RS-Virus-Infektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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In den Herbst- und Wintermonaten sind Kinder ständig erkältet. Kommen jedoch ausgeprägte Atemnot und eine deutliche Abgeschlagenheit hinzu, sollte zum Ausschluss einer RS-Infektion unverzüglich der Kinderarzt aufgesucht werden. Das gilt vor allem für Babys und Kleinkinder.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine RS-Virus-Infektion?

Das Respiratory Syncytial Virus (RS-Virus) verbreitet sich über Tröpfchen- oder Schmierinfektion und verursacht vor allem bei Babys und Kindern bis zu einem Alter von zwei Jahren teilweise schwerste Erkältungs- und Atemwegsbeschwerden.

Diese äußern sich in Husten und Schnupfen mit hohem Fieber. Das Virus kann sich auf die Bronchien ausbreiten und dort eine Bronchitis, eine Lungenentzündung oder eine Bronchiolitis auslösen. Diese Erkrankung lässt die Schleimhaut der Bronchien anschwellen und führt zu massiven Beschwerden beim Atmen.

Auch eine auffallend schnelle und oberflächliche Atmung sind Anzeichen der Atemnot. Die Lippen und Fingernägel können durch die unzureichende Sauerstoffsättigung im Blut bläulich verfärbt sein. Das RS-Virus tritt üblicherweise in den Wintermonaten und im Frühjahr auf. Ältere Kinder und Erwachsene haben weniger ausgeprägte Beschwerden bei einer Infektion mit dem RS-Virus und erkranken meist nur leicht.

Ursachen

Die Erreger der RS-Virus-Infektion sind Viren, die sich besonders in den Monaten September bis April ausbreiten. Sie werden durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion im täglichen Umgang mit dem Baby oder Kleinkind weitergegeben und sind höchst ansteckend. Da sich erste Krankheitsanzeichen erst verspätet zeigen, kann praktisch jede Kontaktperson eines Kindes unwissend zum Überträger werden.

Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen etwa zwei bis acht Tage. Kinder, deren Immunsystem durch eine gerade überstandene Erkrankung noch geschwächt ist sowie Frühchen sind besonders anfällig für eine RS-Infektion.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Da eine RS-Virus-Infektion gerade für Babys und Kleinkinder gefährlich ist, muss bei einem Schnupfen, der mit massiven Atemproblemen einhergeht, sofort einen Kinderarzt aufgesucht werden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn das Kind ein deutlich schlechteres Trinkverhalten zeigt.

Der Arzt kann durch eine Blutuntersuchung diese gefährliche Infektion ausschließen. Bei einem schweren Verlauf mit Beeinträchtigung der Atemwege ist es notwendig, das Kind ins Krankenhaus einzuweisen um eine ständige Überwachung der Atemfunktion zu gewährleisten.

Zusätzlich zur RS-Virus-Infektion kommt es häufig zu einer Infektion mit Bakterien, die lebensbedrohlich ablaufen kann, sodass eine Beatmung notwendig ist. Um der Dehydration (Austrocknung) vorzubeugen, wird in diesem Fall eine Magensonde gelegt, um die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu gewährleisten.

Komplikationen

Eine RS-Virus-Infektion kann bei einigen Risikopatienten zu schweren Komplikationen führen. Das Risiko ist bei Neugeborenen und Babys im ersten Lebensjahr besonders hoch. Beim Säugling und Kleinkind tritt immer Fieber bis zu einer Temperatur von 38 bis 39,5 Grad auf. Des Weiteren leiden Säuglinge an Husten, Atembeschwerden und laufender Nase.

Die Atembeschwerden verursachen oft auch eine Trinkschwäche, die zu einer Austrocknung führen kann. Bei kleinen Kindern besteht außerdem die Gefahr, dass sich eine akute Bronchiolitis entwickelt. Dabei kommt es zu schwerer Atemnot, die sogar tödlich enden kann. Die betroffenen Kinder müssen über eine Sauerstoffmaske ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Damit die Atemwege nicht durch eventuelle Aspirationen von Speiseresten gereizt werden, wird eine parenterale Ernährung durchgeführt.

Ansonsten drohen Superinfektionen mit Bakterien, die sogar tödlich enden können. Bei ungefähr fünf Prozent der Kinder entwickelt sich als Komplikation nachträglich ein Pseudokrupp. Bei Säuglingen besteht sogar die Gefahr, an einem plötzlichen Kindstod zu versterben. Besonders gefährdet sind Frühgeborene und Kinder mit Mukoviszidose oder Herz- und Lungenerkrankungen. Die RS-Virus-Infektion tritt jedoch nicht nur bei Säuglingen und Kleinkindern auf.

Alle anderen Altersgruppen können auch betroffen sein. Im Erwachsenenalter verläuft die Erkrankung zwar in der Regel mild oder sogar symptomlos. Es gibt jedoch Risikopatienten, bei denen schwerwiegende Komplikationen auftreten können. Zu diesen Risikogruppen zählen Menschen, die an Herzkreislauferkrankungen leiden, immungeschwächte Personen oder auch Menschen mit Downsyndrom.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des RS-Virus richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Bei leichten Verläufen kann die Verabreichung von Nasensprays sowie Medikamenten zur Erweiterung der Bronchien sowie zur Verflüssigung des Schleims zur Linderung der Atembeschwerden beitragen.

Auch das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung ist hilfreich, muss bei Babys und Kleinkindern aber immer mit der notwendigen Vorsicht und unter Aufsicht erfolgen. Es ist wichtig, dem Kind während der Erkrankung genug zu Trinken anzubieten und es im Bett nicht komplett flach zu lagern. Ein Kissen im Rückenbereich erleichtert die Atmung. Häufig werden Babys unter sechs Monaten jedoch ins Krankenhaus eingewiesen, da es bei ihnen sie öfter zu schweren Verläufen kommt.

Im Krankenhaus können sie zusätzlichen Sauerstoff erhalten oder im Ernstfall kurzfristig beatmet werden. Der Einsatz von Antibiotika ist nur relevant, wenn es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien gekommen ist, da diese Medikamente bei viralen Erkrankungen wie der RS-Virus-Infektion keine Wirkung zeigen.

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Vorbeugung

Es gibt derzeit keine Impfung gegen die RS-Virus-Infektion, die allen Kindern zugänglich ist. Aus Kostengründen können nur Kinder aus speziellen Risikogruppen geimpft werden. Diese Immunisierung ist neben dem Kostenaspekt zudem sehr aufwendig, da sie monatlich wiederholt werden muss.

Zur Vorbeugung einer Infektion sollten alle Kontaktpersonen von Babys und Kleinkindern auf eine ausreichende Hygiene der Hände achten. Diese sollten mit warmem Wasser und Seife mindestens eine Minute gewaschen werden. Bei einer Erkältung der Eltern sollte der Kontakt eingeschränkt werden. Es empfiehlt sich auch das Tragen eines Mundschutzes zur Vermeidung einer RS-Virus-Infektion.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Koletzko, B.: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007
  • Sitzmann, F.C.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012

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