Sonnenstich

Letzte Aktualisierung am 26. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Sonnenstich oder Insolation ist ein, häufig durch lang anhaltende und intensive Sonnenbestrahlung, Hitzeschaden. Dabei kann es zu starken Reizungen der Hirnhäute kommen, die sich unter der Schädeldecke befinden. Typische Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen, ein heißer Kopf und Schwindel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sonnenstich?

Bei einem Sonnenstich, Ictus solis, Heliosis oder Insolation entsteht ein Hitzeschaden, der zumeist durch eine intensive und lang anhaltende Sonnenbestrahlung von Hals, Nacken und Kopf hervorgerufen wird.

Insbesondere kommt es bei einem Sonnentsich zu Hirnhautreizungen, die in ihrer Folge für typische Beschwerden und Symptome sorgen.

Besonders Menschen und Kinder, die lange am Strand oder in der Natur der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, bekommen häufig einen Sonnenstich.

Auch Menschen mit heller Haut und geringem Haarwuchs, sowie ältere Menschen, erleiden häufiger einen Sonnenstich.

Ursachen

Wie bereits kurz angemerkt, ist die Ursache für einen Sonnenstich zumeist die direkte und lang anhaltende Bestrahlung des Kopfes, des Nackens oder des Halses durch die Sonne. Dabeo kommt es zu einer Reizung der Hirnhäute (Meningen), die sich unter der Schädeldecke befinden.

Besonders empfindlich sind ältere Menschen und Menschen mit wenig Haaren, die sich durch einen ungeschützten Kopf lange in der Sonne aufhalten. Dies kommt zumeist am Strand, im Freibad oder bei Sportaktivitäten vor. Ebenso erleiden Kinder, durch ihre vergleichsweise dünneren Schädelknochen und leichtem Haar häufiger einen Hitzeschlag.

Symptome, Beschwerden & Beschwerden

Ob im Urlaub oder zu Hause, jeder möchte die schönste Zeit des Jahres so lang als möglich genießen. Endlich scheint die Sonne, und dabei wird schnell vergessen, welche Auswirkungen die intensive Sonneneinstrahlung haben kann. Treten nach einem Aufenthalt im Freien an einem warmen Sonnentag Übelkeit mit Erbrechen, Schwindel und Kreislaufprobleme auf, kann es sich um einen Sonnenstich handeln.

Hier sind besonders Kinder und Personen mit Glatze oder wenigen Haaren betroffen, besonders wenn sie die Sonne ohne Kopfbedeckung genossen haben. Typische Anzeichen sind ein rotes Gesicht, heißer Kopf und Nackenschmerzen beziehungsweise ein steifer Nacken. Fieber und Schüttelfrost sowie auch die anderen Symptome treten erst nach dem Sommertag auf, meist erst ein paar Stunden später.

Bei einem schweren Sonnenstich sind auch Bewusstseinsstörungen möglich. Bei Kleinkindern können hohes Fieber und auffallende Blässe auftreten. Möglich ist eine Entzündung der Hirnhäute, der Meningitis. In schwersten Fällen treten Schädigungen im Gehirn ein, die bis zum Koma führen. Dabei sollte beachtet werden, dass auch weiße Flächen wie Schnee gefährlich sind, da diese das Sonnenlicht reflektieren. Da Sonnenstich-Symptome auch bei anderen Krankheiten zutreffen, sollte überlegt werden, ob ein langer Aufenthalt in der Sonne den Beschwerden wirklich vorangegangen ist.

Krankheitsverlauf

Sonnenstich lässt sich nicht allein durch Sonnencreme verhindern

Im Verlauf eines Sonnenstichs setzen die typischen Symptome, wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel erst einige Stunden nach der intensiven Sonneneinstrahlung ein. In aller Regel verschwinden die Symptome und Beschwerden nach kurzer Zeit wieder von allein, wenn der Kopf durch Kühlung, Schatten oder Kopfbedeckung von der Sonne fern gehalten wird.

Dennoch kann es im Rahmen eines Sonnenstichs auch zu Komplikationen kommen. Vor allem starke Bewusstseinsstörungen oder gar Bewusstlosigkeit können vorkommen. Ebenso können in ganz schweren Fällen Hirnödeme entstehen, der im schlimmsten Fall zu einem Druckanstieg im Gehirn führt.

Da es hierbei zu Atemstillstand, Krampfanfällen oder gar Koma kommen kann, ist die Behandlung durch einen Notarzt bzw. schnelle medizinische Hilfe anzuraten.

Bei kleineren Kindern kann ein Sonnenstich auch im schweren Verlauf zu einer Meningitis, als zur Hirnhautentzündung, führen. Um irreparable und lebensbedrohliche Folgen und Schäden zu vermeiden, sollte der Kopf immer vor einer langen und direkten Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: T67 Schäden durch Hitze und Sonnenlicht) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

In den meisten Fällen läuft ein Sonnenstich komplikationslos ab, wenn sich die betroffene Person rechtzeitig aus der Sonne entfernt. Die Beschwerden klingen dann in der Regel folgenlos ab. Hält sich der Betroffene jedoch zu lange in der Sonne auf, drohen erhebliche Folgeerscheinungen.

Eine mögliche Auswirkung bei einem schweren Sonnenstich sind Bewusstseinsstörungen. Dabei kann es zu einem Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit kommen. Während manche Patienten sehr aufgedreht wirken, verhalten sich andere hingegen apathisch oder verwirrt. Tritt Bewusstlosigkeit ein, ist es wichtig, die betroffene Person in eine stabile Seitenlage zu bringen.

Zu den schwersten Komplikationen des Sonnenstichs gehört das Hirnödem. Von einem Hirnödem ist die Rede, wenn sich Flüssigkeit innerhalb des Hirngewebes ansammelt, was wiederum eine Druckerhöhung im Inneren des Schädels nach sich zieht. Infolgedessen droht ein Krampfanfall. Werden wichtige Steuerungsbereiche des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen, besteht die Gefahr eines Atemstillstands. Ebenso ist ein Fall ins Koma möglich. Da es sich dabei um einen lebensgefährlichen Notfall handelt, muss sofort ein Notarzt verständigt werden.

Bei kleineren Kindern besteht das Risiko, dass der Sonnenstich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslöst. Häufig erweisen sich die Anzeichen der Hirnhautentzündung bei Kindern als unklar. So leiden sie unter Einschlafstörungen, Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder Unwohlsein und vertragen weder Licht noch Geräusche. Mitunter treten auch Erbrechen, Krampfanfälle, Fieber und Verwirrtheit auf. Wichtig ist dann eine rasche ärztliche Untersuchung.

Behandlung & Therapie

Treten im Rahmen eines langes Sonnenbades die Symptome eines sehr heißen Kopfes, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen auf, so ist zumeist von einem Sonnenstich auszugehen. Um mögliche Komplikationen und Hirnschäden auszuschliessen ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Der behandelnde Arzt wird dann durch eine körperliche Untersuchung und Befragung andere Erkrankungen ausschliessen und einen Sonnenstich diagnostizieren. Die Behandlung bzw. Therapie eines Sonnenstich richtet sich dann nach dem Grad der Insolation.

Praktische Sofortmaßnahmen sind:

  • Verlegung des Betroffenen in den Schatten
  • Der Betroffene sollte mit Oberkörper und Kopf erhöht liegen
  • Nacken, Kopf und Hals wenn möglich durch kalte und feuchte Wickel oder Tücher kühlen
  • Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit sofort einen Notarzt rufen

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Vorbeugung

Einem Sonnenstich kann man sehr gut vorbeugen. Besonders durch geeigneten Kopfschutz oder Sonnenschirm lässt sich meist schon ein Sonnenstich verhinden. Besonders Kinder sollten im Sommer immer eine Kopfbedeckung tragen. Aber auch der Nacken und Hals sollte nicht der ständigen Sonneneinstrahlung ausgeliefert sein. Viel Flüssigkeit und geringe körperliche Anstrengung sind ebenso hilfreich.

Bücher über Sonnenstich

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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