Pfeiffersches Drüsenfieber

Letzte Aktualisierung am 24. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Pfeiffersche Drüsenfieber oder infektiöse Mononukleose ist eine Infektionserkrankung, die sehr weit verbreitet ist. Die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) hervorgerufenen Leitsymptome sind Lymphknotenschwellungen und Fieber.

Inhaltsverzeichnis

Definition Pfeiffersches Drüsenfieber

In der Regel ist das Pfeiffersche Drüsenfieber eine sehr häufige, harmlos verlaufende Viruserkrankung. Hervorgerufen wird es durch das Epstein-Barr-Virus. Die Infektion kann problemlos über das Blutbild nachgewiesen werden. Schätzungen zu folge infizieren sich über 90% der Bevölkerung bis zum 30. Lebensjahr mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber.

Zumindest bei Kindern bis zum Ende des 10. Lebensjahres verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber ohne größere Symptome. Bei Älteren treten grippeähnliche Symptome aus, die in den seltensten Fällen mit Komplikationen einhergehen. Typische Symptome beim Pfeifferschen Drüsenfieber können u.a. sein: anschwellende Lymphknoten, Hals- bzw. Mandelentzündung, Schwindel- und Orientierungsstörungen. Die Viren befallen demnach die Organe des Lymphatischen Rachenrings. Durchaus können auch die Leber, das Herz und die Milz befallen sein.

Ursachen

Die Übertragung des Erregers von Pfeifferschem Drüsenfieber erfolgt vor allem über den Speichel. Weitere Übertragungswege können die sog. Kontakt-, Tröpfchen- bzw. Schmiereninfektion sein. Da die Hauptübertragung demnach von Mund zu Mund erfolgt, ist das Pfeiffersche Drüsenfieber auch als "Kusskrankheit", "Studentenkrankheit" (oder engl. "kissing disease") bekannt.

Hat man sich einmal mit dem Erreger infiziert, verbleibt dieser, wie bei anderen Herpes-Infektionen, ein Leben lang im Körper. Auch nach einem Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers bzw. nach Beendigung der Erkrankung ist das Virus per Speichel weiterhin auf nichtimmune Menschen übertragbar. Ebenso nach der kompletten Ausheilung der Krankheit kann es immer wieder bei den infizierten Personen zum erneuten Ausbruch der Symptome kommen. Dieser erneute Ausbruch der Krankheit kann jederzeit durch ein entsprechendes Blutbild nachgewiesen werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Da der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beim Pfeifferschen Drüsenfieber sehr lang ist, treten die typischen Symptome erst spät auf. Dabei besteht ein Unterschied zwischen den Beschwerden bei Erwachsenen und jenen bei Kindern. Da das Immunsystem von Kindern noch nicht voll ausgereift ist und daher noch nicht so stark auf das Virus reagiert, bleiben sie oft völlig symptomlos.

Dagegen sind Erwachsene wesentlich stärker von den Auswirkungen betroffen. Sie leiden unter Müdigkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl, fühlen sich schwach und abgeschlagen. Diese Mattigkeit kann sehr lange andauern, bevor sie als Anzeichen einer Krankheit erkannt wird. Unangenehme Halsschmerzen, begleitet von einer Rötung des Rachens und Schluckbeschwerden sind möglich.

Manchmal schwellen die Lymphknoten an und der Patient wird fiebrig. Im weiteren Verlauf können noch zusätzliche, jedoch individuell völlig verschiedene, Symptome auftreten. Es gibt Patienten, bei welchen die Krankheit Hepatitis auslöst; erkennbar an der Gelbfärbung der Haut und der Lederhaut der Augen.

Auch die Milz kann betroffen sein und dadurch anschwellen. In Einzelfällen tritt ein knotiger Ausschlag auf, der sich erhaben und fleckenförmig auf der Haut ausbreitet. Seltene Komplikationen in Form von Lähmungserscheinungen und der Entzündung der Hirnhaut kommen nur vor, wenn das Virus das Nervensystem befällt.

Krankheitsverlauf

Pfeiffersches Drüsenfieber

Die Inkubationszeit von Pfeifferschem Drüsenfieber beträgt bei Kindern sieben bis dreißig Tage. Bei Erwachsenen kann diese Zeit durchaus zwischen vier bis sieben Wochen liegen.

Das Pfeiffersches Drüsenfieber beginnt meist mit Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit, also mit relativ "normalen" Erkältungssymptomen. Die Lymphknoten schwellen an (u.U. auch unter den Achseln und den Leisten) und die Mandeln entzünden sich.

Typisch für das Pfeiffersches Drüsenfieber ist der schmutziggraue Belag auf den Mandeln, der einen fauligen Mundgeruch verursacht. Hinzu kommen bei manchen Erkrankten auch Heiserkeit und Sprechstörungen.

Meist dauert die Erkrankung wenige Wochen, in den seltensten Fällen kann sich dies auch auf 1-2 Monate ausweiten. Sollte die Krankheit asymptomanisch verlaufen, so kann über einen Zeitraum von ein paar Monaten bis zu zwei Jahren Müdigkeit und anhaltende Schwäche dazu kommen.

Komplikationen

Die Komplikationen, die bei einem Pfeifferschen Drüsenfieber auftreten können, sind divers, aber selten. Sie sind zudem größtenteils zu therapieren, machen aber unter Umständen einen Krankenhausaufenthalt nötig. Anders sieht dies bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (besonders bei Kindern) aus. Hier kann die Krankheit einen schweren oder letalen Verlauf annehmen.

So kann es etwa zu einer Schwellung von Leber oder Milz kommen. Beides ist bei Berührung schmerzhaft und schränkt die Funktion der betroffenen Organe ein. Starke Anstrengungen und Verrenkungen sollten bei einer Milzschwellung vermieden werden, da sie zu einem Milzriss führen können. Eine Gelbsucht kann ebenfalls vorkommen.

Entzündungen der Lunge, der Herzmuskulatur oder der Nieren können auftreten und bedürfen zumeist einer Behandlung. Gerade Nieren- und Herzentzündungen bergen ein Risiko für die Zerstörung des lebensnotwendigen Gewebes und können entsprechend Folgeschäden verursachen.

Eine Blutarmut (Anämie) oder eine verringerte Blutplättchenanzahl ist möglich. So wird die kräftezehrende Krankheitsphase noch verschlechtert und Blutungen (Nasenbluten, Blutungen durch Verletzung etc.) können schwerer zu kontrollieren sein. Es gilt hier, Anstrengungen und Verletzungen zu vermeiden.

Eine Gehirnentzündung kann ebenfalls auftreten. Sie bedarf einer besonderen ärztlichen Aufmerksamkeit, weil sie sich auf die Nerven - und damit auf die Motorik und die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen - auswirken kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn das Kind geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen oder hohes Fieber hat, sollte ein Arzt konsultiert werden. Der Mediziner kann anhand der Anzahl der weißen Blutkörperchen eine Diagnose stellen und gegebenenfalls sofort eine Behandlung einleiten. Ärztlicher Rat ist insbesondere bei zunehmenden Beschwerden gefragt, die sich durch Hausmittel und Bettruhe nicht lindern lassen. Sollte das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht von selbst abklingen, muss der Krankheitserreger medikamentös bekämpft werden. Der Arzt kann zudem Fieberzäpfchen und weitere Hilfsmittel verschreiben.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird von dem Haus- oder Kinderarzt oder einem Facharzt für innere Medizin behandelt. Hat sich das Epstein-Barr-Virus auf die Atemwege ausgebreitet, muss der Hals-Nasen-Ohrenarzt in die Behandlung involviert werden. Je nachdem, ob Komplikationen auftreten, ist unter Umständen auch eine stationäre Behandlung notwendig. Bei entsprechender medikamentöser Behandlung sollten die Beschwerden innerhalb weniger Tage bis Wochen abklingen. Ist dies nicht der Fall, muss der Arzt informiert werden. Die Eltern sollten alleine aufgrund der Ansteckungsgefahr einen Mediziner einschalten.

Behandlung & Therapie

Leider gibt es für die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers kein spezielles Medikament. Notwendig ist es auf jeden Fall sehr viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wie dies generell bei Fiebererkrankungen angeraten wird. Hilfreich sind dabei auch fiebersenkende Medikamente und auf jeden Fall jede Menge Zeit zum Ausruhen.

In manchen Fällen kann es auch zu einem bakteriellen Infekt kommen, der mit der Einnahme von Antibiotika behandelt werden muss. Generell ist es wichtig, einen Arzt zu kontaktieren, der über die Einnahme entscheidet. Generell sollte darauf geachtet werden, dass der Arzt keine Breitbandantibiotika, wie z.B. Amoxicillin oder Ampicillin, verschreibt. Diese können großflächige Hautausschläge mit Juckreizen am ganzen Körper verursachen. Dieser Ausschlag kann sich auch noch bis zu drei Tage nach Einnahme des Antibiotikas bilden. Das Abklingen des Ausschlages kann bis zu zwei Wochen dauern und ist mitunter sehr schmerzhaft. Hierbei handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern "nur" um eine Überreaktion.

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Das können Sie selbst tun

Zur unterstützenden Therapie des Pfeifferschen Drüsenfiebers dient in allererster Linie die Bettruhe beim Auftreten der Fieberschübe. Die körperliche Ruhe liefert dem Körper die nötige Kraft zur Virusabwehr. Gute Erfolge hinsichtlich der Senkung des Fiebers können durch die Verwendung von Wadenwickeln erzielt werden.

Bei Erkrankten im Allgemeinen, bei Kindern im Besonderen, gilt es verstärkt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sowie auf die Verabreichung von leicht verdaulicher Kost während des Infekts zu achten. Neben den Fieberschüben, treten bei den Patienten häufig starke Halsschmerzen auf. Diese können durch Gurgeln mit Salbeitee oder warmen Salzwasser gelindert werden. Weiterhin kann das Inhalieren mit Kamillenblütentee einen positiven Effekt auf die Halsschmerzen haben. Sollte sich aus den Halsschmerzen eine bakterielle Angina entwickeln, muss ein Arzt aufgesucht werden, da dann die Gabe von Antbiotika indiziert ist. Starken Kopf- und Gliederschmerzen kann mit handelsüblichen Schmerzmitteln entgegengewirkt werden. Patienten müssen jedoch darauf achten, dass das verwendete Schmerzmittel nicht auf Acetylsalicylsäure basiert. Hier könnte es zu Blutungen kommen.

Nach Abklingen der Krankheitssymptome sollen Patienten sich noch für vier bis acht Wochen körperlich schonen. Das Heben schwerer Lasten in dieser Zeit ist besonders gefährlich, da es so leicht zu einem Milzriss kommen kann. Generell besteht bei zu früher körperlicher Belastung die Gefahr einer Verletzung der Milz.

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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