Erste Hilfe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Erste Hilfe bezeichnet die Erstmaßnahmen bei medizinischen Notfällen, die nicht unbedingt lebensbedrohlich sein müssen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erste Hilfe?

Lebenserhaltende Erste Hilfe bei Unfällen oder Erkrankungen besteht aus der Anwendung zuvor erlernter Techniken, die bis zur Behandlung durch Mediziner eine Verschlechterung des Zustandes verhindern. Dazu gehören die Wiederbelebung bei Herzstillstand und die Mund-zu-Mund-Beatmung bei Aussetzen der Atmung.

Auch die Stabilisierung bei Knochenbrüchen und insbesondere die Verhinderung von Dauerschäden bei Wirbelsäulenverletzungen gehören zu den erlernbaren Notfallmaßnahmen. Zusätzlich vermittelt Erste Hilfe dem Helfer Kenntnisse bei der Reaktion auf einen anaphylaktischen Schock und die Versorgung von schweren Verletzungen mit Blutverlust.

Erste Hilfe in allen übrigen Fällen besteht in der Erstversorgung von weniger schweren Krankheitssymptomen und Verletzungen, bei denen der Patient zeitnah einen Arzt aufsuchen sollte.

Funktion & Anwendung

Erste Hilfe bei schweren Unfällen kann die Anwendung mehrerer Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich machen. Hat der Verletzte einen Schock, der zum Herzstillstand führt, gehört die Herzmassage zu den wichtigsten Techniken der Wiederbelebung durch Erste Hilfe. Dabei legt der Ersthelfer die übereinander verschränkten Hände auf das Brustbein und bewegt durch gleichmäßige Druckbewegungen als Erste Hilfe den Brustkorb.

Die Pumpfunktion des Herzens soll auf diese Weise angeregt werden. Ein zweiter Helfer kann als Erste Hilfe im Wechsel dazu dem Verletzten über die Nase Atemluft zuführen. Knochenbrüche werden bei der Ersten Hilfe durch stabile Schienen stabilisiert. Erste Hilfe umfasst nicht die Aufgabe, die Knochen zugleich zu richten. Dies gilt insbesondere, wenn eine Verletzung der Halswirbelsäule vorliegt.

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Ersthelfer sorgen nur dafür, dass der Verletzte die Halswirbelsäule nicht weiter bewegt, um ein stärkeres Verrutschen der Wirbel und damit eine gravierende Verletzung des Rückenmarks zu verhindern. Blutungen werden durch durch Erste Hilfe mit Abdrücken oder Abbinden der zuführenden Arterie gestillt, um einen Schock durch zu hohen Blutverlust zu vermeiden. Kann durch Erste Hilfe keine direkte Erstmaßnahmen nach Art der Verletzung oder Erkrankung getroffen werden, besteht Erste Hilfe darin, den Betroffenen in die stabile Seitenlage zu bringen.

Dadurch wird verhindert, dass er unter Umständen an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Erste Hilfe besteht weiterhin aus der Sicherung des Betroffenen, bis ärztliche Hilfe verfügbar ist. Neben der Alarmierung über den Notruf wird ein Verletzter notfalls durch Festhalten daran gehindert, an einer Unfallstelle herumzulaufen und sich dadurch in Gefahr zu begeben.

Er wird als Erste Hilfe mit geeigneten Decken und Jacken warmgehalten, da im Schockzustand eine Unterkühlung eintreten kann. Offene Wunden sollen durch Erste Hilfe abgedeckt werden, damit eine Infektion erschwert ist. Für Brandverletzungen besteht Erste Hilfe in Maßnahmen zur Kühlung, während eine Verätzung durch Erste Hilfe möglichst neutralisiert, oder zumindest die ätzende Flüssigkeit verdünnt wird.

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Gefahren bei unsachgemäßer Erster Hilfe

Erste Hilfe kann Leben retten, birgt aber die Gefahr, bei fehlerhafter Anwendung den Zustand des Verletzten zu verschlechtern. Einer der Gründe liegt darin, dass die Auffrischung der Kenntnisse nicht verpflichtend ist und im Ernstfall die richtigen Maßnahmen nicht immer gegenwärtig sind.

Bei der Herzmassage besteht eine der größten Gefahren darin, durch zu viel Druck Rippenbrüche zu verursachen, die die Lunge verletzten. Die Unterbrechung der Blutzufuhr bei stark blutenden Wunden verursacht auf Dauer eine Schädigung des betroffenen Gewebes bis hin zum Absterben der Gliedmaße. Eine Haftung desjenigen, der Erste Hilfe leistet, besteht aber auch bei diesen unabsichtlichen Folgeschäden nicht.

Durch die gesetzliche Verpflichtung, im Notfall Erste Hilfe zu leisten, wird der Ersthelfer zugleich vor Konsequenzen geschützt. Auch für den Ersthelfer bestehen natürlich gesundheitliche Risiken. Nicht ausreichend gesicherte Unfallstellen können dazu führen, dass er noch während er Erste Hilfe leistet durch die Unachtsamkeit Dritter ebenfalls verletzt wird.

Wenn Erste Hilfe geleistet wird, ist wegen einer Infektionsgefahr der Kontakt mit fremdem Blut so gut wie möglich durch das Tragen von Schutzhandschuhen zu vermeiden. Erste Hilfe ist grundsätzlich mit dem eigenen Risiko abzuwägen und bei zu hoher Selbstgefährdung auch einzustellen oder zu unterlassen.

Bücher über Erste Hilfe

Quellen

  • Katutz, H., et al.: Kursbuch Erste Hilfe. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011
  • Keggenhoff, F.: Erste Hilfe – Für Ersthelfer im Betrieb. Deutsches Rotes Kreuz, Berlin 2011
  • Müller, S.: Notfallmedizin. Thieme, Stuttgart 2011

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