Fieberthermometer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Als Fieberthermometer wird ein spezielles Instrument zum Ermitteln der Körpertemperatur bezeichnet. Es dient dazu, Fieber festzustellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Fieberthermometer?

Mithilfe eines Fieberthermometers lässt sich die menschliche Körpertemperatur ermitteln. Es wird zu den medizinischen Instrumenten gezählt und gehört in jede Hausapotheke.

Die ersten Fieberthermometer entstanden durch Daniel Gabriel Fahrenheit (1686-1736). Da sie jedoch eine Länge von 60 Zentimetern aufwiesen, konnten sie nur schwer bedient werden. Außerdem waren ihre Messergebnisse recht ungenau. Im Jahr 1867 wurde das Fieberthermometer von dem englischen Mediziner Thomas Clifford Allbutt (1836-1925) modifiziert. Mit eine Länge von 15 Zentimetern war es leicht bedienbar und konnte zudem präzise Messungen der Körpertemperatur erlauben. Die ungefähre Größe kommt auch in der heutigen Zeit noch zur Anwendung.

Formen, Arten & Typen

Es werden mehrere Arten von Fieberthermometern eingesetzt. So gibt es Quecksilber-Ausdehnungsthermometer, digitale Fieberthermometer und Infrarot-Thermometer.

Die klassische Thermometerform wird von dem Quecksilber-Thermometer gebildet. Es funktioniert durch die Ausdehnung einer relativ großen Menge von Quecksilber innerhalb einer dünnen Kapillare. Der Kapillare wird ein Glasdorn zugefügt, um das Anzeigen der maximalen Körpertemperatur zu ermöglichen. Bei der Erhöhung der Temperatur steigt das Quecksilber in dem Thermometer im Rahmen einer Temperaturskala an. Nach dem Fiebermessen muss das Thermometer durch Schütteln wieder in die Ausgangslage versetzt werden. Allerdings besteht bei einem Auslaufen des giftigen Quecksilbers ein Gesundheitsrisiko. So kann es bei Raumtemperatur verdampfen und schwere Vergiftungen hervorrufen, wenn es eingeatmet wird. Seit 2009 dürfen in der Europäischen Union keine Quecksilber-Fieberthermometer mehr verkauft werden.

An die Stelle des Quecksilber-Thermometers ist heutzutage das digitale Thermometer getreten. Sein Betrieb erfolgt mithilfe von Batterien. Das Aktivieren des Thermometers geschieht per Knopfdruck. Die Messung endet, wenn die Körpertemperatur nach einer gewissen Zeit nicht mehr ansteigt. Signalisiert wird das Ende der Fiebermessung durch einen Signalton. Ablesen lässt sich der Temperaturwert auf einer digitalen Anzeige.

In Krankenhäusern kommen auch spezielle digitale Ohr-Thermometer zum Einsatz. Sie ermöglichen eine rasche Bestimmung der Körpertemperatur innerhalb des Ohrs. Allerdings fällt die Bestimmung nicht immer genau aus.

Eine weitere Variante stellt das Infrarot-Thermometer dar. Dabei wird die Infrarotstrahlung, die vom Trommelfell oder von der Stirn ausgeht, gemessen. Eine spezielle Linse nimmt die Strahlung dann auf. Zum Anzeigen der Körpertemperatur findet das Umrechnen der Infrarotstrahlung in einen Temperaturwert statt. Die Messdauer liegt nur bei wenigen Sekunden.

Aufbau & Funktionsweise

An die Stelle des Quecksilber-Thermometers ist heutzutage das digitale Thermometer getreten. Sein Betrieb erfolgt mithilfe von Batterien.

Das Prinzip eines Fieberthermometers beruht auf dem Verändern von flüssigen, gasförmigen und festen Stoffen. Je nach Höhe der Temperatur kommt es zum Ausdehnen der enthaltenen Messflüssigkeit. Grundsätzlich wird ein Fieberthermometer aus einer digitalen Anzeige oder Skala, einer reaktionsfähigen Messflüssigkeit innerhalb eines gefäßartigen Behälters und einem Messfühler zusammengesetzt. Als Körper des Thermometers dient eine Ummantelung aus Glas.

Um zum Fiebermessen geeignet zu sein, muss das Thermometer über einen Messbereich von 35 bis 42 Grad Celsius sowie eine Auflösung von 0,1 Grad Celsius verfügen. Wichtig ist weiterhin das Festhalten der Maximaltemperatur, die während des Messens erzielt wird.

Zum Messen der Körpertemperatur können unterschiedliche Arten zur Anwendung kommen. Besonders verbreitet ist die axillare Messmethode in der Achselhöhle. Dabei klemmt der Patient das Thermometer unter dem Arm in die Achselhöhle. Diese Methode hat zwar den Vorteil, bequem zu sein, gilt allerdings auch als ungenau.

Präziser fällt dagegen die orale Messung in der Mundhöhle aus. Dabei muss die Messspitze jedoch einen guten Kontakt zum Mundgewebe erreichen. So sollte die Messspitze sublingual, also unterhalb der Zunge, liegen. Vor dem Messen dürfen allerdings weder warme noch kalte Speisen genossen werden. Für Patienten, die unter Husten und Schnupfen leiden, ist die orale Messung nicht geeignet.

Als präziseste Methode gilt das rektale Messen im After. Dazu führt der Patient die Spitze des Thermometers in seinen After ein. Die Methode ist deshalb die genaueste, weil sich das Fieber so im Inneren des Körpers messen lässt. Die Temperaturen, die dabei ermittelt werden, sind ungefähr 0,4 Grad Celsius höher als unter den Achseln oder im Mundraum. Bewährt hat sich die rektale Messung besonders bei Kindern und unruhigen Patienten.

Weitere Methoden zur Ermittlung der Körpertemperatur sind das Messen im Ohr, im Leistenbereich oder in der Scheide.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Das Fieberthermometer ist für die Diagnostik überaus wichtig. So lässt sich mit seiner Hilfe feststellen, ob der Patient unter Fieber leidet oder nicht. Außerdem kann die Körpertemperatur relativ genau ermittelt werden, was Aufschlüsse über den Zustand des Patienten gibt.

In den frühen Morgenstunden beträgt die Körpertemperatur eines gesunden Menschen ca. 36,5 Grad Celsius im After, 36,2 Grad unter der Zunge und 36,0 Grad im Achselbereich. Im Laufe des Tages kann die Temperatur dann um etwa ein Grad ansteigen. Der Maximalwert wird am späten Nachmittag erzielt.

Zur Anwendung kommt ein Fieberthermometer bei Verdacht auf Fieber sowie bei Infektionskrankheiten. Unterschieden wird bei der Messung zwischen einer erhöhten Körpertemperatur, mäßigem Fieber und hohem Fieber. Das Fieber wird als mäßig eingestuft, wenn die Temperatur bei bis zu 39 Grad Celsius liegt. Steigt die Körpertemperatur dagegen auf 39,1 Grad an, ist von hohem Fieber die Rede.

Durch das regelmäßige Messen des Fiebers können u. a. die typischen Verlaufsformen bestimmter Krankheiten erkannt werden. Dies ist wichtig für die Diagnose sowie den Verlauf einer medizinischen Behandlung.

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