Tuberkulose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Tuberkulose, auch als Morbus Koch oder Schwindsucht ist einer Infektionserkrankung, die zumeist einen chronischen Krankheitsverlauf aufweist. Unbehandelte Tuberkulose führt fast immer zum Tod. Vor allem die hohe Ansteckungsgefahr und langjährige Behandlung macht Tuberkulose zu einer schweren und gefährlichen Krankheit.

Inhaltsverzeichnis

Definition Tuberkulose

Tuberkulose oder Schwindsucht ist eine durch Infektionen übertragene chronische Krankheit. Der Krankheitsverlauf kann dabei in zwei Stadien aufgeteilt werden.

1. Die Primärtuberkulose, bei der von einer Erstinfektion mit Bakterien auszugehen ist.

2. Die Postprimärtuberkulose, die erst nach der Primärtuberkulose einsetzt. Sie schädigt vor allem die inneren Organe.

Dabei kann die Tuberkulose in einer infektiösen Form (offen) oder nicht-infektiösen Form (geschlossen) in Erscheinung treten. Dennoch kann auch eine geschlossene Tuberkulose wieder aktiv werden, d.h. infektiös. Tuberkulose ist meldepflichtig und sollte umgehend von Arzt behandelt werden. Bei starker Ansteckungsgefahr, kann der Betroffene sogar in medizinische Isolationsverwahrung genommen werden.

Ursachen

Tuberkulose wird zumeist durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis hervorgerufen. Dabei kommt vor allem bei direktem Kontakt zu einer Infektion mit den Stäbchenbakterien. Vor allem Hustenauswurf, Urins, Magensaft oder Stuhl sind dabei hoch ansteckend. Daher kann man nach der Ursache die Tuberkulose in Lungentuberkulose, Darmtuberkulose oder Harnwegstuberkulose differenzieren.

Neben der Kontaktinfektion wird Tuberkulose auch auf dem klassischen Weg der Tröpfcheninfektion übertragen. Typisch hierfür sind Niesen, Husten und Sprechen. Die Dauer von der Infektion bis zum Ausbruch der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt in der Regel zwei Wochen bis mehrere Monate. Zumeist bricht die Erkranung innerhalb eines halben Jahres nach der Ansteckung aus.

Symptome

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer Tuberkulose ist bei rechtzeitiger Untersuchung und Diagnose günstig. Wird die Therapie, wie vom Arzt vorgegeben, eingehalten, ist die Heilung ohne Folgeschäden möglich.

Geht der Betroffene jedoch nicht zum Arzt oder wird die Tuberkulose nicht frühzeitig erkannt, so kann das negative Auswirkungen auf die inneren Organe, wie Herz oder Lunge haben. Vor allem wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann die Erkrankung dann auch zum Tod führen.

Komplikationen

Die Komplikationen, die im Zusammenhang mit einer Tuberkulose auftreten, sind divers und abhängig davon, wo im Körper sich die Erreger bereits ausgebreitet haben. Zudem ist es im Fall einer ausbleibenden Therapie so, dass in circa 50 Prozent der Fällen binnen weniger Jahre als letzte Komplikation der Tod des Betroffenen eintritt.

Eine Tuberkulose kann als erste Komplikationen im Körper wandern. Meist geschieht dies über die Lymphbahnen von der Lunge aus. So erreichen die Erreger die inneren Organe, die Knochen, die Hirnhaut und andere Regionen des Körpers. Menschen mit geschwächter Immunabwehr sind davon besonders gefährdet.

Infolgedessen kommt es gelegentlich zu schweren Komplikationen, die von der Dauer der Krankheit und von der Behandlung abhängig sind. Eine Meningitis kann auftreten. Auch ein Befall des Darms stellt ein hohes Risiko dar, da es zu Perforationen und einer damit einhergehenden Sepsis kommen kann. Funktionsverluste oder -störungen einzelner Organe kommen vor.

Die Lunge wird zum einen durch den Erreger geschädigt. Zum anderen führen angeschwollene Lymphknoten in dem Bereich zu dem Risiko der Verlagerung von Atemwegen. Es kann zu einem Pneumothorax kommen. Dies bedeutet für den Betroffenen die Notwendigkeit eines schnellen medizinischen Eingriffs zum Stabilisieren der Atemwege.

Eine Entzündung des Knochenmarks ist möglich, die wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Blutbildung und das Immunsystem haben kann. Ebenso kann die Blutgerinnung gestört werden. Komplikationen lassen sich bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung größtenteils vermeiden.

Behandlung & Therapie

Da die Tuberkulose hochgradig ansteckend sein kann, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Weiterhin besteht in Deutschland die Pflicht Tuberkulosefälle zu beim Amtsarzt zu melden. Die Therapie von offenen, also infektiösen Tuberkuloseerkrankten findet stationär in einem Krankenhaus. Zumeist unter Quarantäne.

Zur Behandlung einer Tuberkulose werden verschiedene Kombinationen von Antibiotika verwendet. Dies ist notwendig, da manche Tuberkuloseerreger mitlerweise gegen Antiobiotika resistent geworden sind. Ziel dieser Therapie ist es, die Bakterien und deren Vermehrung zu stoppen bzw. sie abzutöten. Dabei kann eine Behandlung, z.B. bei der Lungentuberkulose, an die sechs Monate andauern.

Neben dieser Therapie sollten durch die Ärzte auch andere Mittel zur Linderung der Begleitsymptome eingesetzt werden. Vor allem sollte der sehr starke Husten bzw. Hustenreiz gemildert werden. Rauchen und Alkohol sind in dieser langen Phase der Tuberkulose-Therapie absolut verboten. Gab es bei der Behandlung keine Komplikationen, ist der Betroffene dennoch über mindestens zwei Jahre regelmäßig zu untersuchen. Manchmal wurde nicht alle Erreger der Tuberkulose restlos getötet, sodass es zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit kommen kann.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen eine Tuberkulose besteht vor allem in Form einer Impfung. Allerdings ist die Wirkung dieser Schutzimpfung umstritten. Mehr Informationen darüber erfahren sie von ihrem Hausarzt. Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme besteht in der raschen Diagnose anderer Tuberkulose-Erkrankter und deren isoloierte Behandlung im Krankenhaus.

Bücher über Tuberkulose

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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