Splenomegalie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Leidet ein Patient unter Splenomegalie, so ist dessen Milz krankhaft vergrößert. Therapeutische Schritte begegnen meist der Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Splenomegalie?

Der Begriff der Splenomegalie beschreibt in der Medizin eine Vergrößerung der Milz. Je nach Betroffenem kann eine Milzvergrößerung dabei das Gewicht oder die Maße des Organs betreffen. Beim gesunden Menschen weist die Milz bei durchschnittlichen Maßen von 4 Zentimetern Breite und 11 Zentimetern Länge im Schnitt ein Gewicht von 350 Gramm auf.

In der Regel gilt die Splenomegalie nicht als eigenständige Erkrankung - vielmehr tritt die Milzvergrößerung als Symptom verschiedener möglicher Krankheitsbilder auf.

Symptome einer Splenomegalie sind unter anderem von der Ausprägung einer Milzvergrößerung und der ursächlichen Erkrankung abhängig; so kann eine Splenomegalie etwa Druck auf benachbarte Organe ausüben und auf diese Weise Schmerzen hervorrufen. Je nach ursächlicher Erkrankung wird eine Splenomegalie darüber hinaus häufig von Fieber oder Gelenkbeschwerden begleitet.

Ursachen

Mögliche Ursachen eine Splenomegalie sind vielfältig. So können beispielsweise Infektionen akuten oder chronischen Verlaufs wie etwa Malaria eine Splenomegalie nach sich ziehen. Auch verschiedene Formen der Leukämie (Blutkrebs) führen in ihrem Verlauf zur Ausbildung einer Splenomegalie.

Darüber hinaus können Sarkome (bösartige Tumore) oder Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Gewebehohlräume) der Milz eine Splenomegalie hervorrufen. Zu den weiteren Grunderkrankungen, die eine Splenomegalie begünstigen können, zählen etwa rheumatologische oder lymphatische (das Lymphsystem betreffend) Krankheiten.

Auch Blutarmut in Form der Kugelzellenanämie kann mit einer Splenomegalie einhergehen - die Kugelzellenanämie ist vor allem durch einen krankhaft erhöhten Abbau von roten Blutkörperchen durch die Milz charakterisiert. Im Rahmen möglicher Ursachen einer Splenomegalie, die die Milz auf isolierte Weise betreffen, sind schließlich unter anderem Blutergüsse (Hämatome) oder Blutschwämmchen (Hämangiome) des Organs zu nennen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Feststellung einer Splenomegalie dient in der Regel zunächst eine körperliche Untersuchung durch den diagnostizierenden Arzt - im Gegensatz zur gesunden Milz kann eine im Rahmen der Splenomegalie vergrößerte Milz etwa ertastet werden.

Deutet eine entsprechende körperliche Untersuchung auf eine vorliegende Milzvergrößerung hin, so können die genauen Ausmaße der Splenomegalie beispielsweise mithilfe einer Ultraschalluntersuchung bestimmt werden. Da eine Splenomegalie häufig mit einer Überfunktion der Milz bzw. einem übermäßigen Abbau an Blutzellen einhergeht, wird das Blutbild eines Patienten meist mithilfe einer Blutprobe kontrolliert.

Je nach Grunderkrankung, die sich hinter einer Splenomegalie verbirgt, kann die Milzvergrößerung einen akuten (vorübergehenden) oder chronischen (längerfristigen) Verlauf nehmen. Im individuellen Fall richtet sich der Verlauf einer Splenomegalie vor allem nach einer erfolgreichen Therapie der entsprechenden Grunderkrankung.

Komplikationen

Die Splenomegalie kann zu Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und einer allgemeinen Schwäche führen. Schwere Komplikationen ergeben sich, wenn die Erkrankung zu spät oder nur unzureichend behandelt wird. Dann kann es zu Folgesymptomen wie chronischen Schmerzen, Infektionen und optischen Veränderungen kommen. Äußerlich zeigt sich die Splenomegalie im fortgeschrittenen Stadium durch Blässe, blaue Finger und auffällige Hautveränderungen – ästhetische Makel, die die psychische Verfassung des Patienten weiter verschlechtern können.

Schließlich treten Folgeerkrankungen auf, die mit weiteren Beschwerden verbunden sind. Eine typische Komplikation der Splenomegalie ist der Hypersplenismus, also eine Überfunktion der Milz. Diese kann zu einer Zellarmut führen und die Blutungsneigung erhöhen. Wenn es zur Blutarmut kommt, benötigt der Patient regelmäßige Bluttransfusionen. Wird die Milz entfernt, hat dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit des Patienten.

Zwar senken Regelimpfungen das Risiko von Infektionen, dennoch ist der Körper anfälliger für Erkrankungen. Einige Patienten erleiden Monate oder Jahre nach der Milzentfernung schwere Infektionen, die unter Umständen lebensbedrohlich sind. Weiterhin können in den Wochen nach dem Eingriff Thrombosen auftreten. Auch die verordneten Medikamente können Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Eine erfolgreiche Behandlung der Splenomegalie begegnet in der Regel vor allem der individuell ursächlichen Grunderkrankung. Kann die Erkrankung, die eine Milzvergrößerung hervorgerufen hat, mit Erfolg geheilt bzw. kontrolliert werden, so wirkt sich dies meist auch positiv auf die vorliegende Splenomegalie aus.

Allerdings sind die Ursachen einer Milzvergrößerung nicht immer medizinisch zu bekämpfen und in einigen Fällen zieht eine vergrößerte Milz weitere Komplikationen nach sich (wie beispielsweise eine fortschreitende Blutarmut). Daher kann in seltenen Fällen eine operative Entfernung der Milz (auch als Splenektomie bezeichnet) medizinisch notwendig sein. Da die Milz innerhalb des menschlichen Körpers unter anderem Aufgaben der Immunabwehr übernimmt, geht eine Splenektomie in der Regel mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher.

Dieses Risiko bezieht sich vor allem auf Infektionen durch bestimmte Bakterienstämme. Patienten mit Splenomegalie, bei denen eine Entfernung der Milz bevorsteht, erhalten daher einige Wochen vor dem geplanten Eingriff eine Impfung, die den Organismus vor verschiedenen Erregern schützt. Dieser Infektionsschutz ist nach erfolgreicher Splenektomie meist in regelmäßigen Abständen zu erneuern.

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Vorbeugung

Da die Splenomegalie häufig Folge einer grundlegenden Erkrankung ist, lässt sich der Milzvergrößerung an sich nur eingeschränkt vorbeugen. In der Regel können allerdings frühzeitige Diagnose- und Therapieschritte bzgl. der ursächlichen Erkrankung zur Rückbildung der Splenomegalie beitragen. Ist mithilfe konservativer Therapiemethoden kein vollständiger Rückgang einer Splenomegalie zu erreichen, so kann meist ein weiteres Fortschreiten der Milzvergrößerung verhindert werden.

Bücher über die Milz

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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