Nahrungsmittelunverträglichkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
Startseite » Krankheiten » Nahrungsmittelunverträglichkeit

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelunverträglichkeit wird von Betroffenen meist nicht unmittelbar als solche wahr genommen. Leidet man an Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen oder anderen Symptomen, werden diese nicht einer Erkrankung, sondern Lebensgewohnheiten zugeteilt. Häufen sich die Beschwerden und treten in Zusammenhang mit der Nahrung auf, sollte man eine Nahrungsmittelunverträglichkeit als Ursache nicht ausschließen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. Lebensmittelunverträglichkeit handelt es sich um eine Unverträglichkeitsreaktion auf Lebensmittel. Der Verzehr von bestimmten Lebensmitteln, genauer deren Inhaltsstoffen, löst Beschwerden aus, welche sich in verschiedenen Reaktionen äußern.

Zu den Symptomen gehören unter anderem Reizungen der Haut, Magen-Darm-Beschwerden, Atembeschwerden oder Kopfschmerzen. Unterschieden werden hierbei allergische Reaktionen, welche durch das Immunsystem übermittelt werden, Nahrungsmittelallergien, und sogenannte Nahrungsmittelintoleranzen.

Die Nahrungsmittelallergie bezeichnet eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte in der Nahrung enthaltene Stoffe. Intoleranzen als Nahrungsmittelunverträglichkeit werden hingegen in Enzymdefekte bzw. Enzymmängel, zum Beispiel Laktose- oder Fructoseintoleranz, oder pharmakologische Reaktionen, zum Beispiel Histaminintoleranz, aufgeteilt.

Ursachen

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann verschiedene Ursachen haben. Anders als weitgehend angenommen können diese im Laufe des Lebens entstehen und sind nicht angeboren.

Eine mögliche Ursache für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit können Fertignahrungsmittel sein. Die Fertiggerichte enthalten häufig große Mengen an unnatürlichen Zutaten und Zusatzstoffen, welche vom Körper nicht oder nur schlecht verwertet werden können. Zudem werden Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, durch eine chemische Behandlung haltbarer gemacht. Das Zusammenspiel der durch die Nahrung in hoher Anzahl aufgenommener Stoffe steigert das Risiko eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zu entwickeln.

Doch nicht nur die Inhaltsstoffe von Nahrungsmittel sind mögliche Auslöser einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Steht der Körper über einen längeren Zeitraum unter Stress oder ist großer Anstrengung ausgesetzt, kämpft gegen Infektionen oder macht sich psychischer Stress breit, können ebenfalls Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen.

Müssen über einen längeren Zeitraum starke Medikamente eingenommen werden reagiert der Körper nicht selten mit einer Abwehrreaktion, auch auf bestimmte Lebensmittel.

Die Ursache für die verschiedenen Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sind bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung, welche Unverträglichkeitsreaktionen des Körpers auslösen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist nicht einfach zu stellen. Nach Durchsicht der Krankengeschichte des Betroffenen werden andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen und so ermittelt ob andere Erkrankungen vorliegen.

Für die Diagnose kann es hilfreich sein, wenn der Patient einen genauen Verzehrplan aufstellt. Dieser enthält genau was gegessen bzw. getrunken wurde, sowie wann welche Beschwerden auftreten. So kann die Nahrungsmittelunverträglichkeit in kurzer Zeit einem Lebensmittel oder Inhaltsstoff zugeteilt werden. Für Nahrungsmittelintoleranzen wurden spezielle Tests entwickelt, um die Körperreaktion während der Aufnahme von zum Beispiel Laktose oder Fructose über einen Atemtest bestimmen zu können.

So wird festgestellt ob der Körper diese Stoffe normal verarbeiten kann. Um herauszufinden ob es sich bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit um eine Nahrungsmittelallergie handelt werden Allergietests durchgeführt.

Die Symptome der Nahrungsmittelunverträglichkeit klingen ab, sobald das betreffende Nahrungsmittel nicht mehr verzehrt wird. Bei allergischen Reaktionen kann es jedoch unter Umständen zu schweren allergischen Schockzuständen kommen.

Komplikationen

In der Regel können die Komplikationen und Beschwerden einer Nahrungsmittelunverträglichkeit relativ gut vermieden werden, indem das jeweils verursachende Nahrungsmittel aus dem Alltag ausgeschlossen wird. In den meisten Fällen kann dieses Nahrungsmittel von einem anderen ersetzt werden, sodass es auch zu keinen besonderen Komplikationen im Alltag des Betroffenen kommt.

Die Nahrungsmittelunverträglichkeit führt in der Regel zu starken Schmerzen im Bauch und im Magen. Es kommt ebenso nicht selten zu Durchfall oder Erbrechen, sodass auch die Lebensqualität des Betroffenen durch die Nahrungsmittelunverträglichkeit deutlich verringert. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann allerdings auch zu einem Ausschlag auf der Haut führen, der mit einem Juckreiz verbunden ist.

Die Betroffenen fühlen sich aufgrund der Nahrungsmittelunverträglichkeit oftmals unwohl und leiden nicht selten auch an psychischen Verstimmungen oder an Depressionen. In den meisten Fällen wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit nicht direkt behandelt. Nur in wenigen Fällen können Medikamente eingenommen werden, die diese Unverträglichkeit bekämpfen.

Allerdings ist eine langfristige Heilung in der Regel nicht möglich. Der Verzicht auf die verursachenden Lebensmittel kann die Beschwerden der Nahrungsmittelunverträglichkeit allerdings gut eingeschränken. Die Lebenserwartung des Patienten wird dabei in der Regel ebenso nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit lässt sich nicht durch Medikamente beseitigen. Kurzfristig können lediglich die Beschwerden durch Medikamente behandelt werden. Es besteht die Möglichkeit die Symptome der Nahrungsmittelunverträglichkeit durch Mittel gegen Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder ähnliches zu behandeln. Ebenfalls kann die Ausprägung einer Intoleranz durch Medikamente verringert werden. Durch das Medikament erhält der Körper das fehlende Enzym, welches zum Beispiel für die Verarbeitung von Milchprodukten, Laktose benötigt wird.

Grundsätzlich besteht eine Therapie darin, diejenigen Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe zu vermeiden, welche die Beschwerden auslösen. Hierfür erhält der Patient einen genauen Diätplan. Dieser sichert trotz dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel durch die Nahrungsmittelunverträglichkeit die Versorgung des Körpers mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen.

Teilweise sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht dauerhaft. Die Beschwerden treten nur solange auf, wie die Ursache vorhanden ist. So kann eine durch Stress oder Medikamente ausgelöste Unverträglichkeit bei einem ausgeglichenen Tagesablauf oder Absetzen der Medikamente wieder abklingen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Dem Entstehen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann nicht zu 100 Prozent vorgebeugt werden, da jeder Körper anders auf Lebenssituationen, Medikamente oder Zusatzstoffen in Lebensmitteln reagiert. Als vorbeugende Maßnahme sollte man dem Körper nicht zu viele chemische Zusatzstoffe zuführen, welche nicht verwertet werden können oder dem Körper schaden. Es empfiehlt sich der Nahrungsmittelunverträglichkeit mit natürlich gehaltenen Lebensmitteln vorzubeugen.

Bücher über Nahrungsmittelunverträglichkeit

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Schütt, C., Bröker, B.: Grundwissen Immunologie. Spektrum, Heidelberg 2011
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: