Pfeiffersches Drüsenfieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. August 2017
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Pfeiffersche Drüsenfieber oder infektiöse Mononukleose ist eine Infektionserkrankung, die sehr weit verbreitet ist. Die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) hervorgerufenen Leitsymptome sind Lymphknotenschwellungen und Fieber.

Inhaltsverzeichnis

Definition Pfeiffersches Drüsenfieber

In der Regel ist das Pfeiffersche Drüsenfieber eine sehr häufige, harmlos verlaufende Viruserkrankung. Hervorgerufen wird es durch das Epstein-Barr-Virus. Die Infektion kann problemlos über das Blutbild nachgewiesen werden. Schätzungen zu folge infizieren sich über 90% der Bevölkerung bis zum 30. Lebensjahr mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber.

Zumindest bei Kindern bis zum Ende des 10. Lebensjahres verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber ohne größere Symptome. Bei Älteren treten grippeähnliche Symptome aus, die in den seltensten Fällen mit Komplikationen einhergehen. Typische Symptome beim Pfeifferschen Drüsenfieber können u.a. sein: anschwellende Lymphknoten, Hals- bzw. Mandelentzündung, Schwindel- und Orientierungsstörungen. Die Viren befallen demnach die Organe des Lymphatischen Rachenrings. Durchaus können auch die Leber, das Herz und die Milz befallen sein.

Ursachen

Die Übertragung des Erregers von Pfeifferschem Drüsenfieber erfolgt vor allem über den Speichel. Weitere Übertragungswege können die sog. Kontakt-, Tröpfchen- bzw. Schmiereninfektion sein. Da die Hauptübertragung demnach von Mund zu Mund erfolgt, ist das Pfeiffersche Drüsenfieber auch als "Kusskrankheit", "Studentenkrankheit" (oder engl. "kissing disease") bekannt.

Hat man sich einmal mit dem Erreger infiziert, verbleibt dieser, wie bei anderen Herpes-Infektionen, ein Leben lang im Körper. Auch nach einem Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers bzw. nach Beendigung der Erkrankung ist das Virus per Speichel weiterhin auf nichtimmune Menschen übertragbar. Ebenso nach der kompletten Ausheilung der Krankheit kann es immer wieder bei den infizierten Personen zum erneuten Ausbruch der Symptome kommen. Dieser erneute Ausbruch der Krankheit kann jederzeit durch ein entsprechendes Blutbild nachgewiesen werden.

Symptome

Krankheitsverlauf

Pfeiffersches Drüsenfieber

Die Inkubationszeit von Pfeifferschem Drüsenfieber beträgt bei Kindern sieben bis dreißig Tage. Bei Erwachsenen kann diese Zeit durchaus zwischen vier bis sieben Wochen liegen.

Das Pfeiffersches Drüsenfieber beginnt meist mit Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit, also mit relativ "normalen" Erkältungssymptomen. Die Lymphknoten schwellen an (u.U. auch unter den Achseln und den Leisten) und die Mandeln entzünden sich.

Typisch für das Pfeiffersches Drüsenfieber ist der schmutziggraue Belag auf den Mandeln, der einen fauligen Mundgeruch verursacht. Hinzu kommen bei manchen Erkrankten auch Heiserkeit und Sprechstörungen.

Meist dauert die Erkrankung wenige Wochen, in den seltensten Fällen kann sich dies auch auf 1-2 Monate ausweiten. Sollte die Krankheit asymptomanisch verlaufen, so kann über einen Zeitraum von ein paar Monaten bis zu zwei Jahren Müdigkeit und anhaltende Schwäche dazu kommen.

Komplikationen

Die Komplikationen, die bei einem Pfeifferschen Drüsenfieber auftreten können, sind divers, aber selten. Sie sind zudem größtenteils zu therapieren, machen aber unter Umständen einen Krankenhausaufenthalt nötig. Anders sieht dies bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (besonders bei Kindern) aus. Hier kann die Krankheit einen schweren oder letalen Verlauf annehmen.

So kann es etwa zu einer Schwellung von Leber oder Milz kommen. Beides ist bei Berührung schmerzhaft und schränkt die Funktion der betroffenen Organe ein. Starke Anstrengungen und Verrenkungen sollten bei einer Milzschwellung vermieden werden, da sie zu einem Milzriss führen können. Eine Gelbsucht kann ebenfalls vorkommen.

Entzündungen der Lunge, der Herzmuskulatur oder der Nieren können auftreten und bedürfen zumeist einer Behandlung. Gerade Nieren- und Herzentzündungen bergen ein Risiko für die Zerstörung des lebensnotwendigen Gewebes und können entsprechend Folgeschäden verursachen.

Eine Blutarmut (Anämie) oder eine verringerte Blutplättchenanzahl ist möglich. So wird die kräftezehrende Krankheitsphase noch verschlechtert und Blutungen (Nasenbluten, Blutungen durch Verletzung etc.) können schwerer zu kontrollieren sein. Es gilt hier, Anstrengungen und Verletzungen zu vermeiden.

Eine Gehirnentzündung kann ebenfalls auftreten. Sie bedarf einer besonderen ärztlichen Aufmerksamkeit, weil sie sich auf die Nerven - und damit auf die Motorik und die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen - auswirken kann.

Behandlung & Therapie

Leider gibt es für die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers kein spezielles Medikament. Notwendig ist es auf jeden Fall sehr viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wie dies generell bei Fiebererkrankungen angeraten wird. Hilfreich sind dabei auch fiebersenkende Medikamente und auf jeden Fall jede Menge Zeit zum Ausruhen.

In manchen Fällen kann es auch zu einem bakteriellen Infekt kommen, der mit der Einnahme von Antibiotika behandelt werden muss. Generell ist es wichtig, einen Arzt zu kontaktieren, der über die Einnahme entscheidet. Generell sollte darauf geachtet werden, dass der Arzt keine Breitbandantibiotika, wie z.B. Amoxicillin oder Ampicillin, verschreibt. Diese können großflächige Hautausschläge mit Juckreizen am ganzen Körper verursachen. Dieser Ausschlag kann sich auch noch bis zu drei Tage nach Einnahme des Antibiotikas bilden. Das Abklingen des Ausschlages kann bis zu zwei Wochen dauern und ist mitunter sehr schmerzhaft. Hierbei handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern "nur" um eine Überreaktion.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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