Windpocken

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Windpocken bzw. Varizellen sind eine häufig auftretende Kindererkrankung. Diese Viruskerkrankung wird zumeist durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Typisch sind dabei vor allem der auffällige Hautausschlag.

Inhaltsverzeichnis

Definition Windpocken

Die Windpocken, auch Feuchtblattern oder Schafblattern genannt, sind eine Vireninfektion, die als typische Kinderkrankheit mit hoher Ansteckungsgefahr bekannt ist. Erkrankte haben in der Regel Fieber und einen juckender Hautausschlag, der für die Krankheit charakteristisch ist. Die meisten Betroffenen sind nach einem einmaligen Ausbruch der Windpocken den Rest ihres Lebens dagegen immun.

Bei Kindern verläuft die Krankheit meist komplikationsfrei und ist nach drei bis fünf Tagen ausgestanden. Bei Erwachsenen treten die Windpocken überwiegend schwerer auf und dauern deutlich länger an. Außerdem kann es zu schwerwiegenderen Komplikationen wie Lungenentzündung oder Meningites kommen. Besonders bei Schwangeren sollte eine Ansteckung mit Windpocken wegen der erhöhten Gefahr für Mutter und Kind vermieden werden.

Ursachen

Ursache für die Erkrankung mit Windpocken ist der Varziella-Zoester-Virus, weshalb die Krankheit auch als Varziella bekannt ist. Der Virus, der zur Familie der Herpesviren gehört, wird ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen.

Neben dem direkten Kontakt, mit den während des Krankheitsverlaufs auftretenden Varziellenbläschen (den „Windpocken“), ist die Übertragung auch durch Exspirationströpfchen oder sogar durch die Luft möglich, da die Erreger auch außerhalb des menschlichen Körpers für kurze Zeit überlebensfähig sind.

Die Windpocken sind schon zwei Tage vor dem Auftreten des Ausschlags ansteckend und bleiben es nach dem ersten Auftreten der Hautirritationen noch etwa eine Woche. Die Ansteckungsgefahr beträgt für Personen, die sich länger als eine Stunde in der Gegenwart von Windpockenerkrankten aufhalten bis zu 90 %.

Symptome

Krankheitsverlauf

Die Windpocken sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Kinderkrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird.

Da die Krankheit bei Erwachsenen deutlich schwerer verläuft, versuchen Eltern häufig in sogenannten Windpockenpartys ihre Kinder in jungen Jahren mit dem Virus zu infizieren.

Nach der Ansteckung können zehn bis 21 Tage bis zum Ausbruch der Windpocken vergehen. Die Krankheit beginnt bei Kindern in den meisten Fällen mit leichtem Fieber, manchmal auch mit Kopf- und Gliederschmerzen. Binnen 24 Stunden bilden sich dann im Brust- und Kopfbereich kleine rote Juckpusteln, in denen sich häufig wasserklare Bläschen bilden. Die Schleimhäute sind von dieser Pustelbildung nur selten betroffen. Wenn die Bläschen platzen, bildet sich eine braune Kruste, die bald ohne Narbenbildung abfällt, sofern darauf geachtet wird, dass die Kinder nicht zu sehr kratzen.

Bei Erwachsenen zeigen sich in der Merzahl der Fälle mehr Windpocken, die auch die Gliedmaßen und den Genitalbereich befallen können. Immer wieder neu auftretenden Pusteln sind häufig von hohem Fieber begleitet. Bei Schwangeren kann eine Infektion mit Windpocken auch zu einer Fehlgeburt führen.

Komplikationen

Windpocken sind eine meist bei Kindern auftretende Erkrankung, die in der Regel ohne Komplikationen ausheilt. Nur in sehr seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen kommen. Das trifft besonders bei Neugeborenen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Schwangeren zu. Vereinzelt treten aber auch bei ansonsten gesunden Kindern komplizierte Verläufe auf. Verursacht werden diese dann durch eine Superinfektion mit Bakterien.

Wenn die Betroffenen ständig die juckenden Bläschen aufkratzen, besteht die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion an diesen Stellen. Dieses Risiko kann durch Aufhalten in kühler Umgebung sowie durch Gabe von Juckreiz stillenden Medikamenten vermindert werden. Bei Neugeborenen und immungeschwächten Menschen kann sich aber auch der eigentlichen Windpockenerreger (Varizella-Zoster-Virus) stärker im Körper verbreiten und verschiedene Organe angreifen.

So kommt es unter anderem zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung, die von Varizella-Zoster verursacht wird. Die Varizellen können auch das Nervensystem unter Ausbildung einer Gehirnentzündung befallen. Herz, Nieren, Hornhaut oder Gelenke sind zuweilen ebenfalls betroffen. Des Weiteren gibt es bei Ungeborenen ein sogenanntes fetales Varizellensyndrom.

Das kann sich dann entwickeln, wenn die Mutter in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft an Windpocken erkrankt. Das fetale Varizellensyndrom ist durch Fehlbildungen des Skeletts und Nervensystems, Augenschäden sowie Hautveränderungen gekennzeichnet. Wenn die Mutter um den Geburtstermin an Windpocken erkrankt, steckt sich das Baby möglicherweise unter Ausbildung einer sehr schwer verlaufenden neonatalen Varizelleninfektion an.

Behandlung & Therapie

Da Windpocken eine Viruserkrankung sind, werden nur die Symptome, sofern möglich, behandelt. Der Juckreiz kann durch kühle feuchte Umschläge oder austrocknende Emulsionen gelindert werden. Um die Gefahr einer weiteren Infektion und der Narbenbildung zu verringen, sollten Kindern die Fingernägel geschnitten werden, damit sie die Pusteln nicht aufkratzen. Bestehendes Fieber kann mit fiebersenkenden Mitteln bekämpft werden. Aspirin darf allerdings nicht gegeben werden, da es im Fall einer Windpockenerkrankung das Risiko für das schwere Reye-Syndrom erhöht.

Immungeschwächten Personen sollten die virushemmenden Mittel Aciclovir oder Vidarabin gegeben werden. Desweiteren sollte besonders bei an Windpocken erkrankten Erwachsenen auf Symptome einer Gehirnhautentzündung (Schmerzen beim Nicken und Absenken des Kopfes), Lungenentzündung (Atembeschwerden oder Auswurf) oder Magen-Darm-Komplikation (Starke Bauchschmerzen, Aufblähen) geachtet werden.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Koletzko, B.: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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