Soor (Kandidose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. November 2017
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Eine Erkrankung, die sowohl Kleinkinder und Babys als auch Erwachsene und ältere Menschen betreffen kann, ist die Kandidose, die umgangssprachlich auch als Soor bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition Soor (Kandidose)

Beim Soor (Kandidose) sind typische abnorme Veränderungen der Haut zu beobachten. Diesbezüglich kommt es beim Soor vorwiegend zu störenden und überaus unangenehmen Beschwerden und Auffälligkeiten an den Schleimhäuten der Erkrankten.

In Abhängigkeit von den jeweiligen Symptomen kann Soor als eine infektiöse Erkrankung bezeichnet werden, die die Schleimhäute der Mundhöhle, der Scheide, des Penis und der Speiseröhre sowie anderer Organe betreffen kann.

Man unterscheidet die Kandidose wie folgt:

  • Hautsoor im Bereich der Haut, After, Achseln und Hautfalten
  • Mundsoor im Bereich des Rachens und des Mundes
  • ösophageale Candidose im Bereich der Speisröhre
  • intestinale Candidose im Breich des Darms

Soor ist lediglich eine Hauterkrankung, welche neben anderen Krankheitsbildern aus diesem Kreis ganz eigentümliche Symptome hervorrufen kann.

Die Bezeichnung Kandidose basiert auf Hefepilzen der Familie Candida. Im Zusammenhang mit Soor muss der Hefepilz Candida albicans hervorgehoben werden. Am weitesten verbreitet unter der Bezeichnung Soor (Kandidose) ist der sogenannte Mundsoor, der sich durch ein vermehrtes Auftreten des Hefepilzes Candida albicans darstellt. Insbesondere bei Babys kommt diese Erkrankung gehäufter vor.

Ursachen

Als Ursachen für die Entstehung von Soor kommen ausschließlich die bezeichneten Schimmelpilze der Art Candida albicans in Frage. Diese sind in einem gesunden Körper enthalten und vermehren sich aufgrund verschiedener Einflussfaktoren, was zu Kandidose führen kann.

Durch eine übermäßige Besiedlung der Schleimhäute, die ein feucht-warmes Milieu aufweisen, was sehr pilzfreundlich ist, und eine eingeschränkte Immunabwehr können sich die Hefepilze dort ausbreiten. Darüber hinaus sind nicht alle Ursachen für die Bildung von Soor bekannt, die viele innere Organe betreffen kann und in einzelnen Fällen sogar lebensbedrohliche Ausmaße annimmt.

Ein veränderter Stoffwechsel, der vorwiegend bei Patienten mit Diabetes mellitus auftritt, kann ebenfalls ein ursächlicher Auslöser für Soor sein. Auch krebskranke Personen, mit HIV infizierte Menschen oder mit speziellen Medikamenten behandelte Patienten können eine Kandidose entwickeln. In vielen Fällen wird ein Soor ebenso durch eine fehlende Hygiene ausgelöst und übertragen.

Symptome & Krankheitsverlauf

Die Erkennung von Soor ist meist schon mit dem bloßen Auge anhand der typischen Veränderungen der betroffenen Schleimhäute realisierbar. In Abhängigkeit von den befallenen Organen zeigen sich deutliche und zunächst örtlich begrenzte Rötungen und Schwellungen der Schleimhäute.

Später entstehen weiße bis gelblich gefärbte Ablagerungen auf der Haut, die entfernt werden können. Unter diesen werden deutliche schmerzempfindliche Entzündungszeichen in Form einer geröteten und leicht blutenden Haut sichtbar. Auch Papeln oder Pusteln sowie ein permanenter Juckreiz sind typische Anzeichen für Soor (Kandidose).

Klassisch sind insbesondere beim Mund- und Speiseröhrensoor die schmerzhaften Beeinträchtigungen. Im Bereich des Darmes zeigt sich Soor durch Durchfallerscheinungen, Völlegefühl und quälende Blähungen. Im weiteren unbehandelten Verlauf kann Soor (Kandidose) mit einer Blutvergiftung und der Beeinträchtigung innerer Organe einhergehen.

Komplikationen

In Folge der systemischen Candidose können schwerwiegende Komplikationen im gesamten Körper auftreten. Je nachdem, wo sich die Erreger ansiedeln, kann es beispielsweise zu Gehirn-, Lungen-, Nieren-, Herzklappen- und Netzhaut-Entzündungen kommen. Gelangen die Erreger ins Blut, ruft dies eine Candida-Blutvergiftung hervor.

Tritt die Soor im Genitalbereich auf, kann dies zur Bildung von Pusteln und Papeln sowie zu einem quälenden Juckreiz führen. Hautsoor ist meist mit Hautirritationen verbunden, die bei mangelnder oder fehlender Behandlung zur Entstehung von Abszessen und ernsten Infektionen führen können. Mundsoor kann Beschwerden der Mund- und Rachenschleimhaut hervorrufen.

Typisch sind Schluckbeschwerden, Schmerzen in der Speiseröhre und ein starkes Brennen hinter dem Brustbein. Darmsoor kann im schlimmsten Fall zu chronischen Darmerkrankungen oder sogar zu Verstopfung und Darmverschluss führen. Die Therapie eines Soor-Befalls birgt ebenfalls Risiken.

So können die verordneten Antimykotika Neben- und Wechselwirkungen wie Hautrötung, Juckreiz und Brennen hervorrufen. Selten treten allergische Reaktionen, Schwellungen oder Nesselsucht auf. Bei Allergikern können Medikamente wie Econazol allergische Reaktionen hervorrufen. Auch eine allgemeine Unverträglichkeit auf die jeweiligen Wirkstoffe ist denkbar und mit unerwünschten Symptomen verbunden.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen einer wirksamen Behandlung gegen Soor werden unterschiedliche Konzepte umgesetzt. Diese richten sich nach der Form der Kandidose und dessen Lokalisation sowie dem aktuellen Stadium der Erkrankung. Normalerweise setzen die Hautärzte gegen Soor antimykotische, also gegen Pilze wirkende Arzneistoffe ein. Diese werden nach der Art des Hautpilzes ausgewählt.

Als äußerliche Anwendungen gegen Soor, die lediglich örtlich begrenzt eingesetzt werden, eignen sich diverse Einpinselungen und Flüssigkeiten zum Spülen sowie antimykotische, entzündungshemmende und den Juckreiz lindernde Salben und Cremes.

Eine Kandidose der Scheide wird mit speziellen Scheidenzäpfchen bekämpft. Einige Mittel gegen den Candida albicans Pilz werden in Tablettenform verordnet.

Bei einem sogenannten systemischen Soor helfen Infusionen oder Tabletten wie Miconazol, Clotrimazol, Ketonazol und Amphotericin B.

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Vorbeugung

Um einem Soor vorzubeugen, ist es wichtig, auf ein gesundes Immunsystem zu achten und dieses durch eine gesunde Lebensweise zu unterstützen. Medikamente, wie geeignete Antibiotika und kortisonhaltige Arzneistoffe eignen sich bei Vorerkrankungen wie AIDS und Diabetes mellitus sowie Krebs mit Chemotherapie als prophylaktische Vorkehrungen gegen Kandidose. Auch eine entsprechende Mund- und Intimhygiene tragen dazu bei, dass keine übermäßige Bildung des Candida albicans Pilzes und Soor (Kandidose) entstehen können.

Bücher über Soor

Quellen

  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hellstern, G., et al: Kurzlehrbuch Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012

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