Schwarzer Pfeffer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Im Volksmund gilt Schwarzer Pfeffer als der „gesunde Schafmacher“. Vorzugsweise ist er als würziger Begleiter einer schmackhaften Küche bekannt. Schwarzer Pfeffer hat jedoch auch als Heilpflanze einiges zu bieten, denn Hauptbestandteil ist der Wirkstoff Piperin, der sich positiv auf verschiedene Krankheitsbeschwerden auswirkt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des schwarzen Pfeffers

Es spielt keine Rolle, ob Pfeffer schwarz, rot, grün oder weiß ist, er stammt immer von derselben exotischen Klettpflanze ab. Für die Herstellung von Schwarzem Pfeffer werden die unreifen Beeren vor der Ernte in der Sonne getrocknet. Der für die Heilpflanzenkunde wichtige Inhaltsstoff Piperin geht zurück auf den wissenschaftlichen Namen der Pfefferpflanze: Piperaceae. Es handelt sich um ein Alkaloid, dass verantwortlich ist für den scharfen Geschmack.

Die Pflanze ist ein Pfefferstrauch aus der Familie der Pfeffergewächse. Der wissenschaftliche Name Piper nigrum ist Namensgeber für die botanische Bezeichnung Schwarzer Pfeffer. Die Beeren sind entgegen der Namensgebung nicht immer schwarz, sondern abhängig von der Erntezeit auch grün, weiß oder rot. Die Pfefferpflanze ist eine ausdauernde Kletterpflanze, die an Bäumen emporwächst und mit zunehmendem Alter verholzt. In unkultivierten Wildbeständen kann sie Wuchshöhen von bis zu zehn Metern erreichen.

Schwarzer Pfeffer wirkt verdauungsanregend, bei rheumatischen Schmerzen, lindert Husten und Krämpfe und bekämpft Hautunreinheiten.

Im kultivierten Anbau sind die Pfefferpflanzen jedoch auf eine Wuchshöhe von drei bis vier Meter beschränkt. Kultivierte Pfefferpflanzen tragen zwittrige Blüten. Sie sind unauffällig und mit zehn Zentimeter langen Ähren ausgestattet, die fünfzig bis 150 einzelne Blüten tragen. Die Früchte reifen acht bis neun Monate nach der Befruchtung. Sie werden als Steinfrüchte bezeichnet. Die Pfefferernte erfolgt zweimal im Jahr. Die ausdauernde Kletterpflanze kann unter guten Bedingungen bis zu dreißig Jahre lang ertragreich bleiben. Die natürlichen Bestände sind in Indien beheimatet.

Mit der Kolonisierung durch England und Frankreich wurde die Pfefferpflanze jedoch auch in den europäischen Ländern sehr beliebt und das Gewürz in großen Mengen importiert. Wie wichtig Pfeffer im ausgehenden 19. Jahrhundert, Anfang des 20. Jahrhunderts, der Hochzeit der englischen und französischen Kolonien, war, zeigt, dass Pfeffer seinerseits sogar in Gold aufgewogen wurde. Heutzutage sind neben Indien Vietnam, Brasilien, Malaysia und Brasilien Hauptanbauländer.

Jährlich werden ungefähr 200.000 Tonnen Pfeffer hergestellt. Obwohl der Schwarze Pfeffer viele unterschiedliche Heilwirkungen verzeichnet, setzt sich seine Bekanntheit als Heilpflanze erst allmählich durch, da die Beliebtheit als Gewürz nach wie vor dominiert.

Wirkung & Anwendung

Pfeffer erhält seine Farben aufgrund unterschiedlicher Verarbeitungsweisen. Neben dem Schwarzen Pfeffer gibt es auch roten, grünen und weißen Pfeffer. Der wichtigste Pflanzenwirkstoff ist Piperin, der häufig als medizinische Allzweckwaffe bezeichnet wird. Zusätzlich wirken Derivate die Piperettin, Piperylin, Piperanin und Chavicin. Diese Derivate sind auch unter der Bezeichnung Alkamide (Saureamid-Alkaloide) bekannt. Weitere Bestandteile sind Flavonoide, fettes Öl, Rhamnetin, Kaempferol und Quercetin.

Schwarzer Pfeffer wirkt verdauungsanregend, bei rheumatischen Schmerzen, lindert Husten und Krämpfe und bekämpft Hautunreinheiten. Er wirkt gegen alle Arten von Erkältungskrankheiten wie Halsschmerzen, Bronchitis und Fieber und geht gegen muskulär bedingte Verspannungen und Schmerzen vor. Die Produktion neuer Fettzellen wird gehemmt und Bluthochdruck heruntergefahren.

Die scharfen Inhaltsstoffe haben einen Wärmeeffekt, daher rät die Ayurvedische Medizin Menschen, die oft frieren, mehr Pfeffer zu sich zu nehmen. Seine Schärfe stellt für den menschlichen Organismus einen Schmerzreiz dar, der für die körpereigene Produktion von Endorphinen im Gehirn zuständig ist. Endorphine werden im Volksmund auch als Glückshormone bezeichnet. Demzufolge wirkt sich Schwarzer Pfeffer stimmungsaufhellend aus und geht gegen Depressionen vor. Er sorgt also für ein allgemeines Wohlbefinden.

Im Fall von Verdauungsstörungen sorgt er für eine geordnete Sekretion der Verdauungssäfte und erhöht die Beweglichkeit der Darmzotten. Scharf- und Bittstoffe wirken sich erwiesenermaßen positiv auf den Fett- und Stoffwechsel aus. Daher ist Schwarzer Pfeffer ganz nebenbei auch noch ein Schlankmacher. Er hemmt das Wachstum von Bakterien und wirkt als starkes Insektengift.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Für die Heilwirkung werden die ausgewachsenen, grünen Früchte in ungeschälter und getrockneter Form verwendet. Menschen nehmen den Geschmack von Pfeffer als scharf und brennend wahr, was auf die Erregung von Schmerz- und Wärmerezeptoren zurückzuführen ist. Die reflexartige Reaktion ist eine vermehrte Sekretion von Speichel- und Magensaft. Pfeffer regt den Appetit unter gleichzeitig vermehrter Ausschüttung von Verdauungsenzymen an. Die scharfen Bittstoffe wirken sich durch die Einwirkung der Wärmerezeptoren zugleich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Aus diesem Grund werden dem Pfeffer schlankmachende Eigenschaften nachgesagt. Wer sich auf dem Gebiet von Kräuter- und Heilkunde nicht auskennt, muss von einer eigenverantwortlichen Verwendung der Pfefferpflanze in unverarbeiteter Form absehen, da sich Scharf- und Bitterstoffe wie Flavonoide, Alkaloide und ätherische Öle haut- und schleimhautreizend auswirken können. Sie werden konzentriert und weiter zerlegt.

Die Naturheilkunde und Medizin verwendet diese Inhaltsstoffe daher ausschließlich in verdünnter und potenzierter Form. Insbesondere Unverträglichkeiten gegen ätherische Öle und darin enthaltende Substanzen wie Menthol in Form von Allergien und asthmatischen Anfällen sind nicht auszuschließen. Die Ayurvedische Medizin schätzt den Pfeffer aufgrund seiner anregenden Eigenschaften auf „Agni“, was in Sanskrit für das Lebenselement „Feuer“ steht. Nach der altindischen Heilkunst gehören zu „Agni“ auch alle Stoffwechselprozesse des menschlichen Organismus.

Die westlich geprägte Heilpflanzenkunde bezeichnet diese Vorgänge als Sauerstoffverbrennung (Oxidation) und setzt Schwarzen Pfeffer gegen alle Arten von Verdauungsstörungen ein, damit Verdauungssäfte wieder vermehrt fließen und damit Schad- und Schlackstoffe aus dem Körper gespült werden. In Anlehnung an die ayurvedische Medizin wird das „Verdauungsfeuer“ entfacht.

Ayurvedische Therapeuten setzen Pfeffer bei Appetitlosigkeit, Hämorrhoiden und Blähungen ein. Nicht immer gilt das Sprichwort „viel hilft viel“, sondern „weniger ist manchmal mehr“, denn die Schleimhäute und Geschmacksrezeptoren des menschlichen Organismus mögen keine zu stark ausprägte Einwirkung scharfer Inhalts- und Geschmacksstoffe, die bei Überdosierung zu einer Reizung führen können.

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