Narkolepsie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Narkolepsie ist eine zur Gruppe der Schlafsüchte gehörende Krankheit, die durch Schlafattacken und Kataplexien charakterisiert ist. Obwohl es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Krankheit zu kontrollieren, ist sie bis heute nicht heilbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Narkolepsie?

Bei Narkolepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, welche mit starker Tagesschläfrigkeit sowie mit unkontrollierbaren Schlafattacken einhergeht.

Der unvermittelt auftretende starke Schlafdrang tritt vor allem bei Stress oder in Situationen großer Emotionalität, wie Freude, auf. Dem übermäßigen Schlafdrang kann durch vermehrte Ruhephasen bzw. längeren Schlafphasen nicht entgegengewirkt werden. Narkolepsie, auch Schlafkrankheit genannt, ist eine seltene Erkrankung und zählt zur Gruppe der Hypersomnien. Narkolepsie bedeutet nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für Angehörige und Freunde eine enorme psychische Belastung.

Immerhin muss das Umfeld ständig auf der Hut sein und wenn nötig den Betroffenen auffangen, damit er sich nicht verletzt, wenn er plötzlich zusammenbricht. Das typische und plötzliche Zusammenbrechen der Betroffenen, die Kataplexie, ist ein Hauptsymptom der Narkolepsie.

Ursachen

Obwohl die Ursachen für das Auftreten dieser Krankheit noch relativ unbekannt sind, geht man heute davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt.

Es wird vermutet, dass das Immunsystem der Betroffenen die Zellen im Gehirn zerstört, welche das Neuropeptid-Hormon Orexin bilden. Orexin spielt eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Wach-Schlafrhythmus. Darüber hinaus weisen viele Patienten mit Narkolepsie einen Defekt in einem T-Zellrezeptor auf, wodurch die Abwehr von Infektionen erschwert wird.

Wissenschaftler sind sich einig, dass Narkolepsie keine psychische Erkrankung ist, sie wird also nicht durch psychische Ausnahmezustände oder psychiatrische Krankheiten ausgelöst. In manchen Fällen tritt Narkolepsie in Familien gehäuft auf, dies ist jedoch nicht immer so, weswegen genetische Komponenten nur eine kleine Rolle in der Entstehung dieser Krankheit spielen dürften.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei der Diagnosestellung erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei achtet er besonders auf die Schlafgewohnheiten des Patienten. Der Arzt stellt darüber hinaus fest, ob der Patient an den charakteristischen Symptomen von Narkolepsie leidet.

Dazu gehört neben plötzlichen Schlafattacken auch ein Verlust des Muskeltonus wie er eigentlich nur im Tiefschlaf auftritt. Bestätigen die durch die Anamnese festgestellten Symptome den Verdacht auf Narkolepsie, ordnet der Allgemeinmediziner oder Kinderarzt eine umfassende körperliche Untersuchung an, um mögliche andere Ursachen für die Symptome zu finden.

Bleibt die körperliche Untersuchung ohne Befund, überweist der Arzt den Patienten an einen auf Schlafmedizin spezialisierten Arzt. In weiterer Folge wird der Patient meist in einem Schlaflabor beobachtet. Die dort gemachten Messungen werden verwendet, um die Schwere der Narkolepsie beurteilen zu können. Grundsätzlich ist der Verlauf gut, wenn die Patienten lernen mit ihrer Erkrankung umzugehen und die richtigen Medikamente einnehmen.

Komplikationen

Aufgrund der Narkolepsie leiden die Betroffenen in erster Linie an sehr starken Schlafbeschwerden. Dabei kommt es zu einer ausgeprägten Müdigkeit, die schon am ersten Tag eintritt und damit die Lebensqualität deutlich verringert. Die Betroffenen fühlen sich dabei müde und abgeschlagen und leiden weiterhin auch an einer deutlich verringerten Belastbarkeit.

Auch der Schlafrhythmus selbst ist dabei abnormal. Die Betroffenen leiden in einigen Fällen kurzzeitig an Muskellähmungen oder an Störungen des Bewusstseins, die den Alltag ebenfalls erschweren können. Im Schlaf selbst kommt es dabei nicht selten zu einer Paralyse, die mit Angstzuständen verbunden ist. Auch Halluzinationen können durch die Narkolepsie auftreten.

Weiterhin wirkt sich diese Krankheit sehr negativ auf die Beziehung zum eigenen Partner aus, sodass es dabei möglicherweise zu Spannungen kommen kann. Die Behandlung der Narkolepsie kann mit Hilfe von Medikamenten erfolgen. Dabei kann es möglicherweise auch zu einer Abhängigkeit kommen. Allerdings ist auch eine psychologische Therapie notwendig, um diese Krankheit zu behandeln. Ob es dabei allerdings zu einem Erfolg kommt, kann nicht garantiert werden. Die Narkolepsie wirkt sich in der Regel nicht negativ auf die Lebenserwartung des Betroffenen aus.

Behandlung & Therapie

Narkolepsie ist bis heute nicht heilbar. Nichtsdestotrotz gibt es jedoch Medikamente, mit welchen die Schlafattacken besser kontrolliert bzw. teilweise sogar verhindert werden können.

Die Medikation bei Narkolepsie ist kompliziert, da es kein Medikament gegen Narkolepsie an sich gibt, sondern die verschiedenen Symptome mit jeweils passenden Medikamenten behandelt werden. Auch wenn mit der individuell abgestimmten medikamentösen Therapie gute Teilerfolge erzielt werden können, ist es nicht möglich die Narkolepsie alleine dadurch in den Griff zu bekommen.

Meist wird den Betroffenen empfohlen eine Verhaltenstherapie zu machen. Dadurch können sie lernen besser mit ihrer Erkrankung umzugehen und Strategien entwickeln, um ein möglichst normales Leben trotz ihrer Narkolepsie führen zu können. Um Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass sich Betroffene der Gefahren bewusst sind und ein gutes Körpergefühl entwickeln, sodass sie zum Beispiel nur dann den Herd einschalten, wenn sie spüren, dass sie nicht einschlafen werden.

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Vorbeugung

Da die genauen Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankung unbekannt sind, gibt es keine sinnvollen Maßnahmen, die prophylaktisch eingesetzt werden könnten. Menschen, die bereits an Narkolepsie erkrankt sind, können lediglich Unfälle vorbeugen. So sollten sie weder Schwimmen noch Autofahren und ihr Umfeld über ihre Erkrankung informieren.

Bücher über Narkolepsie

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010

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