Schwangerschaftsstreifen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Bei Schwangerschaftstreifen handelt es sich um Risse im Bindegewebe, welche bei starker Dehnung der Haut auftreten können. Sie werden in der Regel aus kosmetischen Gründen als störend empfunden, eine gesundheitliche Beeinträchtigung geht von ihnen aber nicht aus. Zur Vorsorge empfehlen sich Massagen und Wechselbäder. Die vollständige Entfernung von Dehnungsstreifen ist nicht möglich, aber es gibt eine Reihe von Behandlungen, die das Hautbild verbessern können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schwangerschaftstreifen

Als Schwangerschaftsstreifen bezeichnet man die in der Schwangerschaft vermehrt auftretenden Risse im Bindegewebe der Unterhaut.

Besonders anfällige Körperregionen sind der Bauch, die Hüften, das Gesäß, die Brüste und die Oberarme. Durch das schnelle Wachstum des Bauches und der Brüste in der Schwangerschaft ist die Haut dort einer enormen Belastung ausgesetzt.

Die Dehnbarkeit der Haut stößt an ihre natürlichen Grenzen und zerreißt. Schwangerschaftsstreifen sind ein rein kosmetisches Problem und verursachen keinerlei Schmerzen oder andere Probleme. Mit der Zeit verblassen die bläulich-roten Streifen zu hellen Narben.

Ursachen

Schwangerschaftsstreifen entstehen durch die starke Dehnung des Bindegewebes in der Schwangerschaft. Durch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft nimmt die Elastizität der Haut ab. Dies begünstigt die Entstehung von Dehnungsstreifen.

Einige weitere Faktoren können ebenfalls zur Entstehung von Schwangerschaftsstreifen beitragen. Dies sind beispielsweise eine Bindegewebsschwäche sowie die starke und schnelle Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

Durch die Veränderungen des Körpers wird das Bindegewebe überdehnt und reißt ein. Die bläulich-rote Färbung der Dehnungsstreifen entsteht durch die darunter verlaufenden Blutgefäße. Dehnungsstreifen können nicht nur während der Schwangerschaft auftreten. Sie können auch durch schnelles Wachstum, Sport, Medikamente oder Übergewicht entstehen.

Komplikationen

Bei Dehnstreifen handelt es sich um Verletzungen unter der Haut, die sich wie alle Wunden entzünden können. Dies ist jedoch bei Schwangerschaftsstreifen nur sehr selten der Fall. In aller Regel färben sich die Dehnstreifen während der akuten Verletzungsphase dunkel und verblassen während des Heilungsprozesses. Schwere Dehnstreifen, wie sie Frauen gerade während einer Schwangerschaft oft erleiden, bleiben aber weiterhin sichtbar.

Kommt es zu Komplikationen resultieren diese in der Regel aus einer Störung des Heilungsprozesses. Die Wunden unter Haut können sich dann entzünden. Statt sich nach und nach zurückzubilden, werden die Risse deutlich sichtbarer, in schweren Fällen kommt es auch zu Schwellungen, die über den Dehnstreifen liegende Haut verändert sich. Die entzündeten Hautstellen fühlt sich oft heiß an, in schweren Fällen können sich sogar Schmerz einstellen. Betroffene Frauen sollten dann sofort einen Arzt aufsuchen.

Sehr viel häufiger führen Schwangerschaftstreifen aber zu psychischen Problemen. Insbesondere wenn die Schwangerschaftsstreifen deutlich sichtbar sind und nicht nur am Bauch, sondern auch an den Hüften, den Oberschenkeln und den Brüsten auftreten, fühlen sich viele Frauen regelrecht entstellt. Patientinnen, die unter den unschönen Dehnstreifen seelisch leiden, sollten zeitnah einen Hautarzt oder einen plastischen Chirurgen konsultieren und sich über die Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Behandlung & Therapie

Es ist bisher nicht möglich Schwangerschaftsstreifen vollständig zu entfernen. Es gibt aber Mittel, die narbigen Linien abzuschwächen, so dass sie als weniger störend empfunden werden. Eine Möglichkeit das Hautbild zu verbessern ist das regelmäßige Eincremen mit Vitamin-A-Säure-haltigen Cremes.

Auch ein chemisches Peeling mit Glykolsäure vermindert die Dehnungsstreifen. Glykolsäure regt die Produktion neuer Oberhautzellen an und stärkt hierdurch die Oberhaut. Eine andere Methode ist die sogenannte Mikrodermabrasion. Hierbei wird die Oberhaut leicht abgerieben. Diese Behandlung verursacht keine Schmerzen und macht die Haut wieder elastischer. Die Mikrodermabrasion kann auch mit der Glykolsäure-Behandlung kombiniert werden.

Bei der Dermabrasion wird mithilfe eine Geräts die Oberfläche der Haut aufgerieben. Diese Behandlung erfolgt in der Regel mit einer lokalen Betäubung oder kurzen Anästhesie. Eine Entfernung der Schwangerschaftsstreifen kann auch mittels Laser vorgenommen werden. Da hierbei die Oberhautschichten abgetragen werden sind die behandelten Körperteile einige Tage gerötet und geschwollen.

Es entsteht eine schmerzhafte Wunde, die von Schorf bedeckt ist. Eine operative Entfernung von Schwangerschaftsstreifen ist ebenfalls möglich. Hierbei muss jedoch die gesamte mit Dehnungsstreifen durchzogene Hautfläche entfernt werden, was die Bildung von Narben zur Folge hat.

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Vorbeugung

Um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen empfiehlt es sich die Haut an den besonders stark beanspruchten Körperpartien regelmäßig zu massieren. Durch Massagen wird die Durchblutung des Bindegewebes angeregt, was eine erhöhte Elastizität zur Folge hat. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat sollte die Haut zweimal täglich massiert werden.

Besonders geeignet ist die sogenannte Zupfmassage, bei der die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger angehoben und sanft zwischen den Fingerkuppen gerieben und gedreht wird. Der Effekt einer solchen Massage kann durch die Verwendung von Öl noch gesteigert werden. Ebenfalls sehr wirksam sind Ölmassagen des Bauches und der Oberschenkel mit kreisenden Bewegungen. Öl ist hierbei einer Creme vorzuziehen, da es nicht so schnell in die Haut einzieht. Im Handel gibt es eine große Vielzahl von Produkten mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Traubenkernöl, Sesamöl oder Weizenkeimöl.

Diese können auch in der Schwangerschaft bedenkenlos verwendet werden. Ein angenehmer Nebeneffekt einer Massage mit Öl ist, dass das Spannungsgefühl der Haut abnimmt. Auch der oft in der Schwangerschaft auftretende Juckreiz der Haut am Bauch wird gemildert. Abwechselnde Güsse mit kaltem und warmen Wasser sowie Bürstenmassagen regen ebenfalls die Durchblutung an und haben eine positive Wirkung zur Vermeidung von Schwangerschaftsstreifen.

Bücher über Schwangerschaft

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Stiefel, A., Geist, C., Harder, U.: Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates, Stuttgart 2012
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013

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