Sarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Als Sarkom wird eine seltene bösartige Tumorerkrankung bezeichnet, die alle Stellen des Körpers betreffen kann. Daher ist es eine große medizinische Herausforderung, die Erkrankung zu erkennen und zu behandeln. Patienten haben nicht selten einen langen Weg durch verschiedenste Stationen des Gesundheitswesens hinter sich, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Dabei gilt: Je früher ein Sarkom erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sarkom?

Ein Sarkom ist ein Verbund aus mehreren entarteten Körperzellen, die sich stärker als gesunde Zellen vermehren. Durch das schnelle Zellwachstum der Tumorzellen kommt es zu einer Funktionsstörung des befallenen Gewerbes bzw. Organs.

Als bösartiger Tumor löst sich das Sarkom häufig von seinem Entstehungsort und besiedelt das umliegende Gewebe (Infiltration) oder gelangt über die Blutbahn oder das Lymphsystem in weiter entferntes Körpergewebe, was zur Bildung von Metastasen führt. Sarkome lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Weichteilgewebssarkome und Knochensarkome.

Bei den Weichteilgewebssarkomen unterscheiden Mediziner mehr als 150 verschiedene Tumorarten, die sich im Bindegewebe, im Fettgewebe oder in der Muskulatur bilden. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Erwachsenen im Alter zwischen 45. und 55. Jahren auf.

Von Knochensarkomen, die sich sowohl im Knochen als auch im Knochenmark, in den Knorpeln oder in den Gelenken bilden können, sind eher junge Menschen zwischen dem 10. und dem 30. Lebensjahr betroffen.

Ursachen

Es ist weitgehend ungeklärt, welche Faktoren zur Entstehung von Sarkomen beitragen. Der Kontakt mit Industriegiften galt bis vor einigen Jahren als mögliche Ursache, ein statistischer Beweis konnte jedoch bisher nicht erbracht werden.

Selten bilden sich Sarkome nach einer Strahlentherapie in den bestrahlten Körperregionen aus. In Verbindung mit bestimmten Erkrankungen wie Neurofibromatose, Retinoblastom oder Fraumeni-Syndrom lässt sich die Entstehung von Weichteilgewebssarkomen gehäuft beobachten.

Auch angeborene genetische Defekte können die Ausbildung unterschiedlicher Tumore begünstigen. All diese Faktoren sind jedoch nur bei einem sehr geringen Anteil der Sarkome ursächlich für die Entstehung. Beinahe alle Sarkome treten spontan auf, ohne dass sich ein konkreter Auslöser benennen lässt.

Typische & häufige Sarkome

Diagnose & Verlauf

Eine zunächst schmerzlose Schwellung, die häufig über Wochen und Monate wächst, kann ein erstes Anzeichen für ein Sarkom sein. Breitet sich der Tumor weiter aus und dehnt dadurch wichtige Nerven, treten beim Betroffenen häufig Schmerzen auf.

Des Weiteren ist die Funktionstüchtigkeit des normalen Gewebes in der Regel eingeschränkt. Um einen möglichen Tumor zu diagnostizieren, bedient sich der Onkologe zunächst bildgebender Verfahren wie Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie. Eine Blutuntersuchung kann darüber hinaus Aufschluss über das Vorhandensein eines Sarkoms geben, da einige Blutwerte indirekt auf seine Existenz hinweisen.

Zur endgültigen Sicherung der Diagnose wird häufig eine Probe des Tumors entnommen und mikroskopisch untersucht. Da durch die Entnahme möglicherweise Tumorzellen in umliegendes Gewebe verschleppt werden und auf diese Weise in den Körper streuen können, muss bei einem positiven Befund so schnell wie möglich operiert werden.

Komplikationen

Ein Sarkom kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Breitet sich der Tumor innerhalb des Gewebes aus, kann dies zu Gewebeschäden und Nervenstörungen führen. Im weiteren Verlauf kann das Sarkom streuen und sich auf weitere Körperregionen und innere Organe ausbreiten – vielgestaltige Beschwerden und dauerhafte Gewebe- und Organschäden sind die Folge.

Begleitend dazu entwickeln sich chronische Schmerzen, die bei einer länger andauernden Erkrankung psychische Probleme nach sich ziehen können. Viele Betroffene leiden beispielsweise an Angststörungen und Depressionen, die nach der Behandlung oft noch lange Zeit bestehen bleiben. Vor der Operation besteht die Gefahr, dass ein falscher Biopsie-Zugang gelegt wird.

Begleitend dazu können sich Hämatome und Infektionen entwickeln. Während und nach der Operation sind Gefäßverletzungen und Blutungen denkbar. Außerdem kann die Haut an der Stelle des Eingriffs vernarben oder es kommt zu Wundheilungsstörungen und Entzündungen. Zuletzt können auch die verordneten Medikamente Beschwerden hervorrufen.

Eingesetzt werden meist Schmerzmittel und Entzündungshemmer, die gelegentlich etwa Kopf-, Muskel- und Knochenschmerzen, Probleme des Magen-Darm-Traktes und Hautirritationen hervorrufen. Leidet der Patient an einer Vorerkrankung, können sich schwere Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems einstellen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines Sarkoms hängt entscheidend von der Ausbreitung der Erkrankung nach Stellung der Diagnose ab. Bei kleinen, lokal begrenzten Tumoren ist eine Operation die erste Wahl.

Ziel ist es hierbei, das bösartige Gewebe vollständig zu entfernen. Dazu wird auch ein Teil des an das Sarkom angrenzenden gesunden Gewebes herausgenommen, da sich dort abgewanderte Tumorzellen verbergen können, die die Bildung von Metastasen begünstigen. Bei großen Tumoren wird vor der operativen Entfernung zunächst der Versuch unternommen, durch eine Chemotherapie eine Verkleinerung zu erwirken.

Haben sich bereits Metastasen gebildet, ist die Chemotherapie, die über Tabletten, per Infusion oder Spritze verabreicht werden kann, der erste Behandlungsschritt. Bleibt diese Therapie wirkungslos, kann eine Bestrahlung dazu beitragen, das Tumorgewebe zu zerstören. Neuere Studien zeigen, dass sich die Gabe von Medikamenten, die zu einer Blockade der Stoffwechselwege in der Tumorzelle führen, positiv auf den Behandlungserfolg auswirken kann.

Da jeder Patient unterschiedlich auf neue Substanzen und Medikamente zur Chemotherapie reagiert, ist die Erstellung eines individuellen Therapieplans ein absolutes Muss.

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Vorbeugung

Die Entstehung von Sarkomen wird nicht durch das Verhalten des Betroffenen beeinflusst, weshalb es keine Maßnahmen zur Vorbeugung gibt. Ein gesunder Lebenswandel, zu dem sowohl eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung als auch das Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen gehört, ist ein entscheidender Schritt zur Gesunderhaltung. Liegt bereits eine Erkrankung vor, hat ein ausgeglichenes soziales Umfeld, das den Betroffenen unterstützt, einen positiven Einfluss auf die Genesung.

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Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2009

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