Lebensmittelvergiftung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. August 2017
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Eine Lebensmittelvergiftung (Nahrungsmittelvergiftung) ist eine Vergiftung durch Lebensmittel, die aufgrund von Infektionen, Bakterien, Keimen und Erregern, sowie Schwermetallen für die menschliche Verdauung ungenießbar oder giftig erscheinen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Eine Nahrungsmittel- oder auch Lebensmittelvergiftung wird durch die Aufnahme von verunreinigten oder vergifteten Lebensmitteln verursacht. Oftmals sind die Lebensmittel vom Haltbarkeitsdatum her abgelaufen oder sie sind bakteriell infiziert.

Bei der Lebensmittelvergiftung können verschiedene Beschwerden auftreten, die zu Krankheiten und auch zum Tod führen können. Wichtig für ein schnelles Handeln ist daher das Wissen, um welche Art von Lebensmittelvergiftung es sich handelt.

Eine Lebensmittelvergiftung ist aber von der Lebensmittelallergie abzugrenzen. Typische Anzeichen für eine Lebensmittelvergiftung sind zumeist Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden, um Komplikationen auszuschließen.

Ursachen

Bei einer Lebensmittelvergiftung spielen häufig Metalle wie Zink, Kupfer, Cadmium oder Blei eine Rolle. Diese Gifte können beispielsweise in der Emaillierung oder der Glasur von Kochgeräten enthalten sein. Oftmals lösen saure Lebensmittel diese Metalle aus Töpfen und Pfannen, welche dann von den Nachrungsmitteln direkt aufgenommen werden. Beim Verzehr der Speisen kommt es somit in der Folge zu einer Lebensmittelvergiftung. Die Metalle Aluminium, Chromnickelstahl und Nickel sind durch amtliche Prüfungen als Auslöser für eine Lebensmittelvergiftung als unbedenklich eingestuft worden.

Neben chemischen Giften gibt es auch natürliche Gifte, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen können. Hierzu gehören Gifte aus Fischen, Beeren oder Pilzen (siehe Pilzvergiftung.

Die bakterielle Lebensmittelvergiftung tritt am häufigsten auf. Ursache hierbei ist eine bakterielle Infektion durch Keime und Mikroorganismen. Diese Bakterien finden sich in erster Linie in der Milch und Molkereiprodukten. Kontaminiert sind ebenfalls Eier, Salate, Softeis und Trinkwasser, vor allem in südlichen Urlaubsgebieten (siehe Salmonellenvergiftung). Die Keimvermehrung wird durch warme Temperaturen zusätzlich gefördert. Doch auch in unseren Breitengraden genügt eine Lücke in der Kühlkette von Nahrungsmitteln, um mit Salmonellen infiziert zu werden.

Kontaminationen mit dem Erreger Clostridien Shigellen oder Bazillen sind weniger häufig als Verursacher einer Lebensmittelvergiftung verantwortlich. Über verweste und infizierte Nahrung können weiterhin lebensgefährliche Infektionen wie Tuberkulose, Cholera und Milzbrand verbreitet werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung zur Ersten Hilfe bei Lebensmittelvergiftung und Salmonellenvergiftung. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Lebensmittelvergiftung kann wenige Minuten bis einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Es kommt meist zu typischen gastrointestinalen Symptomen.

Zu den typischen Merkmalen der Lebensmittelvergiftung zählen Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Durch ein Stoffwechselgift, dass Clostridium botulinum, wird eine der schlimmsten Lebensmittelvergiftungen herbeigeführt.

Dieses Bakterium verursacht eine klassische Lebensmittelvergiftung, die oftmals über infiziertes Fleisch oder Wurst zustande kommt. Diese Botulinumtoxine gehören zu den heftigsten biologischen Giften.

Häufig führen sie zu einer zentralen Atemlähmung und damit zum Tod. Es bedarf der sofortigen Einnahme eines antitoxischen Botulismus-Serums, welches der Lebensmittelvergiftung entgegenwirkt.

Komplikationen

Starker Durchfall und Erbrechen bei einer Lebensmittelvergiftung haben einen Flüssigkeits- und Elektrolytmangel zur Folge, wenn die verloren gegangene Flüssigkeit nicht durch passende Getränke oder Infusionen ersetzt wird. Eine beginnende Austrocknung zeigt sich durch Benommenheit, Schwindel sowie trockenen Haut- und Schleimhäuten. Unbehandelt kann sie zu Krämpfen, Nieren- und Kreislaufversagen führen.

Besonders gefährdet sind Babys und alte Menschen. Als Folgeerkrankung bakteriell bedingter Lebensmittelvergiftungen können Gelenkentzündungen, Hirnhautentzündungen und Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis) auftreten. Abhängig vom Erreger sind weitere Komplikationen möglich: Eine Infektion mit Clostridium botulinum geht häufig mit Sehstörungen, Schluckbeschwerden und Lähmungserscheinungen einher, ohne Behandlung können Herz- und Atemstillstand die Folge sein.

Listerien sind vor allem für immungeschwächte Menschen und Schwangere gefährlich, sie können zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen und Fehl- oder Totgeburten auslösen. Infektionen mit Salmonellen verlaufen in der Regel unkompliziert, in etwa fünf Prozent aller Fälle gehen die Erreger jedoch in die Blutbahn über und siedeln sich an inneren Organen oder dem Skelettsystem an.

Die Folge können Lungen-, Nieren- oder Leberabszesse sowie Gelenk- und Knochenentzündungen sein. Das Bakterium Campylobacter jejuni gilt als Verursacher des Guillain-Barré-Syndroms, bei dem durch eine Entzündung der Nervenbahnen Sensibilitätsstörungen auftreten. Eine seltene Komplikation einer Lebensmittelvergiftung stellt das durch Gelenk-, Bindehaut- und Harnwegentzündungen gekennzeichnete Reiter-Syndrom dar.

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Behandlung & Therapie

Genauso wie die Ursachen für eine Lebensmittelvergiftung sehr vielfältig sein können, so müssen auch unterschiedliche Therapien zur Behandlung einer Lebensmittelvergiftung eingeschlagen werden. Bei Krankheitssymptomen wie Durchfall und Erbrechen muss zuerst der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Unterstützt werden kann die Therapie durch die zusätzliche Gabe von Antibiotika, sofern dies vom Arzt als notwendig erachtet wird.

Beim Butolismus hingegen muss ein Antitoxin gegeben werden. Weiterhin gehört die Schockbekämpfung zur Therapie dieser Lebensmittelvergiftung. In Extremfällen, wie bei einer Pilzvergiftung durch Knollenblätterpilze, kann ein Blutaustausch nötig sein.

Wichtig zur Verhinderung einer Lebensmittelvergiftung ist in erster Linie eine vorschriftsmäßige Lebensmittelhygiene und eine richtige Trinkwasseraufbereitung. Beides kann eine Lebensmittelvergiftung eindämmen. Bei Milch sollte auf pasteurisierte Produkte geachtet werden. Wichtig ist auch die richtige Lebensmittellagerung. Hierzu gehört eine ununterbrochene Kühlung.

Ausschlaggebend für die Vermeidung einer Lebensmittelvergiftung ist ebenfalls, auf das Haltbarkeitsdatum von Lebensmitteln zu achten. Ebenso dürfen tiefgefrorene und dann aufgetaute Lebensmittel nicht erneut eingefroren werden.

In tropischen Ländern, wie Indien, muss besonders auf die Hygiene des Trinkwassers und des Essens geachtet werden. Die Mägen europäischer Touristen sind die Nahrungsmittel in diesen Ländern meist nicht gewöhnt. Selbst bei einwandfreien Lebensmitteln können Symptome wie Durchfall auftreten, ohne das eine Lebensmittelvergiftung die Ursache ist. Erkundigen Sie sich also bezüglich einer vorbeugenden Reiseapotheke beim Ihrem Hausarzt.

Bücher über Lebensmittelvergiftung

Quellen

  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

elgnowski kommentierte am 17.07.2015 um 14:42 Uhr

Eine Freundin von mir kann mit Lebensmitteln nicht richtig umgehen. SIe kauft zuviel, der Kühlschrank platzt aus allen Fugen. Nun leidet sie unter akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung. Kann das die Ursache sein?

Ente kommentierte am 05.06.2014 um 12:06 Uhr

Hallo! Ich hatte neun Tage lang schlimmste Magenkrämpfe und rief zweimal den Notdienst. Die Ärzte diagnostizierten beide Mal etwas anderes. Es kam mir nicht so vor, als würde ich sonderlich ernst genommen werden. Ich gehe nun erneut zum Arzt, um Proben zu bekommen. Die symptomatische Behandlung der Bauchschmerzen hat nicht wirklich geholfen.

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