Wundstarrkrampf

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Als Wundstarrkrampf oder Tetanus wird eine Infektionskrankheit bezeichnet, die vor allem durch ihre einsetzenden Lähmungserscheinungen bekannt ist. Vor allem sind für die Wundinfektion diverse Bakterienstämme verantwortlich, die sich im Verlauf über die Wunde ausbreiten können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wundstaarkrampf?

Als Wundstarrkrampf, auch bekannt als Tetanus, bezeichnet man eine Infektionskrankheit. Hierbei gelangen durch eine verschmutzte Wunde Bakterien in den Blutkreislauf. Durch ein Gift verkrampft dann die Muskulatur. Dies führt zu einer Lähmung. Es gibt mehrere Arten des Wundstarrkrampfs. Am Häufigsten tritt weltweit der neonatale Tetanus auf. Neugeborene können an ihm erkranken. Betroffene dieser Form sind überwiegend in Ländern zu finden, deren medizinische Versorgung mangelhaft ist.

In Mitteleuropa ist der generalisierte Tetanus die am meisten verbreitete Form des Wundstarrkrampfs. Nach Geburten können Mütter an dem puerperalen Tetanus leiden, der durch eine Infektion der Gebärmutter auftritt. Auch die Infektion von Operationswunden können zu einem Wundstarrkrampf führen. Hierbei handelt es sich um den postoperativen Tetanus.

Ist die Lähmung nur auf eine Stelle des Körpers beschränkt, handelt es sich um einen lokalen Tetanus. Eine Sonderform von ihm ist der zephale Wundstarrkrampf, welcher durch Verletzungen im Kopfbereich entsteht. 30% aller Erkrankten sterben am Wundstarrkrampf, wenn dieser nicht behandelt wird.

Ursachen

Eine verschmutzte Wunde ist die häufigste Ursache des Wundstarrkrampfs. Es muss ein bestimmtes Bakterium namens Clostridium tetani in den Körper eintreten, um die Tetanusinfektion auszulösen. Dieses setzt dann ein Toxin frei. Ist die Umgebung sauerstoffarm, kann sich das Bakterium fortpflanzen. Diese Umgebung findet das Bakterium bevorzugt in offenen Wunden.

Wundstarrkrampferreger können weltweit auftreten, da sie ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers und der Umwelt sind. Durch das Bilden von Sporen kann der Erreger sich vor ungünstigen Einflüssen seiner Umgebung schützen. Seine genetischen Daten sind dann unangreifbar, allerdings kann er sich so nicht mehr vermehren.

Symptome

Krankheitsverlauf

Infogramm zur Symptomatik bei Wundstarrkrampf. Klicken, um zu vergrößern.

Die ersten Symptome des Wundstarrkrampfs sind Schmerzen am Kopf und an den Muskeln (Muskelschmerzen, Schwindelgefühle und Schweißausbrüche. Kieferschmerzen und ein dauerhaftes Grinsen durch das Verkrampfen der Gesichtsmuskulatur können ebenso Symptome des Anfangsstadiums sein. Die Lähmung erfolgt vom Kopf abwärts. Die schmerzenden Krämpfe des Wundstarrkrampfs können im Minutentakt auftreten. Sie werden durch Reize ausgelöst.

Nach dem Kopf werden Rücken und Bauch gelähmt. Es folgen die Gliedmaßen. Treten Krämpfe im Bauch- und Rückenbereich auf, können diese zu Brüchen der Wirbelsäule führen. Das letzte Stadium der Lähmung betrifft den Kehlkopf und das Zwerchfell. Sollte Letzteres verkrampfen, kommt es zur Atemnot. Der Patient kann an Luftmangel sterben.

Begleitet wird die Krankheit von hohem Fieber (über 40 Grad Celsius), welches unter unbehandelten Umständen zum Tod führen kann. Das Tetanustoxin, der Giftstoff, der den Wundstarrkrampf auslöst, kann in einem Labor nachgewiesen werden, was zur endgültigen Diagnose am Anfang des Krankheitsverlaufs beihilft.

Komplikationen

Schreitet ein Wundstarrkrampf unbehandelt fort, breiten sich die Krämpfe auf weitere Körperregionen aus. Eine typische Folgeerkrankung ist die sogenannte Kieferklemme oder Trismus, die meist von einer krampfenden Gesichts- und Zungenmuskulatur begleitet wird. Die Verkrampfungen gehen schließlich auch in die Muskeln der Arme und Beine, der Rippen, des Kehlkopfs und des Zwerchfells über.

Es kommt zu einer Muskelstarre der langen Rücken- und Bauchmuskeln, in deren Folge sich der Betroffene kaum noch bewegen kann. Meist gehen mit einem Wundstarrkrampf weitere Beschwerden einher, wie zum Beispiel hohes Fieber, Wirbelverletzungen und Atembeschwerden. Bei einer Beteiligung des Zwerchfells besteht akute Erstickungsgefahr. Des Weiteren kann Tetanus das vegetative Nervensystem befallen und Funktionsstörungen hervorrufen.

Dann kommt es mitunter zu Herzrasen, Schweißausbrüchen und Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen, die bei fehlender oder unzureichender Behandlung weitere Komplikationen nach sich ziehen. Die Therapie birgt ebenfalls Risiken. Neben den üblichen Neben- und Wechselwirkungen, die Antibiotika, Tetanus-Immonglobulin und Muskelrelaxanzien hervorrufen können, kann es zu Zweitinfektionen (bei der chirurgischen Behandlung der Wunde) und zu psychischen Beschwerden in Folge eines länger andauernden Krankenhausaufenthalts kommen.

Behandlung & Therapie

Ist der Wundstarrkrampf bzw. Tetanus erst einmal ausgebrochen, so gibt es kein Gegenmittel mehr gegen das Tetanustoxin. Der Patient wird lediglich durch das Lindern der Symptome behandelt. Wichtig hierbei ist das Isolieren des Patienten vor Reizen. Am besten gelinkt die Heilung und in einem dunklen, leisen Zimmer. Die Wunde, durch die der Erreger in das Blut des Betroffenen kam, muss gründlich gereinigt werden. Auch die Verabreichung eines Impfstoffes (Tetanus-Impfung) gegen den Wundstarrkrampf ist als Vorbeugung wichtig, da dieser das weitere Verbreiten des Giftstoffes verhindert.

Die Patienten müssen rund um die Uhr medizinisch überwacht werden. Es werden ihnen Medikamente zur Entspannung der Muskulatur und Antibiotika gegeben, die das Immunsystem stärken sollen. Auch wenn der Patient behandelt wird, kann Wundstarrkrampf zum Tode führen. Hierbei liegt die Todesrate bei bis zu 20%.

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Vorbeugung

Wundstarrkrampf bzw. Tetanus ist am besten durch eine Impfung vorzubeugen. Diese gibt es bei zumeist kostenlos beim Hausarzt. Weiterhin sind Wunden durch Desinfektion von Keimen und Bakterien sauber zu halten, um eine Infektion zu vermeiden.

Bücher über Tetanus & Wundstarrkrampf

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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