Erhöhte Temperatur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Die Körpertemperatur ist, wie der Name schon verrät, die Temperatur eines menschlichen oder tierischen Körpers. Im Normalfall sollte diese beim Menschen zwischen 35,8°C und 37,2°C liegen. Doch was ist, wenn die Körpertemperatur höher ist? Welche Ursachen kann das haben und wie ist erhöhte Temperatur zu behandeln? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist erhöhte Temperatur?

Zunächst einmal muss definiert werden, wann ein Mensch an erhöhter Temperatur leidet und wann diese beginnt, in Fieber auszuarten. Von einer erhöhten Temperatur spricht man, wenn die Körpertemperatur 38,0°C noch nicht überschritten hat.

Sollte die Temperatur höher sein, spricht man von Fieber, hohem Fieber oder sehr hohem Fieber. Wenn die Körpertemperatur bei 42°C liegt, droht ein Kreislaufversagen und nur 0,6°C mehr führen beim menschlichen Körper zum Tod (ab 42°C irreversible Eiweißgerinnung).

Ursachen

Eine erhöhte Temperatur ist keine eigenständige Krankheit, sondern lediglich ein Symptom für eine Krankheit. In den meisten Fällten ist eine Infektion die Ursache für die erhöhte Temperatur. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Infektion handelt, die durch Bakterien oder Viren verursacht wurde.

Jedoch gibt es auch Fälle, bei dem eine Infektion nicht die Ursache der erhöhten Körpertemperatur ist. Wenn man an einem Sonnenstich beziehungsweise an einem Hitzschlag leidet, steigt die Körpertemperatur ebenfalls an.

Auch kann Flüssigkeitsmangel oder erhöhte Stoffwechselaktivität eine Ursache darstellen. Nach einer Operation kann die Körpertemperatur ebenfalls ansteigen, da sich der Körper zum Beispiel auf die Veränderungen im Inneren des Körpers, die durch die Operation herbeigeführt wurden, einstellen muss.

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Diagnose & Verlauf

Von einer erhöhten Temperatur spricht man, wenn die Körpertemperatur 38,0°C noch nicht überschritten hat.

Das typische und allgemeinhin bekannte "Hand auf die Stirn legen" sagt in keiner Weise darüber etwas aus, ob eine erhöhte Temperatur tatsächlich vorhanden ist.

Um eine genaue Diagnose zu erhalten, muss mittels eines Fieberthermometers die genaue Körpertemperatur gemessen werden. Das kann am besten unter den Achseln, im Mund oder rektal geschehen. Wichtig hierbei ist, dass darauf geachtet wird, dass die Körpertemperatur je nach Messpunkt unterschiedlich ist.

Am genauesten ist die rektale Messung und am ungenauesten die Messung unter den Achseln, wobei diese jedoch die beliebteste Methode ist. Außerdem sollte man erwähnen, dass die Körpertemperatur im Laufe des Tages einer natürlichen Schwankung zwischen ein bis zwei Grad Celsius unterliegt. Nachts ist die Körpertemperatur beim Menschen am niedrigsten und nachmittags am höchsten.

Jedoch ist es oft der Fall, dass bei kranken Menschen, die Körpertemperatur vor allem abends ansteigt. Ein Symptom für den Anstieg der Körpertemperatur ist zum Beispiel Frieren oder Schüttelfrost. Sobald die erhöhte Temperatur sinkt, beginnt der Mensch zu schwitzen, sodass der Körper abkühlen kann (Transpiration).

Um die Ursache für die erhöhte Körpertemperatur ausfindig zu machen, bedarf es jedoch eines Arztbesuches.

Komplikationen

Eine erhöhte Temperatur kann bei Kindern und Erwachsenen zu einem weiteren Anstieg der Körpertemperatur führen, wodurch sich leichte bis massive Komplikationen ergeben können.

Mit jedem Grad mehr an Fiebertemperatur steigt der Herzschlag um ca. 10 Schläge pro Minute. Kommt es im weiteren Verlauf zu hohem Fieber, kann sich sehr schnell Herzrasen einstellen. Dies hat zur Folge, dass auch die Atemfrequenz steigt. Auch Schüttelfrost, hervorgerufen durch eine extreme Muskelkontraktion, tritt bei sehr hohem Fieber als Komplikation auf. Kalte Hände und Füße durch eine Verschiebung der körpereigenen Temperaturregulation sind häufig begleitend zu beobachten. Dies gilt im gleichen Zusammenhang auch für ein reduziertes kapilläres Refill. Dieses ist daran zu erkennen, dass sich weißlich Abdrücke durch Druck auf die Haut nicht direkt zurückbilden.

Durch Flüssigkeitsmangel aufgrund von übermäßigem Schwitzen am ganzen Körper und zu wenig Trinken kann es zudem zu einer Dehydration (Flüssigkeitsmangel) kommen.

Sehr hohes Fieber kann besonders bei Kindern zu Fieberkrämpfen mit Bewusstseinsverlust und plötzlich auftretenden Muskelkrämpfen führen. Steigt bei Erwachsenen das Fieber auf über 41 Grad, kann dies zu zu einer Denaturierung der Zellproteine führen. Wird derart hohes Fieber nicht gesenkt, besteht die Gefahr eines tödlichen Kreislaufversagens. Wenn hohes Fieber in Intervallen auftritt, kann es beim Fieberabfall zu einer Kreislauflabilität verbunden mit Schwindel beim Aufstehen und evtl. auch Kollapsgefahr kommen. Dies gilt auch für den Fall, dass das Fieber schnell sinkt.

Zu den zentralnervösen Komplikationen gehören Wahrnehmungsstörungen, körperliche Unruhe sowie Verwirrtheitszustände. Letztere Symptomatik kann sich zu einer Halluzination ausweiten. Dann ist die Rede von einem Fieberwahn, auch Fieberdelirium genannt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Erhöhte Temperatur und noch kein Fieber: Ist das bereits ein Grund, zum Arzt zu gehen? Muss jede Temperaturabweichung nach oben umgehend behandelt werden?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass an sich gesunde Menschen, also Personen ohne eine chronische Erkrankung, nicht allein wegen einer erhöhten Temperatur gleich einen Arzt aufsuchen müssen. Eine erhöhte Körpertemperatur hat sogar einen medizinischen Sinn: Bei erhöhter Temperatur werden die Erreger von Infektionen effektiver beseitigt. Bei unterdrückter erhöhter Temperatur hingegen haben Infektionserkrankungen einen längeren Verlauf. Wer trotzdem zum Arzt geht, riskiert, dass sein Arzt ihm dennoch ein temperatursenkendes Medikament verschreibt. Andere Ärzte wiederum senken eine erhöhte Temperatur nur dann, wenn der Patient unter weiteren Symptomen wie beispielsweise Kopfschmerzen leidet.

Patienten mit Organschäden oder weiteren chronischen Erkrankungen gehen besser schon bei erhöhter Temperatur zum Arzt. Für sie bedeutet die Temperaturerhöhung eine körperliche Belastung, die es möglichst zu vermeiden gilt.

Wer über längere Zeit, das heißt, mehr als zwei Tage, eine erhöhte Temperatur hat oder bei dem sie sich schon länger immer wieder mal einstellt, sollte auf jeden Fall seinen Hausarzt aufsuchen. Erst recht gilt das, wenn noch weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Durchfall oder eitriger Husten auftreten. Hier kann sich hinter der erhöhten Temperatur eine ernstere, unbedingt behandlungsbedürftige Erkrankung verbergen.

Behandlung & Therapie

Sobald man einen Arzt aufgesucht hat, ist es in den meisten Fällen einfach, die Ursache für die erhöhte Temperatur heraus zu finden und diese zu behandeln.

Neben der erhöhten Körpertemperatur begleiten den Betroffenen oftmals auch weitere Symptome, wie Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen. Hierbei kann der Arzt dann meist eine allgemeine Erkältung oder Grippe diagnostizieren und therapieren.

Sollte dies allerdings nichts der Fall sein, wird das Blut des Patienten untersucht, um eine Infektion ausfindig zu machen. Diese wird dann in aller Regel durch Antibiotika bekämpft. Wichtig ist, dass der Patient darauf achtet, genügend zu trinken, um nicht an Flüssigkeitsmangel zu leiden.

Um die erhöhte Temperatur zu senken, empfehlen sich fiebersenkende Mittel, die auch frei verkäuflich in jeder Apotheke erhältlich sind.

Aussicht & Prognose

Eine erhöhte Temperatur tritt in der Regel immer dann auf, wenn es sich um eine Erkältung, eine Grippe oder eine allgemeine Vergiftung handelt. Neben der erhöhten Temperatur leider der Patient in diesem Falle auch an Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Wer eine erhöhte Temperatur hat, sollte daher lieber zu Hause bleiben und sich auskurieren.

Im Regelfall verschwindet das Fieber auch von alleine, ohne dass der Patient zum Arzt muss. Wenn die Temperatur relativ stark erhöht ist, können auch Medikamente zur Absenkung des Fiebers benutzt werden. Diese wirken auch allgemein gegen eine Erkältung oder eine Vergiftung.

In den meisten Fällen geht die erhöhte Temperatur innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen zurück. Sollte der Körper allerdings über mehrere Tage eine hohe Temperatur aufweisen, welche nicht fällt, so muss ein Arzt aufgesucht werden.

Für die Messung der Temperatur eignet sich ein gewöhnliches Fieberthermometer. Dieses kann in der Apotheke erworben werden. Nur in seltenen Fällen ist die erhöhte Temperatur mit einem schlimmen Infekt verbunden, bei welchem der Patient in ein Krankenhaus eingewiesen werden muss.

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Vorbeugung

Um der erhöhten Temperatur virzubeugen, empfiehlt es sich, das Immunsystem zu stärken. Dies führt in der Folge dazu, dass man weniger anfällig für Krankheiten ist, die eine erhöhte Temperatur verursachen. Dies geschieht am besten durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung. Außerdem sollte ein Erwachsener mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu sich nehmen, damit der Körper immer genügend Flüssigkeit hat.

Das können Sie selbst tun

Eine erhöhte Temperatur des Körpers tritt in der Regel dann auf, wenn der Körper sich gegen Viren und andere Eindringlinge wehren muss und daher die Körpertemperatur erhöht. Dieses Symptom ist fast immer mit einer Erkältung, einer Grippe oder einer Infektion verbunden und wird durch diese ausgelöst.

Wer das Fieber senken möchte, sollte seinem Körper viel Ruhe und Erholung bieten. In den meisten Fällen kann der Körper ohne fremde Hilfe und auch ohne Medikamente das Fieber bekämpfen und es fällt von allein ab. Es ist allerdings auch in Ordnung, dem Körper mit Medikamenten etwas zu helfen. Um das Fieber zu senken, wird meistens Ibuprofen eingenommen. Dieser Wirkstoff senkt die Temperatur des Körpers und befreit den Patienten gleichzeitig auch von Schmerzen, die mit der Erkältung auch auftreten können. Sollte das Fieber extrem hoch sein (über 39 Grad Celsius) oder über mehrere Tage andauern und mit Hilfe von Medikamenten nicht abfallen, so sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Oft tritt das Fieber auch dann auf, wenn es sich um eine Lebensmittelvergiftung handelt. Hier sollte nur schonende und einfache Kost zu sich genommen werden, um den Magen zu schonen. Wer Fieber hat, sollte auch viel trinken und den Körper damit unterstützen.

Bücher über Fieber

Quellen

  • Behrends, J., Bischofberger, J., Deutzmann, R.; Duale Reihe Physiologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2016
  • Schmidt, R., Lang, F., Heckmann, M.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

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