Winterdepression

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Gerade in den kalten Monaten ist die Winterdepression in aller Munde. Denn immer mehr Menschen reagieren mit seelischen Leiden auf jene Zeiten, da Sonne und Wärme rar gesät sind und graue Tristesse herrscht. Jedoch sind diese Symptome eher der temporären Wetterfühligkeit zuzuordnen und lassen im Regelfall nicht auf die Winterdepression schließen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Winterdepression

Bei der Winterdepression handelt es sich um eine seelische Störung. Ihr geht meist ein Mangel an Sonnenlicht voraus. Insofern tritt die Krankheit ihrem Namen zufolge nicht ausschließlich in der kalten Jahreszeit auf. Vielmehr kann die Winterdepression auch im Herbst oder dem Frühling zu beobachten sein.

Selbst in einem nass-kalten und trüben Sommer werden ihre Symptome mitunter festgestellt. Der Körper reagiert bei der Winterdepression somit auf die äußeren Umstände und bezieht das neblige und regnerische Wetter und die trübe Umwelt sprichwörtlich auf die eigene Seele.

Demgegenüber ist die Winterdepression saisonal begrenzt. Die Leiden mildern sich meist wie von selbst, wenn die warmen Monate anstehen. Dennoch sollte die Winterdepression ärztlich begutachtet und gegebenenfalls auch therapeutisch begleitet werden.

Ursachen

Die Ursachen der Winterdepression sind nicht abschließend geklärt. Oft wird hierbei ein Wechsel im Tagesrhythmus vermutet: Gerade wer über viele Jahre geregelte Arbeitszeiten hatte und plötzlich in unterschiedlichen Zyklen tätig wird, leidet häufig unter der Winterdepression.

In anderen Fällen produziert der Organismus durch das geringe Sonnenlicht weniger Melatonin – auch darauf kann der Körper bei der Winterdepression mit Müdigkeit, Schwäche oder Selbstzweifeln reagieren. Bei einigen Menschen funktioniert jedoch der Biorhythmus anders: Sie werden im Winter weniger aktiv und spüren die Leiden bereits bei geringen Anlässen wie Stress oder Problemen.

Die Winterdepression kann daher unterschiedliche Ursachen haben und sollte notwendigerweise von einem Arzt behandelt werden. Denn nur er kann letztlich die passende Therapie gegen die Winterdepression vorschlagen.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Die Winterdepression zeigt sich in der Regel erstmals bereits in der Übergangsphase zwischen Sommer und Herbst: Mit Unmut wird die eintretende dunkle Zeit registriert. Müdigkeit herrscht bei den Betroffenen der Winterdepression vor, sie scheuen sich, das Haus zu verlassen.

Auf kleinste Herausforderungen reagiert der unter der Krankheit Leidende mit Verzweiflung, nimmt Aufgaben und Pflichten immer seltener wahr. Die Winterdepression kann in ihren schlimmsten Momenten bis hin zu Suizidgedanken oder sogar deren Ausführung reichen. Der Betroffene sieht in aller buchstäblichen Dunkelheit keine Auswege mehr.

Insofern sollten bereits die ersten Symptome der Winterdepression registriert werden. Denn nicht nur der Patient selbst, sondern auch sein gesamtes Umfeld spüren die Auswirkungen der Winterdepression.

Komplikationen

Eine Winterdepression muss wie jede andere Depression behandelt werden. Wird das seelische Leiden nicht aufgearbeitet und medikamentös behandelt, kann dies dazu führen, dass die Depression bis in die Frühlings- und Sommermonate bestehen bleibt. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken.

Dies ist meistens mit weiteren psychischen Beschwerden verbunden, und im Allgemeinen leiden die Erkrankten unter der eingeschränkten Lebensqualität und dem fehlenden Wohlbefinden. Mögliche Folgen sind Schlafstörungen, die wiederum zu einer anhaltenden Erschöpfung führen und die Stimmung noch verschlechtern. Manchmal treten Suizidgedanken auf, die im schlimmsten Fall einen Selbstmordversuch nach sich ziehen.

Erhalten die Betroffenen keine Unterstützung von Angehörigen oder Ärztne, entwickelt sich langfristig eine chronische Depression mit all ihren schwerwiegenden seelischen und körperlichen Folgen. Die Behandlung birgt, abseits der Nebenwirkungen von verabreichten Medikamenten, keine größeren Risiken. Eine Gesprächstherapie kann aber kurzfristig zu einer Verschlechterung der Stimmung führen und gelegentlich auch Panikattacken hervorrufen.

Eine Lichttherapie kann dazu führen, dass die Wirkung von Antidepressiva oder Antipsychotika verstärkt wird. Zudem können Kopfschmerzen, Hautrötungen und ein Brennen der Augen auftreten. Bei der privaten Anwendung kann ein ungeeignetes Gerät ernste Augenschäden hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Winterdepression erfolgt sowohl medikamentös als auch mit einer Gesprächstherapie. In Letztgenannter werden dabei die wahren Ursachen ermittelt. Denn nicht selten zeichnet sich die Winterdepression bei solchen Personen ab, die schon sehr früh unter Ängsten oder unerfüllten Wünschen leiden. Daneben ist es wichtig, über Arzneimittel die Wetterfühligkeit zu beschränken.

Das kann einerseits über das Ausschütten von Glückgefühlen, andererseits aber auch unter einer Begrenzung der negativen Wahrnehmungen erfolgen. Gerade bei der schwächeren Ausprägung der Winterdepression wird dazu geraten, einmal in der Woche das Sonnenstudio zu besuchen sowie sich häufiger an der frischen Luft zu bewegen. Erste Anzeichen lassen sich bereits damit behandeln.

Reicht das nicht aus, muss die Winterdepression ärztlich begleitet werden. Auch hier kann eine spezielle Lichttherapie verschrieben werden. Bei schwerwiegenden Fällen, in denen etwa die Befürchtung der Selbsttötung besteht, ist eine stationäre Behandlung der Winterdepression unumgänglich.

Im Idealfall sucht der Betroffene daher bereits bei stetig wiederkehrenden Leiden schon frühzeitig den Arzt oder Psychologen auf und gewährleistet sich damit eine ebenso schonende wie schnell erfolgende Genesung der Winterdepression.

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Vorbeugung

Der Winterdepression kann bereits durch einen geregelten Tagesablauf, ausreichende Bewegung an der frischen Luft, durch sportliche Aktivitäten, eine vitaminreiche Ernährung und Abwechslung vorgebeugt werden. Erst wenn der Körper in Lethargie und Selbstmitleid versinkt, reicht dieses Vorgehen jedoch nicht mehr aus. Hier wäre eine ärztliche Begutachtung der Winterdepression in jedem Falle anzuraten.

Bücher über Winterdepression

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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