttherapie?

Das von der wissenschaftlichen Medizin anerkannte Verfahren der Lichttherapie dient der Behandlung verschiedener Erkrankungen in der Humanmedizin. Diese physikalische Therapiemethode wird besonders bei psychischen Leiden und Hautkrankheiten angewendet.

Je nach behandelter Erkrankung kommen verschiedene Strahlungsteile des Lichts zum Einsatz. Die Phototherapie ist eine Sonderform der Lichttherapie. Bei dieser wird lediglich kurzwelliges blaues Licht in einem Wellenbereich von 450 bis 460 nm verwendet.

Funktion, Wirkung & Ziele

Besondere Erfolge erzielt die Lichttherapie bei der Behandlung von Depressionen. Gerade bei den regelmäßig in der dunklen Jahreszeit auftretenden saisonalen Depressionen hilft eine gezielte Lichttherapie, den Melatoninspiegel im Gehirn zu senken und dieses zu einer vermehrten Serotoninausschüttung anzuregen.

Dieser Botenstoff wirkt nachweislich gegen Depressionen und ist als Wirkstoff in vielen Antidepressiva enthalten. Für dieses Anwendungsgebiet wird eine helle, fluoreszierende Lampe mit vollem Lichtspektrum und 2500 bis 10.000 Lux Lichtstärke verwendet, die etwa 200 Mal heller strahlt als übliche Zimmerbeleuchtungen. Da die notwendige Wirkung des Lichts wahrscheinlich einzig über die Augen vermittelt wird, werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn die Lichtquelle für die Lichttherapie etwa 90 cm vom Gesicht entfernt aufgestellt wird.

Auch Migräne-Attacken können mit einer regulären Lichttherapie langfristig vermindert werden, da diese zum Teil ebenfalls durch einen Serotoninmangel ausgelöst werden, der durch eine regelmäßige Behandlung mit Licht ausgeglichen werden kann. Migräne-Patienten wird die Lichttherapie am frühen Morgen empfohlen, da die Schmerzen zumeist vormittags einsetzen.

Diese physikalische Therapiemethode wird besonders bei psychischen Leiden und Hautkrankheiten angewendet.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Lichttherapie ist die Bekämpfung von Neurodermitis. Hierbei werden die betroffenen Körperstellen mit UV-Licht bestrahlt. Bei chronischen Hautveränderungen durch Neurodermitis findet vorrangig eine UVB-Therapie Anwendung, die einen relativ positiven Effekt, aber verhältnismäßig geringe Nebenwirkungen aufweist.

Bei akuten Schüben einer schweren Neurodermitis wird auf eine UVA1-Therapie zurückgegriffen. Die Dosierung bei dieser Lichttherapie erfolgt je nach Schwere des Schubs von niedrig- bis hochdosiert. Da jedoch die Wärme des UVA-Lichts das Jucken noch verstärken kann, wird der Infrarotteil herausgefiltert und nur das sogenannte Kaltlicht genutzt. Bei einer PUVA-Therapie wird die Bestrahlung mit UVA-Licht durch die Einnahme von Tabletten unterstützt, welche die Lichtempfindlichkeit des Körpers erhöhen sollen. Auch Mischbestrahlungen mit UVA- und UVB-Licht werden im Rahmen einer Lichttherapie bei Neurodermitis durchgeführt.

Eine geeignete Lichttherapie kann maßgeblich zur Verbesserung des Hautzustandes bei der Akne vulgaris (gewöhnliche Akne) führen. Voraussetzung für den Erfolg ist die richtige Wellenlänge des Lichts. Durch die antibakterielle Wirkung von blauem Licht wird innerhalb der Hautpore die Ursache der Entzündung ausgeschaltet. Eine Lichttherapie mit rotem Licht in einem Wellenbereich von 580 bis 659 nm hilft durch ihre entspannende und durchblutungsfördernde Wirkung bei der Wundheilung.

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Risiken & Gefahren

Bei der Lichttherapie mit dem vollen Lichtspektrum sind keine ernsthaften Nebenwirkungen bekannt, jedoch kann die Wirkung von Antidepressiva oder Antipsychotika verstärkt werden und die bei der PUVA-Therapie eingesetzten Medikamente haben häufig unerwünschte Nebenwirkungen wie Sonnenempfindlichkeit und Übelkeit. In seltenen Fällen beklagen Patienten ein Brennen der Augen, Kopfschmerzen, Gereiztheit, trockene Schleimhäute und Hautrötungen.

Bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Lithium, Johanniskraut, Diuretika und medizinische Hautsalben können die Augen empfindlicher für (UV-)Licht machen. Deshalb sollte bei Einnahme solcher Medikamente vor dem Einsatz einer Lichttherapie ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

In der privaten Anwendung sollte darauf geachtet werden, dass für die Lichttherapie keine Geräte verwendet werden, deren Lichtspektrum auch UV-Licht enthält. Dieses ist für die Augen schädlich, weshalb solche Lampen nicht verwendet werden sollten. Bei Lichtduschen mit UV-filternden Linsen oder Kappen wird je nach Qualität des Materials das UV-Licht nicht immer vollständig absorbiert.

Bei der ausschließlichen Verwendung von blauem Licht mit einer Wellenlänge von 462 nm, das im Allgemeinen als effektivste Form der Lichttherapie gilt, können bestimmte natürliche Schutzmechanismen im Auge nicht aktiviert werden. Dadurch besteht ein höheres Risiko für Augenschäden. Diese Gefahr wird gebannt, indem andere Farben mit dem blauen Licht kombiniert werden.

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