Ampicillin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Juli 2016
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Der Wirkstoff Ampicillin ist ein Antibiotikum aus der großen Gruppe der Penicilline. Aufgrund seines breiten Wirkungsspektrums wird Ampicillin erfolgreich gegen eine ganze Reihe bakteriell bedingter Infektionen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ampicillin?

Ampicillin ist ein bakterienhemmender Arzneistoff und gehört zu den halbsynthetischen Beta-Laktam-Antibiotika. Es ist sowohl gegen grampositive als auch gegen gramnegative Bakterien wirksam. Auch zahlreiche gramnegative Stäbchenerreger sprechen gut auf den Wirkstoff an.

Da Ampicillin gegen ein großes Spektrum verschiedenster Erreger eingesetzt werden kann, zählt es zu den sogenannten Breitbandantibiotika. Besonders effektiv ist Ampicillin gegen Infektionen mit gramnegativen Stäbchenerregern, denn diese besitzen eine natürliche Resistenz gegen herkömmliche Penicilline.

Chemisch gehört der Wirkstoff zu den Amino-Penicillinen. Ampicillin ist säurestabil und passiert unbeschadet den Magentrakt, ohne durch die Magensäure angegriffen zu werden. Daher wird dieses Antibiotikum meist in Tablettenform eingenommen.

Pharmakologische Wirkung

Bakterien vermehren sich wie Körperzellen durch kontinuierliche Zellteilung. Befinden sich die Zellen in der Teilungsphase, müssen ständig neue Zellwände gebildet werden. In diesen Prozess greift der Arzneistoff Ampicillin ein. Der Wirkstoff besitzt in seinem chemischen Aufbau Strukturen, die den Zellwandaufbau der Bakterien hemmen – sogenannte Beta-Laktame.

Bakterien enthalten ein bestimmtes Enzym, das maϐgeblich an der Synthese – also am Aufbau – neuer Zellwände beteiligt ist. Die in dem Medikament enthaltenen Beta-Laktame docken an dieses Enzym an und blockieren so seine Rezeptoren. Nun ist das Enzym dauerhaft und irreversibel deaktiviert. Die Bakterien sind nicht in der Lage, intakte Zellwände aufzubauen und können sich nicht mehr teilen.

Der Wirkstoff Ampicillin tötet Bakterien also nicht ab, sondern unterbindet die Zellteilung und damit auch ihre Vermehrung. Nun ist das menschliche Immunsystem in der Lage, den nicht mehr teilungsfähigen Erreger abzutöten und über den Stoffwechsel zu eliminieren. In Tablettenform eingenommen, wird das Amino-Penicillin zu 30 – 60 % von der Darmschleimhaut aufgenommen und tritt in den Blutkreislauf über. Der nicht resorbierte Anteil des Wirkstoffes wird innerhalb kurzer Zeit über den Urin ausgeschieden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Wirkstoff Ampicillin ist ein Antibiotikum aus der großen Gruppe der Penicilline. Aufgrund seines breiten Wirkungsspektrums wird Ampicillin erfolgreich gegen eine ganze Reihe bakteriell bedingter Infektionen eingesetzt.

Ampicillin wird zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt, die auf herkömmliche Antibiotika nicht ansprechen. Eine Therapie mit Ampicillin ist bei einer Vielzahl akuter und chronischer Entzündungen erfolgversprechend. Dazu gehören unter anderem Infektionen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts, des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs (HNO), der Nieren oder der Gallen- und Harnwege.

Aber auch Entzündungen der Geschlechtsorgane und der Haut sowie der Augen gehören zu den Anwendungsgebieten. Ampicillin wird auch zur prophylaktischen, also vorbeugenden Behandlung bei operativen Eingriffen oder Zahnbehandlungen angewendet, um die Entwicklung von Keimen schon im Vorfeld zu verhindern. Der Wirkstoff Ampicillin wird meist in Tablettenform verabreicht. Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt ist auch die Gabe über intravenöse oder intramuskuläre Spritzen sowie Infusionen möglich.

Ampicillin muss mehrmals täglich eingenommen werden, da der Arzneistoff schnell vom Körper ausgeschieden wird. Nur so ist ein gleichbleibender Wirkstoffspiegel gewährleistet. Die Behandlungsdauer beträgt durchschnittlich 10 Tage. Meist ist schon wenige Stunden nach der Einnahme eine erste Besserung im Allgemeinbefinden spürbar – auch die Krankheitssymptome lassen deutlich nach.

Doch auch nach dem vollständigen Abklingen der Symptome muss die Einnahme einige Tage fortgeführt werden, um ein erneutes Auftreten der Erkrankung zu verhindern und künftigen Resistenzen entgegenzuwirken.

Risiken & Nebenwirkungen

Im Vergleich zu anderen Breitbandantibiotika wie Amoxicillin ist Ampicillin bei oraler Einnahme weniger gut verträglich. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass ein hoher Anteil des Arzneistoffs im Darm verbleibt und dort negativen Einfluss auf die natürliche Darmflora ausübt.

Die Darmflora des gesunden Menschen besteht aus nützlichen mikrobakteriellen Erregern, die Verdauungsprozesse regulieren und fördern. Ist die Darmflora durch Einwirkung des Medikaments geschädigt, kann es zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Wie bei allen Penicillinen ist auch bei Ampicillin die Möglichkeit einer Allergie gegeben.

Hautreaktionen wie Juckreiz und Rötungen gehören dazu. Sehr selten kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der sich u. a. in Atembeschwerden und heftigen Herz-Kreislaufreaktionen manifestiert. Sehr selten sind Hautveränderungen, Veränderungen des Blutbilds, Entzündungen der Nieren und Blutgefäße oder Schwellungen im Kehlkopfbereich.

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