Syphilis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Syphilis bzw. Lues ist eine bekannte und weit verbreitete Geschlechtskrankheit. Zumeist tritt sie chronisch auf. Die Heilung bzw. Behandlung ist seit der Erfindung des Penicillins bei rechtzeitiger Diagnose günstig. Syphilis ist meldungspflichtig und sollte umgehend vom Arzt behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Syphilis?

Syphilis oder Lues ist eine Geschlechtskrankheit, die auf der Welt sehr weit verbreitet ist. Seit der Erfindung von Penicillin ist diese chronisch verlaufende Krankheit jedoch weitestgehend heilbar. Der Hauptauslöser für Syphilis ist ein Bakterium (Treponema pallidum pallidum), welches zumeist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr von einem Menschen auf den anderen übertragen wird. Auch ungeborene Babys können so infiziert werden.

Seit der erfolgreichen Behandlung der Syphilis durch Penicillin, ist die Geschlechtskrankheit in Deutschland und Europa seltener geworden. Dennoch besteht seit 2001 ärztliche Meldepflicht, auch wenn nur ein Verdacht auf Syphilis besteht. Syphilis tritt in Deutschland vermehrt in Großstädten auf. Etwa 3% der deutschen Bevölkerung sind an Syphilis infiziert und waren bereits daran erkrankt. Dabei sind Männer statistisch gesehen eher von der Syphilis betroffen, als Frauen und jüngere Menschen eher als Ältere.

Ursachen

Die Ursache für Syphilis ist die bakterielle Infektion mit Treponema pallidum pallidum. Dieses Bakterium kann nur den Menschen befallen. Dabei wird er beim Geschlechtsverkehr druch die Schleimhäute und kleine Risse oder Verletzungen in der Haut übertragen. Bei Schwangeren kann sich in diesem Fall auch das ungeborene Kind an der Syphilis infizieren.

Die Syphilis Bakterien breiten sich unbehandelt im gesamten Körper aus und können auch weitere Organe befallen. Außerhalb eines Wirtes können die Syphilis Erreger nur kurz überleben. Da bis zu zwei oder drei Wochen vergehen kann, bis die ersten Symptome auftreten, können in dieser Zeit durch ungeschützen Geschlechtsverkehr weitere Menschen angesteckt werden. Dabei ist die Chance sich an eninem Syphilis-Erkrankten zu infizieren im Schnitt bei 30 Prozent.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Den Verlauf von Syphilis kann man in vier Stadien unterteilen. In den ersten drei Wochen nach einer Infektion bilden sich an der Infketionsstelle (zumeist Penis oder Vagina) harte aber schmerzlose Geschwüre. Dieser sogenannte Ulcus durum (harter Schanker) fällt dem Betroffenen zumeist nicht auf.

Im zweiten Teil der Syphiliserkrankung kommt es zu massiven Ausschlägen, Hautrötungen und Schleimhautveränderungen. Spätestens hier sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Oftmals verschwinden die Symptome auch wieder für einige Jahre, brechen dann aber erneut besonders stark und gefährlich aus. Dies nennt man auch latente Syphilis. Dabei können dann die inneren Organe, wie das Herz, besonders geschädigt werden. Ebenso sind neurologische Störungen und Knochenveränderungen möglich.

Wird die Syphilis rechtzeitig behandelt sind die Prognosen zur Heilung heutzutage sehr günstig. Vor allem beim Einsatz von Antibiotika (Penicillin) stehen die Chancen zur Genesung gut. Ist die Syphilis jedoch schon weiter fortgeschritten und das Stadium einer Neurosyphilis erreicht, so kann die Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit tötlich enden. Aber auch bleibende Schäden wie lebenslange Lähmungen können den Betroffenen zu einem Pflegefall werden lassen. Nur selten kommt es zur Spontanheilung.

Komplikationen

Bei frühzeitig einsetzender Behandlung heilt eine Syphilis in der Regel folgenlos aus, unbehandelt kann die Erkrankung schwerwiegende Komplikationen verursachen und sogar zum Tod führen. Vor allem in den ersten Stadien ist die Erkrankung hochansteckend und kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr weiter verbreitet werden. Während der Schwangerschaft kann der Erreger auf das Kind übergehen und zu einer angeborenen Syphilis führen.

Auch Fehl- oder Frühgeburten sind möglich. Eine Lues-Infektion erhöht die Ansteckungsgefahr für HIV, zudem beeinflussen sich die beiden Erkrankungen gegenseitig ungünstig in ihrem Verlauf. Im fortgeschrittenen Stadium der Syphilis befallen die Erreger das zentrale Nervensystem: Diese sogenannte Neurolues ist durch eine chronische Rückenmark- und Gehirnentzündung gekennzeichnet, die zu geistigen Einschränkungen, Depressionen oder Demenz führen kann.

Motorische Störungen, Schmerzen in den Extremitäten, Persönlichkeitsveränderungen und Harn- und Stuhlkontinenz sind ebenfalls typische Anzeichen einer Neurosyphilis. Weitere Komplikationen können Taubheit, Augenmuskellähmungen und Schwindel sein. Eine Knotenbildung an der Hauptschlagader als Spätfolge kann Jahrzehnte nach der Ansteckung zu einer Erweiterung der Aorta führen (Aortenaneurysma).

Platzt dieses Aneurysma, verblutet der Betroffene innerhalb kurzer Zeit. Gewebewucherungen können auch Haut, Schleimhäute und Knochen schädigen, ein Befall der Leber löst eine Leberentzündung aus. Während der Behandlung der Syphilis kann sich als Komplikation eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlägen entwickeln.

Behandlung, Therapie & Vorbeugung

Bei Verdacht auf Syphilis sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Ist die Geschlechtskrankheit tatsächlich vorhanden, wird sie zumeist mit dem Antibiotikum Penicillin behandelt. Die ärztlich verordnete Dosierung sollte strikt durch den Patienten eingehalten werden, um bleibende Schäden auszuschliessen.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere und fortgeschrittenem Stadium der Syphilis. In der Regel reichen zwei bis drei Wochen für die Therapie aus. Nebenwirkungen sind zu meist Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (ähnlich Muskelkater) und Fieber. Eine Imfpung gegen Syphilis gibt es bisland noch nicht. Daher sollten zur Vorbeugung der geschützte Geschlechtsverkehr, z.B. durch Kondome, bevorzugt werden. Ebenso sollte beim Blutspenden auf Syphilis-Errger geachtet werden.

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Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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