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Stabile Seitenlage

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Hilflos und ratlos sind viele von uns, wenn sie einem Verletzten oder Kranken Erste Hilfe leisten müssen. Niemand aber darf sich dem Dienst am Nächsten entziehen, denn Hilfe zu leisten ist eine Pflicht. Wer sie unterlässt, wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug bestraft. Das Strafgesetzbuch mutet allerdings jedem nur zumutbare Hilfe zu. Das Wenigste, das jeder tun muss, ist die Unfallstelle abzusichern, den plötzlich Erkrankten aus der Gefahrenzone zu bergen und sofort den Rettungsdienst anzurufen. Bis zu seinem Eintreffen muss der Verunglückte vor weiteren Schäden bewahrt werden. Dazu gehören lebenswichtige Sofortmaßnahmen wie die stabile Seitenlage, die das Leben des hilflosen Patienten retten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die stabile Seitenlage?

Ist ein Mensch bewußtlos, erfordert die Erste Hilfe, zuerst seine Atmung und seinen Puls am Handgelenk oder mit vier Fingern an der Halsschlagader zu prüfen.

Schlägt sein Herz, atmet er spontan, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Eine Ausnahme sind Säuglinge und kleine Kinder bis zum vierten Lebensjahr. Sie werden ohne Kissen auf den Bauch gelegt, die Arme werden ausgebreitet und der Kopf zur Seite gedreht.

Der Sinn der stabilen Seitenlage ist, dasss der Bewußtlose nicht an seinem Erbrochenem oder Blut erstickt. Vorher muss unbedingt die Mundhöhle des Verunglückten kontrolliert und Erbrochenes, Schleim oder lose Gebißteile entfernt werden.

Funktion, Wirkung und Ziele der stabilen Seitenlage

Die stabile Seitenlage wird in sechs Schritten vorgenommen. Als Erstes treten Sie seitlich an den Bewußtlosen heran und schieben Ihre eigene Hand unter sein Gesäß. Den Ihnen zugewandten Arm des Kranken legen Sie ausgestreckt dicht an seine Körperseite.

Zweitens winkeln Sie das Bein, das Ihnen zugewandt ist, an und stellen es auf. Im dritten Schritt fassen Sie die Schulter und die Hüfte des Ohnmächtigen an und ziehen ihn zu sich rüber.

Den unten liegenden Arm ziehen Sie im vierten Schritt zu sich und winkeln ihn ebenfalls an. Schritt Nummer fünf bedeutet, den Kopf weit in den Nacken zu legen, damit die Atemwege frei bleiben.

Beim letzten Schritt legen Sie die Hand des Verletzten mit der Handfläche nach unten so unter seine Wange, dass sein Gesicht auf seinem Handrücken ruht.

Die Ursachen von Bewußtlosigkeit können ein harmloser Kreislaufkollaps, sehr niedriger Blutdruck oder eine Dehydrierung sein, aber auch Kopfverletzungen mit Gehirnerschütterung, Gehirnblutung, Gehirnquetschung, ein elekrtischer Stromschlag, eine Vergiftung, Unterkühlung, ein Schädelbruch oder ein Schlaganfall.

Die stabile Seitenlage darf nur angewendet werden, wenn die Vitalfunktionen Atmung und Pulsschlag erhalten sind. Die Atmung und der Puls müssen bis zum Eintreffen des Notarztes ständig kontrolliert werden. Sollte sich ein Schock entwickeln, so muss die stabile Seitenlage mit einer Kopftieflage kombiniert werden. Eine Ausnahme sind Schädel-Hirn-Verletzte. Sie werden in die stabile Seitenlage gebracht und der Kopf leicht hoch gelagert.

Tritt plötzlich ein Atemstillstand ein oder ist der Puls nicht mehr zu fühlen, muss der Patient sofort von der stabilen Seitenlage in die Rückenlage umgelagert werden, die Atemwege müssen freigemacht werden und die Wiederbelebung kann beginnen.

Bestimmte Verletzungen erfordern besondere Maßnahmen. Sind die Arme oder das Schlüsselbein verletzt, muss der Bewusstlose, wenn er in die stabile Seitenlage gebracht wird, auf der gesunden Seite gelagert werden. Bei einem Beinbruch wird das verletzte Bein gestreckt und der Ohnmächtige auf die verletzte Seite gedreht. Ist der Brustkorb geschädigt, wird der Kranke ebenfalls auf die verletzte Seite gelegt. Der Kopf muss leicht erhöht liegen, wenn der Verunglückte eine Schädel-Hirn-Verletzung hat.

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Risiken und Gefahren bei der stabilen Seitenlage

Bei allen Lebensrettungsmaßnahmen gibt es Risiken. Übetriebenes und nervöses Handeln kann genauso Schaden anrichten wie unterlassene Hilfestellung. Schon die richtige Lagerung, ermutigender Zuspruch und Ruhe können oft weitere lebensbedrohliche Situationen verhindern.

Notfallpatienten sind sensibel, auch wenn sie bewußtlos sind. Angst und Panik können einen zusätzlichen Schock auslösen. Wer Ruhe ausstrahlt und gezielt handelt, vermittelt immer ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit. Es gilt grundsätzlich, ruhig zu bleiben und dann zu handeln.

Da die Pflicht zur Ersten Hilfe gsetzlich verankert ist, sollten wir alle regelmäßig einen Kurs belegen, unsere Kenntnisse auffrischen und die notwendigen Handgriffe, wie die stabile Seitenlage, üben.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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