Magen Darm Grippe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine Magen Darm Grippe, Magen Darm Infektion oder Gastroenteritis ist eine Infektion bzw. Krankheit des Magen Darm Trakts. Zumeist wird sie durch Bakterien oder Viren ausgelöst und tritt häufig bei Kindern auf, die häufig oral die Keime durch ihre Umwelt aufnehmen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Magen Darm Grippe

Viele Menschen kennen die Gastroenteritis unter dem Begriff der Magen-Darm-Grippe. Hiermit wird allgemein eine Entzündung des Magen-Darm-Traktes bezeichnet. Erste Anzeichen dafür sind Erbrechen und/oder Durchfall. Ursachen dafür gibt es verschiedene. Behandelt werden kann diese Art der Erkrankung durch symptomatische Therpien. Verbeugend, um nicht an einer Magen-Darm-Grippe zu erkranken, helfen hierbei vor allem hygienische Maßnahmen.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für eine Erkrankung an Magen-Darm-Grippe sind Viren, Bakterien oder Protozoen (Einzeller). Wie im Anschluss daran aus der Infektion die Symptome entstehen ist recht unterschiedlich. In der Regel zerstören die Erreger die Schleimhaut in unterschiedlichem Ausmaß. Das Problem, welches daraus entsteht ist, dass der Magen-Darm-Trakt die neu aufgenommene Nahrung nicht mehr verdaut.

Dadurch bindet die unverdaute Nahrung Wasser und der Stuhlgang wird dünnflüssig. Bei einigen Arten der Magen-Darm-Grippe entstehen Bakteriengifte (sog. Toxine), die zu einem vermehrten Wasser- bzw. Salzverlust durch die Schleimhautzellen des Darmes führen. Bakteriengifte können durch verdorbene Nahrungsmittel in den Körper gelangen. Dies kann bei einer Magen-Darm-Grippe zur Entzündung der Magenschleimhaut führen. Es entsteht die "klassische" Lebensmittelvergiftung.

Durch Medikamente ist eine andere Möglichkeit an einer "toxischen Gastroenteritis" zu erkranken. Eine weitere, physikalische Ursache kann die Erkrankung durch ionisierende Strahlen sein. Als Beispiel dazu sei die Krebsbehandlung erwähnt. Hierbei wird die Magen- bzw. Darmschleimhaut dermaßen geschädigt, dass sie ihrer Funktion zur Verdauung nicht mehr nachkommen kann.

Symptome

Krankheitsverlauf

Magen-Darm-Grippe

Die Übertragung einer Magen Darm Grippe erfolgt zumeist durch die fäkal-orale Schmierinfektion. Nicht ordentlich gewaschene Hände reichen aus, um infektiösen Stuhl in die Nahrung gelangen zu lassen und diese wiederum über den Mund in den Magen-Darm-Trakt des nächsten Patienten. Auch die Übertragung von Salmonellen erfolgt auf diesem Weg. Je länger natürlich die "angereicherte" Nahrung lagert, um so mehr haben die Erreger die Möglichkeit sich zu vermehren.

Bei Noro-Viren hingegen reicht es aus, sich in der Nähe eines schwallartig erbrechenden Patienten zu befinden. Dabei können erregerhaltige Tröpfchen in der Luft "schweben" und von Nebenstehenden aufgenommen werden, die dann ebenfalls an Magen-Darm-Grippe erkranken. Die Inkubationszeit (Dauer), also die Zeit, die von der Aufnahme des Erregers bis zu den Anzeichen der ersten Symptome vergeht, liegt zwischen 4 bis 48 Stunden.

Der Beginn ist Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, da der Virus von oben nach unten wandert. Lassen diese Anzeichen nach kommt der Durchfall hinterher. Die Magen-Darm-Grippe kann auch durchaus mit Fieber einher gehen, wie meistens bei Viruserkrankungen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einer Magen Darm Grippe nicht zu besonderen Komplikationen oder zu schwerwiegenden Beschwerden. Die meisten Grippen können dabei schon mit häuslichen Mitteln relativ gut behandelt werden. Nur in schwerwiegenden Fällen ist dabei eine Behandlung durch einen und mit Hilfe von Medikamenten notwendig.

In der Regel können dann Komplikationen eintreten, wenn die Magen Darm Grippe nicht behandelt wird und der Betroffene unverändert seine Diät einhält und den Magen nicht schont. Es kommt dabei zu Durchfall oder zu Erbrechen. Nicht selten leiden die Betroffenen auch an Blähungen und an einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Es kommt zu einer Abgeschlagenheit und zu einer Müdigkeit des Patienten, sodass der Alltag deutlich eingeschränkt wird. Die Betroffenen müssen bei einer Magen Darm Grippe in der Regel oft die Toilette aufsuchen und können den Stuhl nicht mehr halten.

Dabei kommt es zu Einschränkungen im Berufsalltag. Die Behandlung der Magen Darm Grippe führt nicht zu Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten können die auslösenden Bakterien behandelt werden, sodass die Symptome der Grippe relativ schnell wieder eingeschränkt werden können. Allerdings muss der Patient den Kontakt mit anderen Menschen meiden, um diese nicht anzustecken. Die Lebenserwartung wird durch eine Magen Darm Grippe in der Regel nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Wie bereits erwähnt besteht die Behandlung einer Magen Darm Grippe aus symptomatischen Maßnahmen. Als erstes gilt es den erlittenen Wasser- und Salzverlust wieder auszugleichen. Dazu gibt es Traubenzucker-Salz-Gemische (sog. Rehydratationslösungen). Hilft diese Verabreichung bei Erkrankung an einer Magen-Darm-Grippe nicht, so muss dem Patienten eine Infusion verabreicht werden.

Außerdem kann ein langsamer Kostaufbau die beschädigte Schleimhaut wieder aufbauen. Dabei sollte auf leicht verdauliche Kohlenhydrate geachtet werden, wie sie z.B. in Zwieback, Weißbrot oder Salzstangen enthalten sind. Die früher empfohlene Nahrungspause hat keinen Zweck, da das entsprechende Organ nur stillgelegt wird und keinen Anreiz bekommt, seine Tätigkeit wieder aufzunehmen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verabreichung eines Probiotikums: gefriergetrocknete, natürliche Darmbesiedler, die das Erbrechen reduzieren und die Darmtätigkeit beeinflussen. Allerdings sollte hierbei besonders auf die Nebenwirkungen geachtet werden.

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Das können Sie selbst tun

Bei einer Magen Darm Grippe ist es besonders in Verbindung mit Fieber erforderlich, dass der Erkrankte das Haus nicht verlässt und nach Möglichkeit im Bett bleibt. Erstens ist dann die Gefahr, andere anzustecken, gebannt und zweitens kann auf diese Weise die Krankheit am schnellsten auskuriert werden. Eine Wärmflasche auf den Bauch gelegt, wirkt wohltuend und beruhigt Magen und Darm. Ein leichtes rezeptfreies Schmerzmittel trägt zum schnelleren Wohlbefinden bei. Fühlt der Betroffene sich noch sehr matt und will das Fieber nicht sinken, können kalte Wadenwickel hilfreich sein. Hierfür werden nasse Handtücher um die Waden gelegt und regelmäßig ausgetauscht. Die Kälte sorgt schnell für eine Absenkung der Körpertemperatur.

Leichte Speisen wie klare Brühe und Zwieback belasten den Magen Darm Trakt nicht zu sehr, damit sich dieser Bereich schnell erholen kann und eine baldige Gesundheit des Patienten eintritt. Dass er viel trinkt, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren, ist absolut wichtig. Hier sollten am besten Kräutertees aus Kamille oder Pfefferminz sowie Mineralwasser oder Apfelsaftschorle gewählt werden.

Wenn die Beschwerden der Magen Darm Grippe nach einer Woche noch nicht abgeklungen sind, wäre es ratsam, wenn der Erkrankte den Arzt konsultiert, um weitere Ursachen auszuschließen und sich eventuell spezielle Medikamente verschreiben zu lassen.

Bücher über Magen Darm Grippe

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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